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Unheilbar ...
23|08|2011



Wilhelmshaven: Gescheiterte Industriepolitik, soweit das Auge reicht - Die Welt ist eben nicht genug.

... oder: noch einmal Großindustrie, weil ja sonst nichts fruchtet?

Nachdem beim DGB-Wirtschaftsgipfel auf der Rambla alte Konzepte durchgekaut, aufgewärmt und nochmals hochgekocht wurden, kommt ein alter Bekannter zu Wort, Anton van Weelden, ehemaliger Leiter der Raffinerie Wilhelmshaven. Er möchte nach dem Niedergang der bestehenden Raffinerie und dem unsäglich einspurigen Großindustriealisierungskonzept für die Stadt genau das nochmals installieren, was Langfristigkeit und Nachhaltigkeit in Sachen Arbeitsmarktpolitik konsequent ausschliesst.

Visionäre, so Altkanzler Helmut Schmidt, sollten zum Arzt gehen, besonders die "unheilbar" Kranken, so unsere Interpretation des Vorhabens, und vor allen Dingen die,  die mit aufgewärmten Rezepten immer wieder das empfehlen, was schon vorher nicht klappte.

Seit Jahren führt man die eigenen Politik und letztendlich sich selbst ad absurdum und wird irgendwie nicht schlauer. Trotz sichtbarer und spürbarer Auswirkungen auf Wilhelmshaven gibt man sich imprägniert gegen die Überlegung, seine eigenen Gedankengänge einmal überarbeiten zu müssen.

In Haaren an der Ems ist das wie an einigen anderen Küstenstädten anders, dort setzt man auf Nachhaltigkeit und klammert sich nicht zwanghaft an ein Containerhafenprojekt. Eine Produktionsstätte für Rotorblätter für Windenergieanlagen entsteht dort, Hallen so groß wie drei Fußballfelder und man fragt sich, warum dieses Werk nicht in Wilhelmshaven steht.

Der "Peak Oil", d. h. die Spitze des Ölförderung liegt hinter uns, was eigentlich fast jeder begriffen haben müsste und was es für das Klima bedeutet, wenn wir weiter Verbrennungsmotoren bauen oder Plastik in der Welt "verstreuen", kann sich auch fast jeder ausrechnen. Nicht genug, dass Wilhelmshaven mit seinen Kohlekraftwerken seinen ganz eigenen Beitrag zum Klimawandel leistet, soll der Rückfall in die Steinzeit mit der Begehrlichkeit eines erneuten Raffineriebaus regelrecht zementiert werden.

Nachhaltige Wirtschaftspolitik, die Wilhelmshaven dringend benötigt, wird durch die ewig Gestrigen zum x-ten Male verhindert und am liebsten würden diese Wirtschaftsakrobaten und Laienpolitiker noch für den Bau eines Atomkraftwerk in "Boomtown" stimmen, wenn sie könnten, um den CO2-Ausstoß zu verringern.

Mittendrin das lokale Heimatblatt, dass "völlig unabhängig" nur über einen Oberbürgermeisterkandidaten berichtet und sich wie selbstverständlich in den Chor einreiht, weil man natürlich bestens mit Kampagnenjournalismus an der Vermarktung von Mördermilliardenprojekten mitverdient.

Eigentlich sollen die BürgerInnen doch zukünftig mitbestimmen, wenn größere Bauvorhaben das Gesicht Wilhelmshavens verändern oder gilt das für die Zeit nach der Wahl?

Wo sind sie denn, die großen Parteien mit ihren Postkarten, auf denen man seine Wünsche artikulieren kann - alles nur Lippenbekenntnisse, um wieder einmal eine Wahl zu gewinnen und das Volk wieder jahrzehntelang in die Irre zu führen? Reicht ein gescheiterter Containerhafenbau, das Raffineriesterben, zwei geplatzter Flüssiggasträume, eine zweistellige Arbeitslosenquote und die drohende Stadtverschuldung mit vielen Unbekannten in der Wilhelmshavener Holding nicht aus, um den eigenen Denkprozess wieder in Gang zu bringen?


Sollen wir Wilhelmshaven endgültig den Lobbyisten überlassen oder wäre es nicht besser, das Mitspracherecht bei Industrie- und Gewerbeansiedlungen zu rekultivieren, damit Arbeitnehmer mit vernünftigen und gerechten Löhnen nach Hause gehen und Wilhelmshaven wieder zu der "Grünen Stadt am Meer" werden kann, die sie einmal war?

Haben Sie jemand aus der hiesigen Wirtschaftsförderung bemerkt, der sich jemals um nachhaltige Wirtschaftspolitik in Sachen Windenergie bemüht hätte?

Statt dessen spinnt man lieber Träume von einer Direktverbindung der Containerhäfen zwischen Bremerhaven und Wilhelmshaven, weil man an der nächste Krise so richtig teilhaben möchte. In Boomtown macht man eben keine halben Sachen, und wenn leiden, dann fast alle und möglichst langfristig.

Sind unsere KommunalpolitikerInnen Auslaufmuster, die nichts begreifen wollen und sollen deren WählerInnen ebenfalls nichts begreifen?

Ist das Ganze wieder einmal ein Ablenkungsmanöver, um mit neuen Hoffnungen und unhaltbaren Arbeitsplatzversprechen zuzüglich unvorstellbarer Investitionssummen von den Versäumnissen der vergangenen Dekaden abzulenken?

Die Erneuerbaren Energien sind auf dem Vormarsch und schaffen massenweise qualifizierte Arbeitsplätze. Nicht nur Siemens setzt alles daran, auf diesem Sektor Markführer zu werden und das Gros unser kommunalen VolksvertreterInnen merkt einfach gar nichts?

Sind wir bald wieder antizyklisch, d. h. wollen wir es in negativer Hinsicht bleiben?

Ist das Verhalten vom Gros der KommunalpolitikerInnen Vorsatz oder Unvermögen?

"Wenn Sie einen Ort suchen, an dem sich Geschichte wiederholt, müssen sie nach Wilhelmshaven kommen" könnte der neue Slogan heissen - Innovation suchen Sie bitte woanders!

Auf die Gefahr, das wir uns wiederholen, hier noch einmal ein paar deutliche Worte von gestern:
"Ein Kollege von mir sagt immer, Ich kann gar nicht soviel Essen, wie ich kotzen möchte ... "


Wolf-Dietrich Hufenbach
Dokumentarfilmer | Wilhelmshaven

Links:
Video: 30|10|2010 Raffineriesterben
Video: 30|10|2010 Interview mit Johann van Weelden
22|08|2011 Wirtschaftsgipfel auf der Rambla
22|08|2011 Spatenstich für neues ENERCON Rotorblattwerk in Haren

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Eine Menge Wilhelmshavener Bürgerinnen protestieren unter dem Motto "Planungswahnsinn am Banter See tut 5.000 Menschen weh" für den Erhalt des Banter Sees, so, wie er ist. Sie wehren sich gegen eine Wohnbebauung für "Priveligierte". Mehr dazu in einem Video ... [das Bild ist vom 15-07-2014] ... .... zum Video | youtube ...



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