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AfD befiehl, wir folgen Dir
14|05|2016



Bitter: Krieg ist wieder im Kommen und die Bundeswehr mittendrin.

Deutsche Justiz macht brav Männchen

Stillgestanden! Rechts um! In den nächsten Krieg: Marsch! Diese Kurzfassung des AfD-Programms in seinem Militärteil hat sich die Kriegsministerin von der Leyen – in ihrer jüngsten Erklärung zur "Verstärkung für die Truppe" – diensteifrig zu eigen gemacht: "Im Ergebnis benötigt Deutschland Streitkräfte, deren Führung, Stärke und Ausrüstung an den Herausforderungen künftiger Konflikte orientiert ist und höchsten internationalen Standards entspricht." So liest es sich bei der CDU-Nachgeburt unter dem Namen AfD. Das kann die blutrünstige Ursula natürlich viel eleganter: "Ein Vierteljahrhundert des Schrumpfens der Bundeswehr ist vorbei", verkündete von der Leyen am Dienstag im Bendlerblock. "Es ist Zeit für die Bundeswehr wieder zu wachsen." Und: Sie will hin zu hin "zu einem atmenden Personalkörper".

Ja, röchelt sie denn die Bundeswehr? Na klar, sie pfeift aus dem letzten Loch. Denn sie ist mit ein paar Tausend Soldaten in vielen Ländern unterwegs, um dem deutschen Export zu neuen Höhen zu verhelfen: Die Feldgrauen treiben sich inzwischen in Syrien herum, in Afghanistan, im Kosovo, im Irak, in Mali und auf allerlei Weltmeeren. Sogar dem Waffenbruder Türkei muss die überforderte Bundeswehr aushelfen. Wie soll man da zum Atmen kommen? Die stolze deutsche Armee japst nur noch. Da kann es nicht ausbleiben, dass mehr als 100 deutsche Tote auf der Verlustliste der Auslandseinsätze stehen. Ziegenhirten werden nicht mitgezählt. Seit 2002 sinkt die Zahl der verletzten Soldaten nicht mehr unter 5.000 noch atmende Körper jährlich.

Macht nix. Haben doch die westlichen Armeen dieser Welt die wunderbaren Militärkrüppel-Spiele: Schon im März 2014 hatte Prinz Harry, der kaputte britischen Prinz der gerne mal Nazi-Uniformen anzieht, die "Invictus Games for our Wounded Warriors" ins Leben gerufen. Klar, wer nicht auf den Schlachtfeldern der westlichen Wertegemeinschaft sterbend liegen geblieben ist, der kann in das fröhliche Soldaten-Leben zurückgerufen werden. Ein guter Soldat kann auch ohne Beine schießen. Und wer keine Arme mehr hat, der zieht die Handgranate eben mit den Zähnen ab. Gerade erst fanden sie wieder statt, die Krüppel-Spiele, in Orlando/Florida. "Ihm imponiere, wie die Menschen Ihr Schicksal annehmen und nach vorne blicken ... Sie machen es mit Freude und es tut Ihnen gut." Das wagt der parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin der Verteidigung Ralf Brauksiepe, über die Kriegsversehrten zu schwafeln.

Warum ist der gestörte britische Prinz nicht bei seinen zwei Afghanistan-Einsätzen verblutet? Weil er als Co-Pilot eines "Apache"-Kampfhubschraubers außer jeder Gefahr war. Warum wurde der Staatssekretär Brauksiepe nicht längst im "Wald der Erinnerung", dem Auslandseinsatz-Friedhof der Bundeswehr bei Potsdam, verbuddelt? Weil das Jüngelchen von der Jungen Union und Stipendiat in der Begabtenförderung der Konrad Adenauer Stiftung einfach zu wichtig für die CDU war und den Krieg für die Ministerin nur vom Schreibtisch erledigen durfte. Deshalb kann er auch diesen Bürokratensatz absondern: "Unsere Sportler, die nicht die selben Rahmenbedingungen haben wie beispielsweise unsere amerikanischen Gastgeber." Richtig: Die USA sind in noch mehr Kriegen unterwegs, zählen noch mehr Tote und ihre Krüppelmannschaft ist viel größer als die deutsche. Das sind viel schönere Rahmenbedingungen.

Um das zu ändern schreibt die AfD in ihr Programm: "Sicherheit und Freiheit Deutschlands und seiner Verbündeten sind im Finanzhaushalt mehr als heute angemessen zu berücksichtigen. Umfang und Ausrüstung der Streitkräfte müssen sich nach deren Aufgaben und den außen‐ und sicherheitspolitischen Erfordernissen richten." Diese Aufrüstungsfanfare der Petry-Partei muss die von der Leyen gehört haben: Da fordert sie doch gleich 14.300 Soldaten und 4400 Zivilisten mehr für die Armee. Die Aufstockung ist "nach heutiger Lage notwendig", kann man von der Kriegsministerin hören und die AfD liefert die offen brutale Erklärung dazu: "Wir sind für die Freiheit der Handelswege, der internationalen Kommunikation ... und für die gleichberechtigte faire Nutzung der globalen Ressourcen" schreibt sie in ihrem NATO-Programmabschnitt.

Na klar: Ganz fair will man sich die globalen Rohstoffe aneignen, die anderen Völkern gehören. Das geht nicht ohne Waffengewalt. Und bin ich nich gleichberechtigt, dann brauch ich Gewalt: Das sollte an den Zäune rund um die NATO-Kasernen plakatiert sein. Eben weil die Bundeswehr ja eine Verteidigungsarmee ist, will die blutige Ursula auch eine weitere Boarding-Kompanie im Seebataillon aufgestellt sehen. Gestärkt werden sollen auch die Spezialkräfte des Heeres und der Marine. Das Kommando Spezialkräfte [KSK] in Calw soll rund 160 zusätzliche "Unterstützungskräfte" erhalten. Wer jetzt bei der Boarding-Kompanie an Waterboarding denkt, liegt so völlig falsch nicht: Wie soll die tapfere Marine sonst beim Aufbringen von "Piraten" an Feind-Informationen kommen? Und die Aufstockung der "Spezialkräfte" – der Killerkomandos der Bundeswehr – dient natürlich nur der Verteidigung. Wenn zum Beispiel der Russe mit seinen Panzerarmeen die deutsche Grenze überschreitet, dann werfen sich unseres KSK-Elitesoldaten aber vor die Ketten!

Deutschland ist ein reiches Land. Das kann sich jetzt eine weitere Partei zur Ganz-weit-vorne-Vereidigung leisten: "Wir setzen uns dafür ein, den europäischen Teil der atlantischen Allianz deutlich zu stärken", schreibt die AfD in ihr Programm. Und langsam weiß man nicht mehr: Führt die von der Leyen der Petry die Feder oder die Petry der von der Leyen? – "Lasst uns eine Wahnsinns-Show in Gedenken an all unsere gefallenen Kameraden, die es nicht zurück geschafft haben, auf die Beine stellen! Wir sind Invictus!" brüllte der irre Prinz Harry zur Eröffnung der Krüppel-Spiele in Orlando. Und Recht hatte er: Der Wahnsinn der Kriege hört nicht auf, wenn man Grenzschutzmaschinen wie der Petry und bürokratischen Killer-Apparaten wie der von der Leyen und ihren Hintermännern weiter das Steuern der Armeen überlässt.

Uli Gellermann | rationalgalerie

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