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Sommerlochhafenpolitik
24|08|2015



Die PolitikerInnen hätten ´mal besser noch während des Hafenbaus die Reissleine ziehen sollen. Jetzt im Sommerloch wegen der Konkurrenz auf die Tränendrüse zu drücken klingt echt schal.

Negativtrend beim Welthandel

Vor einiger Zeit wurden noch Zeilen abgedruckt, dass es keine Konkurrenz der Häfen in Nordeuropa gäbe. Nordrange war ein Fremdwort und bei denen die es kannten, ein Warnsignal.

Nun, nachdem ein Milliardengrab einfach keinen Anschluss an die anderen Containerhäfen findet, ist alles anders.

Sogar der amtierende niedersächsische Wirtschaftsminister, Olaf Lies [SPD], warnt in Bensersiel am 20. 08. 2015:
Zitat: " ... Es dürfe nicht unterschätzt werden, dass Deutschland in einem internationalen Wettbewerb stehe, so Lies. Vor allem im Westen und Süden Europas hätten die deutschen Häfen Konkurrenz. Darum sei es wichtig gemeinsam den deutschen Vorsprung auszubauen."
[Quelle: Radio Jade | 21-08-2015]

Leider ist das für die Containerhafenskeptiker nichts neues, die schon vor Baubeginn warnten, dass sich Niedersachsen mit dem Bau eines überflüssigen Hafens in Wilhelmshaven eine Investitionsruine vor die "Haustür" baut. Eine Refinanzierung wird es nie geben, im Gegenteil, die Steuerzahler zahlen täglich drauf, Wilhelmshaven inbegriffen.

Allein schon der Wettbewerb unter den Häfen in der Nordrange sorgt dafür, dass man sich immer schön mit Hafen- oder Lotsengebührensenkungen wettbewerbsfähig halten muss, super für die Reeder, aber äußerst bitter für die Steuerzahler.

Man klammert sich an ewiges Wirtschaftswachtstum, obwohl sich gerade jetzt in China die nächste Krise andeutet. Einer der größten Absatzmärkte Europas bricht ein und sogar die Daueranalysten an den Börsen sind nervös. Der anhaltende Negativtrend an der Börse läßt nichts Gutes erahnen.

Krisenstimmung

Die nächste Krise ist der Welt schon sicher, aber ob sie schon im diesjährigen Oktober eintritt, wie es Martin Armstrong [The Forcaster] voraussagt, ist erst amtlich, wenn die Krise eintritt. Die Zeichen an den Finanzmärkten deuten aber schon ´mal auf Sturm. 


Man kann deutlich erkennen, dass das Schiff, welches den JWP gerade verlässt, alles andere als voll beladen ist.

Der JadeWeserPort hat nach Verkündigung der Nachricht mehr Container als letztes Jahr umgeschlagen zu haben, deutlich an Dynamik verloren. Die großen Containerschiffe, von denen immer berichtet wurde, haben hauptsächlich ihre Leercontainer in Wilhelmshaven abgeladen und fuhren deutlich sichtbar fast ohne Stahlboxen gen Irgendwo. Zusätzlich bescherte ein Containerkranunfall in Bremerhaven Wilhelmshaven zusätzliche Fracht und es fuhren daraufhin sogar mehr Züge. Inzwischen gleicht sich die Geschäftigkeit auf dem Containterminal Wilhelmshaven langsam wieder dem Vorjahresniveau an und ob dieses Jahr wie berichtet 500.000 Container über die Kaikante wandern, darf bezweifelt werden.

Panik?


Auch ein Teil der Preissenkungsschraube: Lotsendienste.

Olaf Lies spricht in seiner Pressemitteilung von einem "internationalen Wettbewerb" und einem "Vorsprung", den es zu verteidigen gilt. Von dem erwähnten Vorsprung sollte man dringend Abstand nehmen, weil natürlich die Reeder entscheiden, wohin die Reise geht. Wenn denen die Preise, wie z. B. die Hafen- oder Lotsengebühren nicht passen, würde zunächst einmal gar kein Schiff kommen, außer, man hat bei der Aushandlung der Verträge eine Mindest-Tonnage zugesagt.

Aber auch das ist keine Garantie für viele Container, denn man kann auch noch den "Joker" Strafzahlungen wählen, solange die Reedereien die mit dem restlichen Gewinn ausgleichen können. Bei der Pressekonferenz werden dann die schlechten Nachrichten mit ein paar Krokodilstränen gewürzt und der Verlust einfach ´mal außerplanmäßig abgeschrieben.

"Hamburger Hafen schlägt weniger Container um"

In Hamburg sind die Containerzahlen im ersten Quartal um 6,8 Prozent zurückgegangen. Der Umsatz mit China reduzierte sich um 10,9 Prozent und die Russland Verkehre gingen sogar um 35,9 Prozent zurück. Natürlich wird dieser Rückgang hauptsächlich dem Russland-Embargo zugeordnet oder dem teuren Yuan, Chinas Währung.

Ursachenanalyse

Leider gibt es da noch ein paar andere Parameter, wie z. B. die zunehmenden direkten Anfahrten der Ostseehäfen mit den großen Containerschiffen. Da braucht es keine Feeder mehr, also kleine Schiffe, die von den großen Häfen die Ostseehäfen bedienen. Es ist also nicht die fehlende Nord-Ostsee-Passage, sondern auch die Order der Reeder, die großen Containerschiffe logistisch anders abzuwickeln.

Ein anderer Faktor ist die Konkurrenz der Häfen in Holland, wie Rotterdam oder Antwerpen und zunehmend Großbritannien. Sie haben Hamburg ordentlich Ladung weggenommen. Besonders erwähnenswert ist die Inbetriebnahme von Maasvlakte in den Niederlanden.

Einfach ´mal wegsehen

Jeder der Fachleute hat gewusst, was sich da in Rotterdam als Konkurrenzhafen anbahnt und fleißig ignoriert. Das hat nun Folgen.

Guckt man sich die Zahlen an, merkt man ganz schnell, dass sich die Verkehre deutlich nach Rotterdam oder Antwerpen verlagert haben. In der Fachsprache nennt man dies "Ladungsverlagerung":
Zitat: " ... Auch beim Containerumschlag ist ein starker Zuwachs zu verzeichnen. In Rotterdam verlief das Wachstum in diesem Bereich schneller als in den Konkurrenzhäfen. Ein Plus von nahezu 8 % kombiniert mit zwei neuen Terminals auf der 2. Maasvlakte stimmt sehr zuversichtlich für die Entwicklung dieses Sektors in den kommenden Jahren. ..."
[Quelle: portofrotterdam.com/de | Pressemitteilung | 16-04-2015]

Beschönigung bis der Arzt kommt

Wer in den Seiten von den Geschäftsberichten der Reedereien oder Hafenbetreibern blättert, wie z. B. dem von Eurokai, dem wird so einiges wesentlich klarer. Anhand des Beteiligungsdiagramms ist die Containerwirtschaft inzwischen nichts anderes, als ein Handel, wie mit Aktien. Hier und da eine Beteiligung in verschiedenen Häfen und schon wird aus dem Geschäftsbericht eine Art Roulett-Spiel. Man versucht sich die Karten so günstig wie möglich zu legen, also die Beteiligungen wie im Aktienportfolio so zu streuen, damit man eine Dividende für die Aktionäre herausarbeiten kann, die möglichst immer wächst.

Mit Worten Richtung Wilhelmshaven wird auch nicht gespart und die Aussichten sind, wie soll es sein, "positiv:
Zitat: " ... Der EUROGATE Container Terminal Wilhelmshaven hat als Deutschlands einziger Tiefwasserhafen hervorragende Perspektiven. Die positiven Signale für einen Aufschwung mehren sich. EUROGATE registriert eine wachsende Nachfrage seitens der Verladerschaft, die eine zuverlässige Transport- und Lieferkette nachfragt. Die 2M-Allianz läuft seit März dieses Jahres Wilhelmshaven mit zwei Hauptschiffslinien- und drei Feederliniendiensten an. Außerdem hat Mærsk Line Wilhelmshaven als Anlaufhafen in seinen ME1-Dienst (Europe – Middle East) aufgenommen. Wilhelmshaven wird seine Marktposition als Ergänzungshafen zu den etablierten Hafenstandorten zunehmend festigen und den maritimen Standort Deutschland darin unterstützen, eine Verlagerung von Liniendiensten in Richtung Westhäfen zu verhindern.
[Quelle: Jahresbericht | Eurokai | 2014 | Thomas H. Eckelmann | Vorsitzender der Geschäftsführung | Vorwort des Vorsitzenden der Geschäftsführung]

Wer den Mut hat, diese Zeilen mit der Realität zu koppeln, wird andere, skeptischere Stimmen finden, denn die Reederallianz "2M" ist alles andere, als erfolgreich. Die Gewinne haben sich nicht so wie erwartet eingestellt. Gründe dafür sind der Ölpreis und die Frachtraten-Entwicklung.

Die Konzernleitung ist sich natürlich sicher, die Ziele zu erreichen, dennoch erweist sich die Berechnung als schwierig. Dieser Satz klingt nicht nach Durchsicht und echter objektiver Transparenz, sondern äußerst widersprüchlich und eher, als wolle man sich alle Türen offen halten, wenn der erhoffte Effizienzgewinn nicht eintritt: "Liebe Aktionäre war nichts, aber es wird schon wieder, garantiert!".

Wenn man seine Ziele erreichen will, braucht man Gewinn und Maersk hat im ersten Quartal 2015 einen um 7 Prozent geringeren Gewinn aufgrund der niedrigen Frachtraten im Asienverkehr zu verbuchen. Mit diesem Satz erfolgt dann auch die erste Erdung der Aussichten, die der Konzern zu vermitteln versucht.

Markige Worte kaschieren dann ein wenig, dass das Wort Krise in diesen Köpfen nicht einmal ansatzweise stattfindet:
Zitat: " ... „Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein“, sagte Henry Ford. Wir werden unsere Strategie konsequent weiterverfolgen. Die EUROKAI-Unternehmen haben in den vergangenen Jahren hart daran gearbeitet, Strukturen zu verbessern, Kosten zu senken und Innovationen einzuführen.
[Quelle: Jahresbericht | Eurokai | 2014 | Thomas H. Eckelmann | Vorsitzender der Geschäftsführung | Vorwort des Vorsitzenden der Geschäftsführung]

Man sollte sich immer vor Augen führen, dass sich diese Sätze an die Aktionäre richten und denen serviert man natürlich immer positiven Aussichten.

So wird Olaf Lies auch weiterhin den harten Wettbewerb nicht von der Tagesordnung heben können und als Politiker nichts anderes tun, als die Lage zu positivieren, bis auch ihn die Realitiät und nächste Krise einholt.

Mut, der Wirklichkeit ins Auge zu sehen, hat auch er nicht mehr, dazu ist auch er inzwischen viel zu sehr Politker geworden, leider.

Es gibt kein ewiges Wachstum und das Wort "Ergänzungshafen", der im Geschäftsbericht von "Eurokai" erwähnt wird, sollte ihm und den Hafenbeschwörern schwer zu denken geben.

Lies Worte wirken wie eine Panikreaktion des Neoliberalismus, der sein Ende kommen sieht

Allein die Innovationen im Schiffsbereich oder die Automatierungen im Hafenbetrieb, werden die arbeitsplatzversprechenden Politiker, die immer größere Häfen postulieren, vor enorme rhetorische Aufgaben stellen. Die müssen dann ´mal erklären, warum es immer weniger Arbeitsplätze bei immer größeren Häfen gibt.

Sollten sich die Wachstumsversprechungen der alten Wirtschaftswelt nicht aus Wilhelmshaven elimenieren lassen, könnte die Jadestadt endgültig arbeitsmarktpolitisch abgehängt werden. Man muß auch endlich ´mal den Mut haben neue, nachhaltige  Wege zu gehen ... Postwachstumsökonomie und Wilhelmshaven wird Vorbild in Sachen Strukturwandel ... es wird ein langer Weg für die Jadestadt werden, aber es wird keiner dran vorbeiführen!

Ahoi - Empört Euch!


Wolf-Dietrich Hufenbach
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