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EU-Wettbewerbskommissarin darf Bayer-Monsanto-Fusion nicht durchwinken



Trotz einer geforderten Agrarreform in Richtung Nachhaltigkeit, werden immer noch Pestizide versprüht.

01-07-2017 - Bayer-Monsanto besetzt mit Saatgut den Schlüsselsektor für Agrarproduktion und Nahrungsmittelsicherheit. EU-Wettbewerbskommissarin darf Übernahme nicht durchwinken

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland [BUND] warnte anlässlich der bei der EU-Wettbewerbsbehörde angemeldeten Übernahme von Monsanto durch Bayer vor der drohenden Monopolstellung des Konzerns insbesondere im Bereich Saatgut, dem Schlüsselsektor für die Agrarproduktion und Nahrungsmittelsicherheit.
 
"Sollten die Wettbewerbsbehörden die Übernahme durchwinken, wären die Folgen für die weltweite Agrarproduktion und Nahrungsmittelsicherheit fatal", sagte die BUND-Gentechnikexpertin Heike Moldenhauer. Der neue Konzern würde über ein Drittel des globalen Marktes für kommerzielles Saatgut verfügen und zum größten Anbieter von Gentech-Saatgut werden. "Mit der Kontrolle über das Saatgut würde Bayer-Monsanto einen Markt beherrschen, der so existentiell ist wie kein anderer. Wer über Saatgut und genetisches Material verfügt und sich beides über Patente sichert, kontrolliert letztlich die Landwirtschaft, die Lebensmittelerzeugung, die Welternährung und damit unser aller Lebensgrundlage", so Moldenhauer.
 
Der neue Konzern werde zudem über ein Viertel des Marktes für Pestizide verfügen, darunter über das umstrittene Totalherbizid Glyphosat. Der jetzt schon dramatische Verlust der Artenvielfalt durch die industrialisierte Landwirtschaft drohe sich weiter zu beschleunigen. "Bayer-Monsanto hält an einem Agrarmodell fest, das auf stetige Produktivitätssteigerung setzt, auf die Bewirtschaftung immer größerer Flächen, auf Monokulturen und den Großeinsatz von Pestiziden und Gentech-Pflanzen. Das Wachstumsmodell des Konzerns ernährt nicht die wachsende Weltbevölkerung, sondern speist vor allem die Renditen der Aktionäre", sagte die BUND-Gentechnikexpertin.
 
Bayer übernehme mit Monsanto auch dessen miserablen Ruf, den er vor allem Glyphosat und Gentechnik verdanke. "Die Übernahme jetzt durch die Wettbewerbsbehörden zu adeln hieße, ein überholtes und gescheitertes Landwirtschaftsmodell zu zementieren. An der Monopolisierung des Saatguts und der Pestizidabhängigkeit krankt jetzt schon das gesamte Landwirtschafts- und Ernährungssystem. Zum Schutz von Umwelt und Gesundheit muss die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager die Bayer-Monsanto-Fusion jetzt stoppen", forderte Moldenhauer.

Quelle: BUND


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