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Ausgegrenzt: Auftrag erfüllt?
19|11|2012



Auf dem Podium nach der Präsentation des Filmes "Ausgegrenzt" sassen nicht die ewig gleichen elitären Geister, die wir beinahe tagtäglich in der Kommune am Tiefen Fahrwasser bewundern müssen.

"Auf den ersten Rängen preist man
dienstbeflissen und wie immer die Moral.
Doch mein Ego ist mir heilig,
und ihr Wohlergehen ist mir sehr egal. ... "

Konstantin Wecker

Das lokale Heimatblatt ist selten verlegen, wenn es darum geht, nicht in das kommunale Gleichschaltungsschema passende Veranstaltungen auszugrenzen und Redakteure in eine Art journalistischen Feldzug im Auftrag für das angeblich Gute zu entsenden.


Das passiert immer pünktlich zu Veranstaltungen, in denen Leitlinien der Kommune Wilhelmshaven oder deren oberster Hüter aus der Verwaltung in Gefahr scheinen, wie z. B. zum Jubiläum des 100sten Gründungstages von Wilhelmshaven 1969.

Bis heute erinnert "nichts an die Novemberrevolution, die hier auf den Schiffen der Hochseeflotte ihren Anfang nahm und die Errichtung der ersten Demokratie in Deutschland nach sich zog":
Zitat: " ... Das wichtigste, mit WHV [=Wilhelmshaven, d.V.] verknüpfte Ereignis der deutschen Geschichte ist nämlich ironischerweise die Novemberrevolution von 1918, welche den Obrigkeitsstaat, der unter Wilhelm I begann, beendet. Nichts erinnert in WHV an die Revolutionäre und die durch sie erst ermöglichte erste deutsche Republik. ... "
[Quelle: DGB Wilhelmshaven, Erklärung des Arbeitskreises "Wir wollen keinen Kaiser!", Oktober 1993]

Geschichtshistorie vom Lokalen Heimatblatt erschöpft sich bis heute in militärischer Verklärung. Anstatt der Geschichte ins Auge zu sehen, feiert man die Helden, die auf dem Schlachtfeld fielen, weniger bis überhaupt nicht die, die Geschichte schrieben, indem sie sich den martialischen Tugenden verweigerten, um nicht sinnlos zu sterben.

Entgegen fleissig artikulierter Stigmatisierungen gegen linke Programmatik in Boomtown wurde schon seit Jahrzehnten die Planwirtschaft mit in das Konzept der Stadt integriert, eigentlich ein Unwort, das es im Zusammenhang mit der politischen Gemengelage Wilhelmshavens offiziell gar nicht geben darf:
Zitat: " ... Der wirtschaftspolitische Elitendiskurs in Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und Politik wurde nun zunehmend von der Einsicht geprägt, daß wirtschaftliche Prosperität als elemantare Voraussetzung gesellschaftlicher Stabilität künftig planvoll organisiert werden müsse. ... "
[Quelle: Michael Ruck: Ein kurzer Sommer der konkreten Utopie]

Bis heute hat dieser elitäre Gigantismus Wilhelmshaven nicht einen Millimeter vorangebracht, trotzdem wird er nach wie vor praktiziert [Große Schreibmaschinenfabrik, großer Hafen, große Lebensmittelfabrik, große Niedersachsenbrücke , viele viel zu große und nicht realisierte Industrievorhaben, wie z. B. die Gasverflüsigungsanlagevision auf dem Voslappper Groden Nord, ...].

Bezeichnend auch bis heute, wie die Stadt mit ihren Kritikern umgeht, die allerdings auch so manches Mal austeilten.

Blättert man in der Geschichte etwas zurück, kann man nachlesen, wie Kritiker schon vor der Machtergreifung Hitlers über das Schreibverhalten des von den Sozialdemokraten als "Wilhelmshavener Leibblatt der Nazis" titulierte kommunale Propagandaorgan spotteten:
Zitat: " ... Der sozialdemokratischen "Republik" entnehmen wir in diesen Jahren die folgenden, auf die "WZ" gemünzten Spott-Zeilen: "Im Reiche der Blinden war der Einäugige schon immer König. Und ein Königtum will das Konkurrenzorgan doch bekanntlich gern wieder haben. Eines hat es sogar schon. In Erbpacht sogar: das Königreich der Lüge".
[Quelle: "Republik" | 16-11-1929, gemünzt auf die Wilhelmshavener Zeitung, die noch vor der Machtergreifung Hitlers mit den Nationalsozialisten sympatisierte (aus: Die Braune Stadt am Meer)]

Das waren ein paar Beispiele, die sich aber bis heute durch die Geschichte der Jadestadt ziehen, wie der berühmte "Rote Faden".

Bis heute leidet Wilhelmshaven unter dieser eindimensionalen Sicht der Dinge, die die Welt bewegen sollen und bis heute rechnet man mit etwaigen Störenfrieden ab, als wäre man ein ganz besonderes Presseorgan, als würde sich die Medienlandschaft in und rund um Wilhelmshaven gar nicht verändern.

Ignoranz und Ausgrenzung prägen den Charakter einer Gazette, die sich am besten täglich einen neuen demokratichen Anstrich gönnt, so, wie der Wind gerade weht oder wehen soll, Hauptsache monertär verwertbar.

In der Vergangenheit waren es einschlägige Redakteure, die immer wieder dann ihr Zepter der ganz persönlichen Vernunft mit monetärem Hintergrnd in den Ring werfen, wenn es brenzlig wird und sich Kritiker an der Basis dieses sumpfigen Konstruktes aus Politik und Presse versuchen, so auch beim Erscheinen des Dreckigen Sumpfes:
Zitat: " ... Am Anfang des Buches ist eine Geschmacklosigkeit des Schreibers Gerd-Peter Eigner abgedruckt ... "
[Quelle: "Lokales Heimatblatt" | 30-07-1983]

Die Geschmacklosigkeit lautet:
Zitat: " ... Nirgendwo sonst wurde mir so deutlich wie in Wilhelmshaven – einer für den Krieg gebauten Stadt –, daß der Wiederaufbau eine Art Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln war. ... Mental ist die Neutronenbombe, so will es mir scheinen, hier schon seit langem erfunden: Der Mensch wird vernichtet – die Sachen bleiben verschont."
[Quelle: "Dreckiger Sumpf" - Vorwort: Gerd-Peter Eigner, Rom (sechs Monate Stadtkünstler in Wilhelmshaven) | 1983]

Aufklärerisch gibt sich das Lokale Heimatblatt am 30. Juli 1983 und beschreibt Vorwürfe wie Korruption oder Vetternwirtschaft z. B. in den "besseren Etagen der Olympia Werke AG" durch die investigative Recherche anderer Zeitungen als längst bekannt und kocht die Aufregung herunter, zunächst zum Schutz ortsansässiger Politiker oder höherrangiger Verwaltungsangestellte. Das Printorgan gibt den Kritikern deutlich zu verstehen, das sie in Wilhelmshaven nichts verloren haben.

Zum Grundtenor der Beschreibung des "Dreckigen Sumpfes" zählt, das man sich die Zähne an der Kommune ausbeissen soll, einer Kommune über die Michael Diers von Radio Jade am 8. November 2012 im Zusammenhang mit der skandalträchtigen Finanzlage des Reinhard-Nieter-Krankenhauses kommentiert:
Zitat: " ... Immer wieder wird vom dritten dreckigen Sumpf gesprochen. Zweimal wurde schon über Machenschaften Wilhelmshavener in Buchform berichtet, jetzt könnte ein drittes Buch durchaus gefüllt werden können. ... "
[Quelle: Die Finanzmisere beim RNK | Ein Kommentar]

Der Film "Ausgegrenzt" passte somit auch nicht mitten in die Krise eines Verwaltungsangestellten, ein Film, der sich mit den Menschen auseinandersetzt, die aktiv aufklärerisch die Geschichte der Kommune aufarbeiten, denn ohne die bewusste und objektive Verarbeitung der Historie ist eine Weiterentwicklung oder eine gedeihliche Zukunft wohl kaum möglich.

Die Befürworter und Mitstreiter aus Industrie, Lobby und mitverdienender Presse, also die Befürworter dieser Planwirtschaft, sträuben sich natürlich gegen Mitbestimmungsrechte ihrer BürgerInnen nach dem Motto:
"Never change a winning team für einige wenige!"

Die Motivation und der Zuspruch, da weiterzumachen, wo wir mit unserem Film angefangen haben, sind groß, von den "einigen wenigen", wie zu erwarten, wieder einmal nicht.

Nochmals wurde berichtet, ohne dass der Redakteur mit den Menschen sprach, die den Film produzierten oder die, die die Veranstaltung organisierten und beim Ehrengast reicht anscheinend Wikipedia, um dann im gleichen Atemzug alle als Gleichgesinnte auf dem Podium zu deklarieren, von denen sich einer gerne in der Opferrolle sieht.

Im lokalen Heimatblatt wird die Tradition zur Weitergabe der wahren Wahrheit, die vom Printorgan für die Kommune vorformatiert schon längst existiert, an Nachwuchsjournalisten durchgereicht und die Botschaft am 12. November 2012 war eindeutig: Diese Kommune braucht Menschen, die funktionieren, Redakteure eingeschlossen.

Bis zum nächsten "Bunten Herbst" 2012, der hoffentlich nicht vom Lokalen Heimatblatt mit den Worten an die Veranstalter: " ... Aktion mit Nachgeschmack ... Schädlich für die im Kern gute Sache war auch die Extremismus-Debatte im Vorfeld. Vehement hat sich die Stadt dagegen gewehrt, die Aktionswoche gegen Rechtsextremismus auszurichten. ... Im Programm des „Bunten Herbstes“ tauchte am Ende auch keine einzige Veranstaltung zum Thema Linksterrorismus oder Islamismus auf.
Da muss sich die Stadt den Vorwurf gefallen lassen, nur aufgrund persönlicher Differenzen mit dem „Netzwerk gegen Rechts“ so gehandelt zu haben. Das ist traurig. Im Vordergrund hätte der gemeinsame Kampf für die gute Sache stehen sollen. *"
[*Quelle: Lokales Heimatblatt | Kommentar Kristin Hilbinger | 10-November 2012]

Belegt wurde wieder einmal, dass es sie gibt, die persönlichen Differenzen, aber auch die Vorbilder für einen objektiveren, nicht vorformatierten Journalismus, sogar in der eigenen Redaktion!


Wolf-Dietrich Hufenbach
Dokumentarfilmer | Wilhelmshaven

Links:
10|11|2012: Über das Innenleben einer vermeintlichen Lokalzeitung
18|11|2012: Policy Mainstreaming

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