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Antiquierte Führungsziele nur auf der Gorch Fock?
24|01|2011



Die Gorch-Fock: Nur noch der "Schöne Schein"?

Rauf in die Takelage, wenn gerade eine Kameradin umgekommen ist, ja oder nein?

Der Medienwissenschaftler und ehemalige Rekrut auf der Gorch Fock, Rainer Burchardt, beschreibt ein eigenes Erlebnis auf dem Flaggschiff der Deutschen Marine: Als er - nur knapp einem Absturz von der Takelage entgangen – zitternd das sichere Deck erreicht, fordert der Segeloffizier ihn auf, gleich wieder rauf zu klettern. „... wenn sie da jetzt nicht gleich wieder raufgehen, dann gehen sie nie mehr rauf, und das wollen sie doch nicht.“ ["Die Gorch Fock ist kein Musikdampfer" | Deutschlandfunk | 20-01-2011].

Seine Angst überwinden, seinen „inneren Schweinehund“ überwinden, darum geht es offenbar in der Rekrutenausbildung auf See. Damit würde man erwachsen und tauglich für's Leben. So die Vorstellung in den Köpfen vieler Menschen, vor allem wohl Männer. Und Frauen bewundern diese Eigenschaften dann bei ihren Männern.

Vielleicht waren solche Mutproben oder Initiationsrituale in Naturvölkern früher, die als einzigen Feind Raubtiere in der Natur und eifersüchtige Nachbarstämme hatten, sinnvoll und sogar überlebenswichtig. Die Frage ist, welchen Hauptherausforderungen die Menschheit heute ausgesetzt ist, und ob die eben angesprochenen Rituale noch zeitgemäß sind.

Wovor haben die Menschen heute Angst?
Gibt es noch unberechenbare Raubtiere in unserer Lebenswelt, angreifende Nachbarvölker oder noch andere Gefahren?

Ich provoziere jetzt mal ein bißchen:
Angst haben die Menschen bei uns im industrialisierten Westen vor Krankheit, Alter, Tod und Wohlstandsverlust. Krankheit, Alter und Tod werden bewußtseinsmäßig möglichst ausgelagert [verdrängt], bleibt noch die Angst vor Wohlstandsverlust. Kann man diese Angst erfolgreich besiegen, in dem man auf einem romantischen Holzschiff in die Seile hoch klettert und dabei mutig auf den sichernden Karabinerhaken verzichtet? Oder indem man akribisch das Bad an Bord mit einer Zahnbürste säubert?

Irgendwie ist die Situation in Deutschland im Moment paradox:
Wir sind eines der reichsten Länder der Erde, haben eigentlich gar keine richtigen Feinde mehr, ersticken stattdessen in Massen hergestellter Konsumgüter und industriell hergestellten Lebensmittel. Eigentlich sind WIR der FEIND. Der Feind von uns selbst, von unseren Wurzeln und unseren eigenen Lebensgrundlagen. Wir müßten uns selbst zum Feind erklären und über unser weltweites Handeln nachdenken.

Stattdessen lassen wir uns von den eigentlichen Gefahren, unserer Gesamtexistenz auf diesem Planeten nämlich, ablenken:

Die „Führungskräfte“ in unserem Land, die Deckoffiziere des Lebensschulschiffs Deutschland installieren mittels Hartz Vier und dem damit verbundenen Sanktionsmechanismus eine Angst-Architektur, eine Architektur des Schreckens vor Wohlstandsverlust, um ein Drittel der Gesellschaft vom Wohlstand unwiederbringlich komplett vom Wohlstand auszuschließen, und ein weiteres Drittel, den sogenannten „Mittelstand“ bzw. die Mittelschicht kontrollierbar zu machen, nach dem Motto: Wenn Ihr nicht aufpaßt, landet Ihr auch bei Hartz Vier!

Und diesen Gefahren soll man entrinnen, in dem man einmal in seinem Leben ohne Karabinerhaken in die Takelage eines Segelschiffs klettert!

Irgendwie paßt das alles nicht ganz zusammen. Was ist das wirkliche Ziel unserer Eliten in Deutschland? Angstfreiheit der Führungskräfte, und Angstverstohlenheit des großen Rests?

Brauchen wir einen Feind innerhalb unserer eigenen Gruppe, weil die belebte und unbelebte Natur keinen mehr für uns anzubieten hat, und wir aber die Adrenalin-Mechanismen unseres Körpers nicht nutzlos ausgeschaltet lassen wollen?

Hat eigentlich irgendjemand noch einen Durchblick, was wir da treiben im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts?

Die Vorkommnisse an Deck der Gorch Fock und auch die Angstarchitektur unter den Soldaten in Afghanistan und die Angstarchitektur im Zusammenhang mit dem Euro und den drohenden Milliarden-Pleiten unserer Finanzsysteme [Spielcasinos] sind in Wirklichkeit ein Spiegel unserer eigenen Seelenwelt und des Zustands unserer gesellschaftlichen Selbstorganisation angesichts drohender reeller Gefahren und rein inszenierter gar nicht existierender Gefahren.

Was sind echte Gefahren in unserer Welt?

Ein Melt-down eines Atomkraftwerks zum Beispiel. Dann ist ein gesamter Landstrich hin, unbewohnbar für Jahrtausende. Aussterben wertvoller Tier- und Pflanzenarten als hochdifferenzierter Gen-Pool der Schöpfung. Zusammenbruch unserer Ökosysteme infolge dieses völlig unnötigen Ausrottens vieler Tier- und Pflanzenarten und Außerkraftsetzen unseres Klimagleichgewichts mittels überschleunigten Verbrennens gebundenen Kohlenstoffs in flüssigen und festen „Rohstoffen“ unter der Erde.

Wie können wir diesen Gefahren begegnen? Indem wir unsere Angst vor unserem inneren Schweinehund überwinden?

Vielleicht ja. Wenn wir dann dadurch so mutig werden und den wahren „Feinden“ unseres erreichten Wohlstands die Stirn bieten. Als erstes unseren eigenen Wohlstands- und Sicherheitsfantasien. Das Schlaraffenland, in dem wir im Moment leben, überschreitet längst die Grenzen dessen, was die Natur selber hervorbringen und immer wieder neu erzeugen kann.

Die Lebensmöglichkeiten auf der Erde [runder Planet] sind physikalisch begrenzt.

Die Ritter der neoliberalen Lebenstheorie können nur punkten, solange wir uns deren proklamierte Wachstumsmärchen zueigen machen. Ein Deutsche Bank Chef kann nur dann auf Raubzüge gehen, wenn wir heimlich neidisch sind auf seine Millionen.

Wir brauchen keine Angst mehr vor stürmenden Winden zu haben und gierigen Meerungeheuern. Aber die Bulldozer, die den Regenwald täglich niedermähen, die zerstören alles, was uns im Moment wertvoll ist. Und diese Bulldozer fahren nur deshalb, weil wir Europäer weiterhin genügend Benzin, zukünftig „Öko-Benzin“, in unseren Autotanks haben wollen. Honig soll fließen immerfort. So ist es im Schlaraffenland. Wenn wir wirklich „auftakeln“ wollen, mit Mut und Lebensfreude, dann müssen wir es in Brasilien tun, und in unseren Köpfen.

Damit, daß unser Märchenprinz zu Guttenberg jetzt, zwei Monate nach dem Unglück auf dem Segelschulschiff, publikumswirksam „aufräumen“ will [wir dürfen gespannt sein], ist es allein nicht getan. Die Probleme liegen tiefer. Er - und die kritische Öffentlichkeit - müßte schauen und analysieren, wo noch in Führungsetagen, also z.B. in den Führungsetagen deutscher Konzerne oder unserer Kirchen, oder Parteizentralen [man erinnere sich an die Basta-Politik Gerhard Schröders und Münteferings], „überkommene Rituale, die nicht mehr in unsere Zeit passen“, so die Nachrichtenlage vom Sonntag, unsere Entscheidungsmechanismen innerhalb der Gesellschaft beeinflussen und dominieren.

Eure
Heidi Berg

P.S.
Lesenswert auch das Interview mit einem gechassten Bundeswehroberstleutnant, Jürgen Rose:
Der Soldat als "Bürger in Uniform" | Deutschlandfunk | 22-01-2011
Er hatte sich geweigert, die Logistik für den Tornado in Afghanistan entgegen dem Grundgesetzverbot des Angriffkrieges zu organisieren. Daraufhin wurde er in den vorzeitigen Ruhestand versetzt.

Links:
23-01-2011 | Eltern ertrunkener Kadettin fordern Klarheit von Guttenberg

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