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Kaufprämie für Elektroautos ist keine Lösung
08|02|2016



Elektroautos sind in Hamburg schon lange in die Normalität integriert.

- Angesichts hoher Neuwagenpreise bei Elektroautos würde Kaufprämie verpuffen oder Mitnahmeeffekte auslösen.
- Hersteller sollen in speziellen Fonds einzahlen, um Verkauf von Elektroautos zu fördern.
- Bundesregierung muss umfassende Strategie für nachhaltige Mobilität vorlegen.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband [vzbv] lehnt die aktuell diskutierte Kaufprämie für Elektroautos ab. Anlässlich des Autogipfels im Bundeskanzleramt, bei dem die Automobilwirtschaft mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über die Zukunft der Elektromobilität beriet, fordert der vzbv einen E-Mobilitäts-Fonds.

"Eine Kaufprämie wird das Elektroauto nicht aus der Nische holen. Denn Elektroautos sind für die meisten Verbraucher viel zu teuer und wenig attraktiv. Bei den hohen Neuwagenpreisen für Elektroautos würde die jetzt diskutierte Prämie verpuffen oder einen reinen Mitnahmeeffekt auslösen", sagt Klaus Müller, Vorstand des vzbv. Mittelklassewagen mit Elektroantrieb starten bei einem Preis von 35.000 Euro, die Oberklasse kostet leicht über 100.000 Euro. Als Kaufprämie sind 5.000 Euro im Gespräch.

Hersteller für Markterfolg verantwortlich

Dass sich Elektroautos am Markt bislang nicht durchsetzen konnten, dürfe nicht mit einer falschen Subvention an die Automobilindustrie behoben werden. Müller: "Eine Subvention, die nur einen kleinen Teil der Verbraucher ansprechen wird, darf nicht aus Steuermitteln bezahlt werden. Für den Markterfolg sind die Hersteller verantwortlich." Der vzbv schlägt einen E-Mobilitäts-Fonds vor, in den die Autohersteller einzahlen. Zusätzlich könne der Fonds durch einen spezifischen Umweltbeitrag für die Zulassung von Fahrzeugen mit hohem CO2-Ausstoß gespeist werden. Damit Elektroautos für Verbraucher attraktiv werden, müsse zudem die Reichweite durch leistungsfähigere Batterien und Schnellladung erweitert werden.

Insgesamt fehlt es der Bundesregierung aus Sicht des vzbv an einer umfassenden politischen Strategie für nachhaltige Mobilität, die mehr umfasst als Elektromobilität. Solch eine Strategie müsse auch die Ausrichtung des öffentlichen Verkehrs an Kundeninteressen, die Förderung des Fuß- und Radverkehrs, die Vernetzung des Mobilitätssystems sowie Effizienzverbesserungen von Pkw mit Verbrennungsmotor berücksichtigen.

Quelle: Verbraucherzentrale Bundesverband


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