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Nashi
24|08|2012



In Wilhelmshaven hat der Größenwahn Hochkonjunktur [Straßenschild auf dem im Bau befindlichen Containerhafen].

Völlig unbemerkt von der restlichen Weltpresse, hat die Wilhelmshavener Tageszeitung [WITZ] exclusiv eine Sensation öffentlich gemacht. Wenn auch mit Schalldämpfer, hanseatisch schlicht, so ist es doch der Startschuß für die Nabe der Welt in Rotation zu gehen: "Erster Container ist unterwegs".

Hier an der Jadeküste, direkt an dem berühmten, seeschifftiefen Fahrwasser,  gibt es tideunabhängig, was immer noch nicht jeder weiß, einen Hafen für Container. Am kaikantigen Ende einer riesigen Sandwüste soll einmal Schiffsverkehr stattfinden.

Die entspannte Leere des Geländes beeindruckt. Doch irgendwas vermißt man. Und auch dem absoluten Laien in Sachen Welthandel wird spontan klar:
"Hier fehlt die zweite Ausbaustufe." Ein Wunsch, zu dem schon ein nur rudimentäres Harmonieempfinden drängend aufruft. Auch eine Ödnis bleibt nicht gern allein.
 
Neu angelegte Straßen durchkreuzen die Sandebene und zeigen den Weg in die weite, weite Welt. Wie die Radspeichen eines Wheel of Business - oder so. Sie weisen den Weg zum Nordmeer, zum Atlantik und in die Arktis - und so heißen sie denn auch in bescheidener Kürze. Autobahn, reimt sich gut auf Größenwahn.


Gähnende Leere auf dem im Bau befindlichen Containerhafen - Investoren dringend gesucht!
 
Wenn nicht gerade ein Sandsturm die Sicht verschleiert, erkennt man in der Ferne, als Zeichen reger Betriebsamkeit, das einsame Gebäude von Nordfrostseehafenterminalalleininhaber Bartels. Dem Ziel des weltreisenden Obstbehälters. Selbst die Möwen sind hier noch nicht richtig heimisch geworden.
 
Im Osten Chinas hat sich ein Früchtecontainer auf den Weg gemacht. Von der Grünen Insel [Qingdao] zur Grünen Stadt am Meer. Ein quasi innerdeutscher Verkehr, denn bis 1914 gehörte die Stadt als Kolonie zum Deutschen Reich. War also beides mal dem Kaiser seins.
 
Auch diese Küstenmetropole ist weltweit bekannt. Dort für das Bier, das man seit der Kolonialzeit braut, wir hier für unseren unbändigen Appetit auf Labskaus. Und nun knüpft eine Apfelbirne, saftig süß, das verbindende Band erneut. Knallhartes Obstgeschäft und blumige Romantik reichen sich die Hand.
 
Die Nashifrucht selbst hat ja schon etwas verbindendes. Ist doch gerade im Neudeutsch aller Wichtikusse immer wieder der Satz zu hören: "Da vergleichen Sie aber Äpfel mit Birnen", um das Beherrschen feiner Differenzierungen zu dokumentieren, zu denen sie fähig sind. Da ist in der Nashi alternativlos die Synthese des Unvereibaren gelungen. Das gibt Hoffnung - für so manches.
 
Was den gewissenhaften Heimatblattleser nun natürlich fortdauernd, fragend beschäftigt: Was macht der Container? Wie geht es der Nashi? Wo wird sie jetzt gerade sein? Wann wird sie hier die Neue Welt an der Jade erreichen? - Und so schwimmt man im Geiste die Wege der Seefahrer, von Hanno, dem Karthager bis zu Thor Heyerdahl und weiter mit der Nashi, der kreuzfahrenden Zwitterfrucht, durch die Ozeane des Planeten.
 
Wird es eine Ankommensfeier geben? Wann, Wie, Wo ? Fragen über Fragen. Fällt das Ereignis in die Ferien, oder muß man den Kindern Schulfrei geben? Dixiland oder Shanty? Wer hält die Laudatio? Wird der Stadttreidler in eine saftige Nashi beißen und seine Hymne nuscheln? - Wir sind gespannt.

"Was hat das alles mit dem Jade Weser Port zu tun?" - Fast nichts. Aber, egal wo der Früchtecontainer an Land geht, er wird ins hiesige Hafengelände verbracht werden, irgendwie, von wo auch immer. Vielleicht mit dem Schienenersatzverkehr?
 
Wenn auch durch die Hintertür, so ist es doch eine kleine Hafeneinweihung. Also, vorsorglich die Motten aus dem Sonntagsanzug schütteln, Fähnchen bügeln und die tägliche Headline im Heimatblatt verfolgen. Und eventuell das Guinessbuch bereithalten.


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Wilhelm Schönborn
Investigativer Rentner

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