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Schutztruppen in Afghanistan
22|11|2011



2008 demonstrierte man sogar in Wilhelmshaven gegen den Afghanistan-Krieg.

Inmitten wallender Bärte der Stammesfürsten sitzt Guido mit der neuen, schlauen Brille. Das Foto des deutschen Außenministers von der "Loja Dschirga" ist ein doppeltes Fake: Weder repräsentiert die "Große Ratsversammlung" in Kabul das afghanische Volk, noch weiß Guido, was er dort soll, auch wenn er noch so angestrengt guckt.

Doch das Foto will erzählen: Westerwelle unterstützt das afghanische Volk. Bei irgendwas. Dabei hat Westerwelle nur einen einzigen Gedanken: Wie kriegen wir die deutschen Schutztruppen aus Afghanistan raus, ohne dass ich mein Gesicht verliere und die nächsten Wahlen und meinen guten Posten, womöglich auch noch meine Pensionsansprüche.

"Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen etc. verordnen im Namen des Reichs . . . zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit in Deutsch-Ostafrika . . . wird eine Schutztruppe verwendet." Das ordnete ein Reichsgesetz 1891 an. Wer heute den Begriff "Schutztruppe" bei Google eingibt, bekommt in nur 0,21 Sekunden über vierhunderttausend Ergebnisse. Und zumeist sind die NATO-Truppen in Afghanistan gemeint. Der FOCUS nennt sie so. Auch bei "Stern" und "Spiegel" heißen sie Schutztruppen. In der Tagesschau laufen sie unter diesem Namen, warum also nicht auch in der FAZ.

Wen schützen die "Schutztruppen"? Die Bevölkerung kaum. Denn seit diese ausländischen Truppen - etwa 130.000 sind es, davon um die 5.000 Deutsche - im Jahr 2001 das arme Land heimsuchten, sind zigtausend Zivilisten umgekommen. Die Truppen schützen die Interessen der USA und ihrer Verbündeten. Man ist aus militärstrategischen Gründen dort und auch, um "unsere" Rohstoffe und deren Transit zu sichern. Immer noch ist Afghanistan im "Great Game", im großen imperialen Spiel, der unsinkbare Flugzeugträger für einen bewaffneten Sprung in den Iran, nach China oder Russland.

Anfang Dezember, zehn Jahre nach der ersten Afghanistan-Konferenz auf dem Petersberg bei Bonn, soll erneut in Bonn eine Afghanistan-Konferenz stattfinden. Man will sich mit der Zeit nach dem Jahr 2014 beschäftigen, jenem Termin, an dem angeblich die letzten ausländischen Truppen das Land verlassen haben sollen. Aber die jüngste "Loja Dschirga" hat schon mal vorab entschieden, dass zumindest die US-Schutztruppen in einigen Stützpunkten bleiben werden. Mit Blick auf diese Zeit sagte der afghanische Präsident, Hamid Karzai, zu Westerwelle: "Wir sind sicher . . dass Deutschland einen guten Job machen wird."

Schon vor zehn Jahren, als der Außenminister noch Fischer hieß, haben die Deutschen einen guten Job gemacht. Mit den Worten "Jetzt ist die Zeit für eine Zukunft, in der Terror und Gewalt keinen Platz haben", hatte Joschka Fischer die Afghanistan-Konferenz auf dem Bonner Petersberg eröffnet. Und dann hat er geholfen, Hamid Karzai, den ehemaligen Mitarbeiter des amerikanischen Energiekonzerns Unocal, der eine Gaspipeline durch Afghanistan bauen wollte, als Präsidenten Afghanistans zu installieren. Dass Karzai in den 90er Jahren mit den Taliban zusammengearbeitet hatte, störte niemanden: Das hatten die USA ja auch schon mal. Und als er dann als Präsident 2002 mit Turkmenistan und Pakistan einen Vertrag über die Turkmenistan-Afghanistan-Pakistan-Pipeline abschloss, die einen ähnlichen Verlauf wie das frühere Projekt haben wird, schien das Geschäft perfekt. Wen kümmert es da schon, dass Terror und Gewalt in Afghanistan immer noch einen prima Platz haben?

Der Einsatz deutscher Schutztruppen in Ostafrika hat etwa 65.000 Hereros und 10.000 Nama das Leben gekostet. So viele Tote wird es in Afghanistan bis 2014 wahrscheinlich nicht geben. Doch obwohl die internationale Schutztruppe behauptet, die Sicherheitslage in Afghanistan habe sich verbessert, erzählen jüngste Zahlen der UNO dagegen von einem Anstieg der Gewalt. Noch heute gibt es in Berlin das Afrikanische Viertel. Die Swakopmunderstraße, die Windhuk- und die Transvaalstraße erinnern an den Plan, in dieser Gegend einen Park mit Tieren aus den deutschen Kolonien zu besiedeln. Das hat dann nicht geklappt. Deshalb wären Umbenennungen in Kandaharstraße, Kabul- und Kundusstraße durchaus sinnvoll. Die Petersallee, benannt nach dem Rassisten und Ostafrika-Kolonisatoren Carl Peters, sollte dann parallel in die Joschka-Fischer-Allee umbenannt werden. Und für Westerwelle könnte die Lüderitzstraße, die bis heute den aktiven Teilhaber der Deutschen Kolonialgesellschaft für Südwestafrika Adolf Lüderitz ehrt, endlich frei werden. Dass die blutigen Kolonialpläne nie aufgingen, dürfte für die Umbenennung kein Hindernis sein. Im Gegenteil: Denn auch die vielen Toten in Afghanistan werden zu nichts anderem führen als zu noch mehr Toten.

Ulrich Gellermann

Quelle:
Rationalgalerie | Ulrich Gellermann

Links:
wichtiger Veranstaltungshinweis [GELB]:
Bernd Göde, Seedorf:
26|01|2012 Traumatisierte Soldaten im Krieg in Afghanistan
Der Umgang mit seelischen Belastungen bei der Deutschen Bundeswehr - speziell in den Auslands- Einsätzen - aus der Sicht eines Militär-Geistlichen. Mit Sequenzen aus einem Fernseh- Film

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