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Abwassergeschichten
04|03|2010



Das neue Sieb am Banter Siel am Wilhelmshavener Südstrand. Man hat zwei Querstreben "entfernt", damit die Festkörper nicht mehr hängenbleiben und das sichtbar machen, was nicht sichtbar sein soll.

Da war doch was mit Abwasser und einem über 130 Jahre alten Kanalnetz, dessen Unterhaltung zukünftig immer teurer wird.

Dieses Kanalnetz soll ziemlich marode sein. Das bestätigen Recherchen über den Abschnitt im Wilhelmshavener Arsenal, den man vor einiger Zeit renovieren wollte und in erheblichem Umfang fast vollständig ersetzen mußte. Wilhelmshaven kam um die Rechnung herum, weil das Stück Grund der Bundeswehr gehört und somit der Bund zahlt.

Viel Aufhebens machte man um diese Sanierung nicht. Jetzt aber fand der neue Chef [Olaf Schröder] von den Wilhelmshavener Entsorgungsbetrieben [WEB] anscheinend eine Gesetzesregelung, die Hausbesitzer in die Pflicht nehmen soll, ihre Anschlüsse zum eigentlichen Kanalnetz überprüfen und gegebenenfalls auf eigene Kosten sanieren zu müssen.

In der Vergangenheit, das heisst schon über 50 Jahre pumpt die Stadt das, was hinten rauskommt in ihre Vorzeigebadezone, weil das muss, das ist der Stand der Technik. Man kann zwar die Menge reduzieren, den Zeitpunkt aber nicht festlegen, wann die Fäkalien abgepumpt werden müssen, besonders aufregend während der Badesaison.

Weist man heute öffentlich auf diesen Makel hin, hat man imagemäßig sehr schlechte Karten und gilt als Nestbeschmutzer, Querulant oder Miesmacher. Gehört man auch noch der Bürgerinitiative "Die Kaiserlichen KanalarbeiterInnen" an, ist man vollends unten durch beim städtischen Obervertreter, dem Oberbürgermeister Eberhard Menzel [SPD] und gelangt mühelos in das Archiv seines Fotohandys.

"Die Kaiserlichen KanalarbeiterInnen" sorgen regelmässig dafür, dass dieses sensible Thema nicht von der Bildfläche verschwindet. Wenn Sie die Seelsorger des Wilhelmshavener Kanalsystems einmal treffen möchten, spätestens bei der alljährlichen Saisoneröffnung stören sie den Dorffrieden und klären die nicht informierten Menschen auf.

Inzwischen wurde die Europäische Umweltagentur angeschrieben und schaun wir einmal was die dazu sagen, dass die verantwortlichen Wilhelmshavener sich ihr Badewasser temporär einsauen und nebenbei das Naturwelterbe Wattenmeer erheblich belasten, mit allem, was sie so ihrem Abwasser beimischen und z. B. über die Toilette versenken.

Böse Zungen behaupten, wenn man schnell genug ist, kann man "alte Bekannte" treibend wiedertreffen, natürlich nur bei heftigem Niederschlag und gequirlt, sagen die Offiziellen. Die KanalarbeiterInnen haben da ganz andere Erfahrungen gemacht und dokumentiert.

Sie als Nichteingeweihte wollen doch bestimmt wissen, wieviel die denn abpumpen. Das können sie ganz offiziell z. B. auf der Homepage der Wilhelmshavener Einleitungs ... äh .... Entsorgungsbetriebe [WEB] nachschauen oder hier auf dem Bürgerportal.

Auch so ein Verdienst dieser hartnäckigen KanalarbeiterInnen, die übrigens am Südstrand nicht mehr baden. Hier der Vergleich von 2008 zu 2009:

Einleitungsmenge gesamt – 2009:
Heppenser Siel 521.802 m3/Jahr [an 45 Tagen]
Banter Siel [Südstrand]: 671.900 m3/Jahr [an 54 Tagen]
Handels Hafen: xxx? m3/Jahr [an 3Tagen]

Einleitungsmenge gesamt – 2008:
Heppenser Siel: 972.876 m3/Jahr [an 46 Tagen]
Banter Siel [Südstrand]: 1.009.525 m3/Jahr [an 55 Tagen]
Handels Hafen: xxx? m3/Jahr [an 2 Tagen]

Auffällig ist, dass man die Menge, die man in den Großen Hafen pumpt, dort wo immer die Segelschiffe anlegen oder sich die Schwimmer während des alljährlichen Triathlonwettbewerbes herumtreiben, nicht genannt wird.

Ist ja auch unwichtig, denn die Hauptmenge geht wie jedes Jahr an den Südstrand von Wilhelmshaven, in die Vorzeigebadezone.

Im Jahre 2009 gab es mit 1.009.525 m3 einen Rekord seit den "freiwilligen" Veröffentlichungen der WEB.


Gewarnt wird man inzwischen auch, mit einer roten Flagge am Fahnenmast, dem international üblichen Signal für Fäkalieneinleitungen in Vorzeigebadezonen, meint der Wilhelmshavener Kultur- und Umweltdezernent Dr. Jens Graul, der übrigens auch nicht mehr am Südstrand badet.

Einige hartgesottene Ratsabgeordnete springen trotz allem Wissen in die temporär bräunlich gefärbte Ursuppe, war schon immer so, kann man nicht ändern ohne das es teuer wird und keimfrei bekommen wir den Jadebusen sowieso nicht, weil auch Varel einleitet und das gesamtheitlich betrachtet unmöglich ist, meint Michael von Teichmann [FDP].

..tschuldigung für diesen etwas längeren Abstecher in die geschichtlichen Hintergründe einer hochverschuldeten Kommune, die marode Laternenpfähle absägt, weil sie kein Geld mehr hat, um diese zu ersetzen ... warum das so ist wollen sie jetzt bestimmt wissen ... das ist eine lange Geschichte ... die wir ein anderes Mal erzählen, weil wir ja beim Kanalnetz sind, dass dringend erneuert werden müßte.

Während der heißen Phase, als die KanalarbeiterInnen sogar Alternativen aufzeigten, wie man sich eine zukünftige Abwasserentsorgung vorstellen könnte, wurde auch mitgeteilt, dass man den Hausbesitzern nicht zumuten könne, ihre Hausanschlüsse auf eigene Kosten zu erneuern, um an eine eventuelle Neulösung angenabelt werden zu können.

Allein die jetzt "angedrohte" Observierung der häuslichen Anschlüsse soll pro Haus zwischen 250 Euro und 1.000 Euro liegen:
Zitat: "Diese  DIN 1986/Teil 30 besagt, dass alle Eigentümer von Grundstücken ihre Abwasseranlagen bis spätestens zum 31. Dezember 2015 auf Dichtigkeit überprüfen  und gegebenenfalls sanieren lassen müssen. „Hintergrund dieser Vorschrift ist es, die Umwelt zu schonen, Abflussstörungen und Gebäudeschäden zu verhindern sowie Kosten zu minimieren, da eindringendes sauberes Grundwasser nicht auf der Zentralkläranlage behandelt werden muss“, so Schröder...

...Entgegen der Auffassung des Niedersächsischen Umweltministeriums geht Schröder davon aus, dass die Umsetzung  der DIN 1986 sehr wohl für private Grundstückseigentümer bzw. Hausbesitzer  rechtsverbindlichen Charakter hat...."
[Quelle: lokales Heimatblatt | Dienstag, 02-03-2010]

Tja, dumm gelaufen, schon wieder vera....t!

Schröder sagte auch, dass sich die eigentlichen Abwasserkosten durch eine Kanaloptimierung sowie eine geplante 2. Druckrohrleitung zusätzlich erhöhen werden. Da sind diese fiesen KanalarbeiterIinnen natürlich voll mit schuld, weil, wenn die nicht wären, würde keiner der Touristen wissen, was für eine Scheiße da temporär während des Badevorgangs am Südstrand an einem vorbeitreibt, manchmal gemischt mit länglichen flachen weißen Streifen und dazwischen bräunlich, klumpenartig und irgendwie bekannt übelriechende Fremdkörper...

Seit jahrzehnten erzählt man den Wilhelmshavenern nun die Mär von der Versiegelung des Fäkalienaderlasses der Stadt [Banter Siel] und erhöht fleißig die Abwassergebühren, ohne sich darum zu kümmern, was gestern war.

Die nicht nachhaltige Politik der städtischen Verantwortlichen rächt sich nun, deren Häuptlinge sich und ihre Parteien mit Steuergeldern aus der Wilhelmshavener Holding quersubventioniern, irgendwie so gar nicht verfassungsgemäß und so gar nicht bereit, diese Vergütungen abzusenken, um vorbildlich zu sparen.

Der Bürger ist wie immer der Dumme und wird es solange bleiben, bis er sich vielleicht einmal wehrt. Noch läßt sich diese vesteckte Steuererhöhung stemmen, aber bei der Einführung der Kopfpauschale oder mit der Einführung der neuen Abwasserrichtlinien der Europäischen Union wird es für jedweden Privatier unangenehm eng werden.

Diese Beispiele zeigen, das Nachhaltigkeit in Wilhelmshaven noch lange nicht angekommen ist, was auch Geld gespart hätte.

Die kreisfreie Kommune ist fachpersonell äusserst schlecht besetzt. Aktiv wird man immer nur, wenn gesetztliche Vorschriften die Kommune völlig überraschend treffen.

Draufzahlen ohne hinzusehen ist in Wilhemshaven anscheinend immer noch Konsens - dazulernen ist was für andere!

... ach ja, weil das alles gesetzlich gedeckelt werden kann, was da so fließt, bekommen die Badegäste eine neue zusätzliche Zuleitung in den Jadebusen, quasi als Extra des Jahres:
Neue Wasserleitung in den Jadebusen: BANTER SEE Einleitungen liegen im zulässigen Rahmen – Suche nach Phosphaten!

Danke! - Wir und die ahnungslosen Badegäste freuen uns schon.



Wolf-Dietrich Hufenbach
Dokumentarfilmer | Wilhelmshaven

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Eine Menge Wilhelmshavener Bürgerinnen protestieren unter dem Motto "Planungswahnsinn am Banter See tut 5.000 Menschen weh" für den Erhalt des Banter Sees, so, wie er ist. Sie wehren sich gegen eine Wohnbebauung für "Priveligierte". Mehr dazu in einem Video ... [das Bild ist vom 15-07-2014] ... .... zum Video | youtube ...



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