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Besser sein – oder „nur“ gut sein?: Das Heil der Deutschen
28|04|2010



Das Motto hat schon längst seine Gültigkeit verloren. Heute herrscht der Verdrängungswettbewerb.

Die Deutschen glauben, daß sie nur überleben können, wenn sie immer und stets besser sind als die anderen.

Das ist der erste Schritt. Der zweite Schritt folgt so gleich. Sie glauben dann nämlich nach einer gewissen Weile, daß sie als Einzelne [im ersten Schritt als Kollektiv] nur überleben können, wenn sie jeweils auch als Individuum besser sind, als ihr jeweiliger Konkurrent. Und damit verhindern sie den Erfolg des ersten Schritts. Sie fangen nämlich jetzt an, sich gegenseitig zu bekämpfen. Das ist unsere Situation 2010, wie sie zur Zeit stattfindet und uns geradlinig in den Untergang treibt. In bestem Gewissen, daß wir ja nur alles tun, um auf den angeblich überall globalisierten Märkten wettbewerbsfähig zu bleiben [oder erst zu werden].

In diesem guten Gewissen glauben wir, daß wir als ursprünglich unbedeutender Hafen auf dem Gebiet der Euros ganz groß mitmischen können, mit Hamburg, mit Bremen sowieso, mit Rotterdam … So leuchten in Prinz Menzels Augen schon die Investitionsmillionen und öffentlichen Auftrittsgelegenheiten zur Belobigung seiner Zukunftsfähigkeiten ... und bei seinen Lakeien ebenfalls die Visionen großer Dienstwagen, lukrativer Pöstchen in Realisierungsgesellschaften etc. ...

Wir sind alle gut! Wir sind die Besten! Wir zeigen es den anderen, was in uns steckt! Wir krempeln die Ärmel hoch. Und entfernen mal kurz für einen Moment die goldenen Manschettenknöpfe, und stellen fest, daß unsere Unterarme mehr gebräunt sind, als die unserer Untertanen. Und daß nicht, weil wir am Südstrand zu nah an einem Gitter unseren Arm reingehalten haben …

Zurück zu unserem Thema mit mehr Ernst: Es ist wirklich ein kollektiver Irrglaube, in den wie einem unaufhaltsamen Strudel immer mehr Gehirne unseres fleißigen Volkes hineingezogen werden, daß wir inzwischen alle glauben, nur noch die BESTLEISTUNG ermöglicht dauerhaften Wohlstand und Sicherung unserer Verhältnisse.

Unsere Kinder, bereits die Kleinsten treiben wir zu solchen hin. Ohne Rücksicht auf deren seelische und dann körperliche Gesundheit. Wir prangern an sexuellen Mißbrauch durch Priester und auch andere Schutzbefohlene – zu Recht, es hat lange gedauert, bis der Tabuzaun eingerissen wurde, von den Opfern[!] wohlgemerkt, nicht von den Verantwortlichen selbst -, aber die Pillen [z.B. Ritalin], die wir allen unseren Kindern inzwischen einwerfen, wegen Diagnosen wie ADHS usw., und was noch alles hilft, um dem zunehmenden Leistungsdruck Herr zu werden, was wir damit unseren Kindern antun, und was wir unseren Kindern antun in der Hinsicht, welche verdreckte und gesundheitsgefährdende Welt wir ihnen hinterlassen, auch z.B. durch Quecksilberemissionen auf dem Rüstersieler Groden, darüber vernebeln wir unser eigenes Gehirn, weil – wir wollen ja unter allen Umständen wettbewerbsfähig bleiben auf den globalisierten Märkten …

Dieser heiligen Kuh „Wettbewerb“, ob er wirklich besteht auf dem behaupteten Marktsegment, wird gar nicht erst überprüft, es reicht allein, dieses MAGISCHE Wort auszusprechen, um sämtliche weiteren Gedankenfunktionen wie ruhige Analyse und Vorausschau der tatsächlichen Lage [das was die Deutschen einmal erfolgreich gemacht hat] über Bord zu werfen und in den Orkus der nicht realisierten Begabungen zu werfen …

In optisch bestens inszenierten neuen Begräbniszeremonien mit allem, was dazu gehört, Stahlhelm auf dem Sarg, Flagge als Decke darüber, versucht die konservative Elite im Moment, den seit 1945 etwas nachgelassenen Nationalstolz wiederzuerwecken.

GEFALLENE Soldaten müssen dafür herhalten. In den letzten beiden großen Kriegen Deutschlands waren es vor allem Rüstungsinteressen einiger Unternehmer [Krupp usw.], die internationale Händel für die Deutschen als sinnvoll erachteten. Einen wirklichen Grund gab es weder für den ersten, noch für den zweiten Weltkrieg aus Sicht der Deutschen.


Wir waren eine handwerklich und industriell geschickte Nation in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Allein der Größenwahn Wilhelm des Zweiten, dem Wilhelmshaven auch eine [vorübergehende] Aufwertung [und dann nahezu totale Zerstörung] verdankte, lenkte die Fähigkeiten, statt in – damals waren wir ingenieurmäßig führend in der Welt [!] - einen internationalen Verkauf unserer Fähigkeiten, also Ausweitung unserer Handelsaktivitäten in die Idee, uns zur – geschichtsmäßig etwas verspätet – Kolonialmacht aufzuschwingen, und dabei allen voran die Engländer nachträglich ausstechen zu wollen!!

So wie jetzt Anfang der 2000er Menzel & Co. meinten, die Hamburger nachträglich ausstechen zu können … Dummheiten wiederholen sich leider immer wieder im Laufe der Zeit … Wenn der Größenwahn [=unrealistische Selbsteinschätzung] dazu verlockt …

Auch jetzt soll Deutschland wieder militärisch präsent werden, auch in anderen Gebieten der Erde, nicht nur in Afghanistan, war aus dem Munde von unserem Verteidigungsminister bei der Trauerfeier in Ingolstadt zu hören ...“ Es werden noch weitere Soldaten fallen, auch in anderen Krisengebieten der Erde ...“ [Verteidigungsminister zu Guttenberg in Ingolstadt am 24.4.2010]. Offenbar reicht uns noch nicht Platz drei bei den Exportweltmeisterschaften in Rüstungsgütern. Wir wollen sie auch wieder aktiv selber im Ausland einsetzen. Wir wollen endlich den zweiten Weltkrieg gewinnen, den Endsieg. Oder was ist die wirkliche Motivation dahinter?

Eigentlich haben wir im Jahre 2010 andere Herausforderungen zu bewältigen: die drohende Umweltkatastrophe, aussterbende Fischpopulationen nicht nur im Jadebusen, sondern in den Weltmeeren allgemein. Sich erschöpfende fossile Rohstoffe, auf denen wir nach wie vor unseren Wohlstand aufbauen, als seien sie unerschöpflich. Soziale Schieflagen innerhalb unserer Bevölkerung, geschürt und gespeist von obigem Wettbewerbsdenken.

Jeder kann doch angeblich sich selber aus dem Dreck ziehen, heißt es immer. Jeder sei seines Glückes Schmied. Das posaunen vor allem die aus, die in die Oberschicht gleich hineingeboren wurden, und die nie bisher selbst in einer Situation wie der eines Hartz IV – Empfängers waren.

Aber als Student haben die ja auch alle von ganz wenig Geld gelebt, propagieren sie dann ohne Scham. Jeder kann sich selber aus dem Dreck ziehen, bei nicht vorhandenen Arbeitsplätzen. Aber die Clos putzen bei den Reichen kann man immer, davon gibt es genügend.


Also Deutschland verstärkt seine internationale Wettbewerbsposition am besten dadurch, daß sämtliche Begabte im Land, mit Ausnahme der hochwohlgeborenen selbst, nicht in die Universitäten strömen, sondern zu den Abflüssen der Einfamilienburgen der Oberschicht.

Liebe Eliten, auch die von Wilhelmshaven, also Familien John Niemann, Norbert Schmidt, v. Teichmann, Bernd Rech, und wie Ihr alle heißt, die lautstark das neue Projekt JadeWeserPort verkündeten:
Seid Ihr Euch wirklich sicher, daß Eure „Balgen“ [Euer genetischer Nachwuchs] allein es schaffen wird, das Schiff Wilhelmshaven, auch das Schiff Deutschland, aus den Strudeln zu retten, in die es durch die sogenannte Wirtschaftskrise und die Krisen, die noch kommen werden [Immobilienblase Spanien, Gewerbeimmobilienblase USA, Griechenland jetzt, etc., Umweltprobleme usw.], alleine herauszuführen und auch alleine zu betreiben und auch die ganze Kleinarbeit zu machen, die zu solch einem Schiffsbetrieb gehört?


Ihr verkündet „Leuchtturm“-Projekte, versprecht uns in Wilhelmshaven eine goldene Zukunft, und habt längst Eure Ferienhäuser und -wohnungen in Marbella, Hamburg, usw. Und Ihr verachtet die Kleinen, die „Hartzvierler“ usw., aber die sollen ja auch eine Gelegenheit bekommen, ihr Schicksal zu meistern, es gibt 10.000 Arbeitsplätze in Wilhelmshaven durch den neuen Hafen, mindestens soviel Klosetts wird es auf dem neu aufgeschütteten Land zu putzen geben …

Eigennutz fördert automatisch Gemeinnutz. Auch dieser Satz vernebelt so manchem das Gehirn.

Niemand hat diese These auf Stichhaltigkeit und Bewährung in der Wirklichkeit hin bisher überprüft. Sie wird nur immer wieder neu kolportiert, allen voran von der Partei, die am vergangenen Wochenende ihren Parteitag hatte.

Man kann nur von einem Kuchen etwas verteilen, der vorher auch erwirtschaftet wurde. Noch so ein Satz, mit dem man jegliche kritische Analyse im Keim ersticken kann. Man muß ihn nur aussprechen, sofort schalten alle Beteiligten ihr Hirn ab.

Daß der Kuchen eventuell vergiftet ist, mit Arsen, mit Quecksilber, mit radioaktiven Stoffen, auf die Idee kommt niemand. Weil radioaktive Strahlen kann man ja nicht sehen. Also gibt es sie auch nicht. So funktioniert das menschliche Unterbewußtsein. Und wird dadurch willfährig für Einflüsterungen mächtiger industrieller Interessen. Was nicht sein darf, darf nicht sein.

Verdrängen funktioniert hervorragend. Für eine gewisse Zeit. Und wenn dann doch etwas an die Oberfläche kommt: Dann kommt die Zeit unserer linken Gehirnhälfte: Ein Argument für vergangenes Fehlverhalten findet sich immer. Systemisch, z.B., kann man neuerdings nehmen als Ausrede oder Vernebelungswort, oder „Wirschaftskrise“. Im Falle der AKWs: Das haben wir damals alle nicht gewußt! Und die Wissenschaftler haben uns doch glaubhaft versichert ...

Und wurden dazu auch gedrängt, wie sich jetzt im Fall der Gorleben-Gutachten zeigt.

Kein Grund aber, unsere heiligen Kühe [Wissenschaft, Drittfördermittel etc., gehört auch dazu] mal auf den Prüfstand zu stellen und notfalls vom Sockel zu stoßen … Iiiiiehhh, da krieg ich Angst, das will ich nicht. Ich will weiter so sicher und angenehm leben wie bisher. Also mache ich lieber meine Augen zu und träume weiter …

Besser sein als die anderen. Das ist Artikel 1 unserer nationalen Verfassung [=Befindlichkeit]. Es ist unser Glaubenssatz Nr. 1.Er verdrängt alle anderen. Auch das Gebot der Vernunft und der Vorausschau. Der Zweck heiligt die Mittel. Die normative Kraft des Faktischen. Es ließen sich noch mehr davon aufzählen. Es braucht halt nur eine Rechtfertigung für das eigene Verbrechen, am besten eine Rechtfertigung, an die die Mehrheit glaubt. Dann paßt es schon.

Liebe Leser, faßt Euch alle an Eure eigene Nase. Es gibt nicht nur die Fehlleistungen der Eliten. Sie sind die schlimmsten, weil die Eliten es genau wissen, was sie da im Moment tun. Sie handeln also vorsätzlich. Es gibt auch die Fehlleistungen derjenigen, die die Eliten stützen und wählen. Und die finden an Stammtischen, auf Parteitagen, in Treppengesprächen usw. statt.

Selbstkritik ist nicht en vogue, wichtiger ist es, daß man immer ein Stück besser ist, als gerade sein Nachbar.

In diese Falle tappen wir alle irgendwann mal, weil wir alle als Deutsche diesem Virus ausgesetzt sind. Der eine hat gerade mal etwas mehr Abwehrkräfte dagegen, der andere etwas weniger. Der sogenannte Wettbewerbsgedanke scheint im Moment der gefährlichste und auch der verbreitetste zu sein. Bis in unser Schulwesen ist er vorgedrungen.


Lernen wie "wir" früher, in Ruhe ist vorbei. Eine Schule nach der anderen fällt dem demografischen Wandel zum Opfer und neue Lehrer sind zu teuer.

Bald führen wir im Kindergarten die zweite Fremdsprache und dritten Naturwissenschaftsförderungskurs ein. Von den Bauklötzen direkt zum Nobelpreis. Zum Ruhme Deutschlands. Und zur eigenen Beweihräucherung, denn wir als Eltern brauchen uns dann niemals Vorwürfe hinterher machen, wenn es trotzdem schief geht.

Und wir keinen Hochbegabten als Fratz geboren haben. In Deutschland können alle hochbegabt sein, und alle dann Manager werden. In einem DAX-Konzern. Das ist unser gesellschaftliches Leitbild zur Zeit. Es wird weder hinterfragt, ob es so viele gut dotierte Vorstandsposten überhaupt gibt [für 35 Millionen Erwerbstätige: alle können Vorstand werden!!!]. Und ob das realistisch ist, den gesamten Volksschuljahrgang zu Jugend musiziert [im internationalen Konzert] zu treiben.

Keiner hinterfragt diese deutschen Leitlinien deutscher Politik. Die inzwischen am Hindukusch auch verteidigt wird. Gibt es dort, unter den Afghanen, nicht auch ein paar hoffnungsvolle Talente für unsere Vorstandsetagen? Die warten bestimmt alle darauf, daß sie von uns entdeckt und gefördert werden … Deutschland als Leitkultur. Von den anderen Nationen ungefragt dazu selber ernannt von Herrn Schäuble & Co.

[Die CDU brachte diesen Begriff zum ersten Mal im Zusammenhang mit dem Beitrittsgesuch der Türkei zur EU, den es abzuwehren galt aus Sicht der CDU, stattdessen solle eine „assozierte Mitgliedschaft“ angestrebt werden, eine zweiter Klasse sozusagen, nur verbal verbrämt.]


Deutschland soll wieder Nr. 1 werden in der Welt. Wieder? Wann waren wir es denn einmal? Mit Soldaten überall, die unsere Freiheit überall verteidigen. Vorneverteidigen müßte man wohl ehrlicherweise zugeben. Vorneverteidigen. Ein schönes Wort, wie auch das eben erwähnte von unserem ehemaligen SPD-Verteidigungsminister [...Hindukusch...].

Und die beste Voraussetzung dafür, eine globale „leadership“ zu erreichen, ist uns im Land selbst intern selber auszustechen und gegenseitig zu neiden und zu belauern und zu bekämpfen. Das ist die beste Voraussetzung dafür. Das macht nämlich alle stark. Zumindest alle, die „oben“ ankommen.

Die, die durch „Burnout“, „ADHS“, „Depression“, Suizid etc. ausfallen, die haben eben Pech gehabt.

Die brauchen wir dann auch nicht. Das sind die Versager. Sie spiegeln auf hervorragende Weise unser eigenes Versagen im Denken [und Fühlen]. Wenn sie untergehen, beruhigt das unsere eigene Seele. Unsere Seele von uns Leistungsträgern. Auf unseren Schultern ruht alles. So denken wir Eliten. Die, die dazugehören. Die immer alles richtig gemacht haben im Leben. Wie schön, wenn wir uns ständig so selbstrechtfertigen können.


Heidi Berg

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