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Weggeschwiegen
15|02|2011



Du wollen Hafen kaufen? ... ich bin doch nicht blöd.

Alles muss so bleiben, wie es immer war.

Deshalb erfahren wir ja auch nichts kritisches mehr über den Containerterminal Wilhelmshaven [CTW: ehemals JadeweserPort] aus dem lokalen Heimatblatt, sondern von Radio Jade oder aus der Neuen Osnabrücker Zeitung [NOZ].

Über Geld, das durften wir in den letzten Monaten erfahren, schreibt man einfach nicht mehr, wenn die Kosten explodiert sind, denn dann könnte das "Jahrtausendprojekt", dem eine erhebliche Konkurrenz nicht nur aus Rotterdam und Antwerpen droht, noch mehr "kippen", d. h. eigentlich hat es schon längst gewaltige Schlagseite, was man dem Steuerzahler natürlich nicht gerade aufs "Butterbrot schmieren" möchte.

Am 27. Januar 2010 schreibt die NOZ:
Zitat: "Bunte klagt gegen Mehrkosten bei JadeWeserPort
Der Streit um die Mehrkosten beim Bau des JadeWeserPorts in Wilhelmshaven kommt nun vor Gericht. ...
... Auch wenn es um tatsächliche Mehrkosten von 50 Millionen Euro gehe, werde die JadeWeserPort-Gesellschaft nun zunächst auf 15 Millionen Euro verklagt. „Es geht um einen Teilbetrag wegen der Stahlmehrkosten“, sagte der Bunte-Sprecher. ... "

Auch im Jahre 2011 hat sich nichts verändert und unter der Überschrift "In der obersten Liga angekommen " liest man am 11. Februar:
Zitat: " ... Millionenklage
Mit Spannung schaut die Bunte-Firmenleitung Mitte März Richtung Landgericht in Oldenburg. Wendt: „Wir haben gegen die Realisierungsgesellschaft des Jade-Weser-Ports eine erste Klage für die Zahlung von rund 15 Millionen Euro Mehrkosten eingereicht.“ Insgesamt werde sich die Forderung auf 50 Millionen Euro belaufen. Wendt begründete diese Mehrkosten mit dem verzögerten Baubeginn und dadurch gestiegenen Rohstoffpreisen für Stahl und Treibstoffe. „Wir rechnen uns gute Chancen aus“, ist Wendt zuversichtlich. Die Arbeiten am Hafen würden unterdessen gut voranschreiten. Die ersten 1000 der 1725 Meter langen Kaikante wurden im Januar übergeben. „Wir werden Ende 2011 und damit früher als geplant fertig“, kündigt Wendt an. ... "

So steigen die Kosten, ähnlich wie bei der Elbphilharmonie oder Stuttgart 21 in unbekannte Dimensionen, aber keiner beschwert sich, jedenfalls nicht öffentlich. Im Gegenteil, die PolitikerInnen fordern sogar schon die zweite Ausbaustufe, ohne zu wissen, ob der Hafen sich überhaupt rechnet, d. h., ob das Geld, was Land und Kommune schon investiert haben jemals oder in absehbarer Zeit zum Steuerzahler zurückkehrt.

Das ist natürlich Wasser auf die Mühlen der Hafengegner, die schon immer zur Vorsicht vor dieser Art Größenwahn mahnten. Aber hier in "Boomtown" klebt man sich, bevor man nachdenkt, lieber einen Aufkleber auf das blecherne Statussymbol, damit man mit dabei sein kann, um den Lobbyisten sein sauer verdientes Steuergeld förmlich "in den Rachen" zu werfen.

In Berlin, Stuttgart oder Hamburg weht schon ein anderer Wind, denn dort sind Wörter wie "Demonstration", "Volksbegehren" oder "Bürgerbeteiligung" längst angekommen und in den Teil des Hirns eingesickert, der lange Jahre still vor sich hinödete.

In Wilhelmshaven ist man anscheinend stolz darauf, keinen Sandstrand mehr zu haben, also längere Wege für eine Selbstverständlichkeit in Kauf zu nehmen zu müssen oder man badet einfach temporär in Fäkalien am Südstrand, denn das war schon immer so.

Eine erschreckende Logik, vorgelebt durch einheimische Politgrößen, die damit werben, das sie noch nie krank geworden sind, obwohl sie in "gequirlter Scheisse" baden. So richtig überprüft worden ist das mit dem Krankwerden noch nie, allerdings ist das Interesse an solcherlei Recherchen auch denkbar gering, denn es könnte noch weitere Touristen dazu bringen, erst gar nicht nach Wilhelmshaven zu kommen, um dort ihre "Moneten" auszugeben.

Wilhelmshaven hatte einmal einen der schönsten Campingplätze am mit einem fragwürdigen Hafenprojekt überbauten Geniusstrand - damals.


Damit die Trostlosigkeit von dunklen Fensterhöhlen nicht vollends aufs Gemüt schlägt, verkleben Markler jetzt die Scheiben mit Graffitis, wie z. B. hier in der Marktstraße, gegenüber vom leerstehende Hertie Gebäude.

Somit dürfte auch der vorgesehene Spagat, also neben dem Tourismus auch noch Industrie an der Jade installieren zu können, um von beidem partizipieren zu können, inzwischen vom Winde verweht sein, denn wer fährt schon gerne an eine Küste mit zwei Kohlekraftwerken in Zeiten des Klimawandels. Wenn beide rauchen nehmen wir Teil am Spektakel jährlich rund 10 Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre zu blasen, das man hier auch gleich gerne vergraben möchte, natürlich ohne Schwermetalle, von denen viele Tonnen noch zusätzlich ins Nordseewasser abwandern - mindestens 40 Jahre lang.

Das Milliardengrab Containerhafenbau an der Jade verschlang und verschlingt in absehbarer Zeit mindestens:

- 650 Milionen Euro für den Baukörper [Aufspülung + Kaje]

- 20 Millionen Euro an Ausbildungskosten

- 10 Millionen Euro für eine Autobahnanbindung

- ca. 5 Millionen Euro für eine Lärmschutzwand, die man aufbaute, die dann in sich zusammenfiel und abgerissen wurde um sie noch einmal neu zu bauen [jetzt aus Beton]

- 180 Millionen Euro kostet die Ertüchtigung der Bahnanbindung

- ca. 320 Millionen Euro würde die Lärmsanierung verschlingen, wenn denn Geld dafür vom Bund "locker gemacht" werden würde

- Wilhelmshaven investiert selbst jährlich zwischen 4 - 6 Millionen Euro für die Planung

- 12 Millionen Euro "spendete" Wilhelmshaven aus dem Haushalt, nicht etwa aus der Holding, für ein Güterverkehrszentrum

- 16 Millionen Euro kostete die Streckenertücktigung von Sande bis zur "Ölweiche"

Es fehlen noch die Kosten für die Bahnanbindung von der sogenannten Ölweiche bis zum eigentlichen Hafen, über die sich die JadeWeserPort-Realisierungsgesellschaft ausschweigt, oder die Abfindung des ehemaligen Projektleiters Wolf-Dietmar Starke mitsamt Gerichtskosten.

Und so explodieren die Kosten für ein Hafenbauprojekt, das niemand zu kennen scheint:
Zitat: " ... Bei der Festlegung eines „Transeuropäischen Verkehrsnetzes“ ist der neue Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven offenbar unberücksichtigt geblieben. ...
... „Unter den möglichen 57 für ein künftiges Kernnetz vorgeschlagenen Häfen befinden sich drei deutsche: Hamburg, Bremen/ Bremerhaven und Rostock. Wilhelmshaven fehlt in diesem Vorschlag. ...
... Gerd Will, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD im niedersächsischen Landtag äußerte sich ebenfalls sehr kritisch: „Wenn eins der größten europäischen Strukturprojekte in idealer geografischer Lage und mit besten Verbindungen zu den europäischen Wirtschaftszentren für die größten Containerschiffe, wie der Jade-Weser-Port auf der Strecke bleibt, muss die Niedersächsische Landesregierung geschlafen haben."
[Quelle: Jeversches Wochenblatt | 15-02-2011]

Gut gebrüllt Löwe, aber Ministerpräsident Gabriel [SPD] wollte den Hafen in seiner Amtszeit ebenso, wie die heutige CDU-geführte Landesregierung.

Und so verblassen die Schuldzuweisungen genau so schnell, wie sie ausgesprochen wurden, für ein Projekt, das längst in den Brunnen gefallen ist.

Stuttgart 21 hat den Weg an die Jade gefunden und die Klage der Firma Bunte für entstandene Mehrkosten von etwa 50 Millionen Euro droht nun auch noch vom Land verloren zu werden.

Alles Gelder, die jetzt fehlen und dazu führen werden, dass Wilhelmshaven im Jahre 2015, wenn nicht schon früher, überschuldet wäre.

Die SteuerzahlerInnen an der Jade sehen es anscheinend gelassen und werden sich wohl weiterhin fragen, wo denn eigentlich das Geld für die Kultur, das Bildungswesen, die sozialen Einrichtungen und die Schulen geblieben ist.

Da hätten wir einen Tipp:
Einfach ´mal wieder an den Geniusstrand fahren aber nicht suchen, denn der ist weg und ihr Steuergeld auch.

Manche Menschen, so mussten wir lernen, sind sogar bereit, für einen Autoaufkleber ihren Verstand zu opfern!

Vielleicht kommen ja demnächst die Filmproduzenten nach Wilhelmshaven, auf der Suche nach einer Kulisse für einen Film über die ehemalige DDR vor dem Fall der Mauer.

Bravo!


Wolf-Dietrich Hufenbach
Dokumentarfilmer | Wilhelmshaven

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