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Keine Akzeptanz für neue Stromnetze ohne dynamischen Zubau Erneuerbarer Energien
03|11|2012



So ähnlich könnte ein Schwerpunkt in Sachen Erneuerbare Energien aussehen, wenn sich die Politik gegen die Energie-Oligarchen durchsetzen würde.

Zu den Ergebnissen des Energiegipfels im Bundeskanzleramt erklärt die Deutsche Umwelthilfe e. V. [DUH]:

Die Deutsche Umwelthilfe warnt insbesondere die Bundesregierung eindringlich vor einer Strategie der Verzögerung bei der Energiewende. Nicht der weitere Zubau von Erneuerbarer Energie ist das aktuell größte Problem der Energiewende, sondern die mangelnde Ausrichtung der alten Strominfrastruktur auf die künftig dominierenden Hauptträger des Stromsystems Wind und Sonne.

Deshalb müssen Bundesregierung und Bundestag die Rahmenbedingungen schon bei den zum Jahresende anstehenden Entscheidungen zum Bundesbedarfsplan für die Stromnetze so setzen, dass möglichst viel fluktuierender Strom aus Erneuerbaren Energien durch das Stromnetz fließen kann. Dazu braucht es mehr Flexibilität des Gesamtsystems als bisher. Das geht zum Beispiel durch Kappung absoluter Einspeisespitzen von Wind und Sonne, die nur wenige Stunden im Jahr auftreten. Das geht auch durch Zurückdrängen inflexibler konventioneller Kohlekraftwerkskapazität, die das Klima schädigt und das vorhandene Stromnetz für Erneuerbare verstopft.

Die Bundesregierung muss die auch von Bundesumweltminister Peter Altmaier vertretenen Pläne begraben, die darauf abzielen, den Zubau der Erneuerbaren entgegen den Interessen privater Investoren abzubremsen. Es ist ein fundamentaler Irrtum, zu glauben, die Energiewende werde kostengünstiger, wenn wir sie langsamer vollziehen. Umgekehrt wird ein Schuh draus: Je länger wir das alte, starre Energiesystem und das neue, hoch dynamische parallel betreiben, umso teurer wird es für die Gesellschaft von heute, für nachfolgende Generationen und für die Umwelt.

Scheitern wird auch, wer als Konsequenz von Verzögerungen beim Stromnetzumbau, nun auch das Ausbautempo der Erneuerbaren drosseln will. Eine größere Akzeptanz für den Um- und Ausbau der Netze ist bei den Betroffenen völlig undenkbar, wenn die Politik gleichzeitig die Energiewende bremst. Anwohner und Naturschützer sind in aller Regel zu konstruktiver Mitarbeit bereit, wenn sie sicher sein können, dass eine bestimmte Leitung vorrangig dem Transport Erneuerbarer Energien dient und nicht der Stabilisierung des alten zentralistischen Stromsystems auf Basis von Kohle und Atom.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe


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