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Ärzteinitiative tagte in Stade
08|09|2008



Das Podium der Informationsveranstaltung ohne die Vertreter der Konzerne EnBeWe und Dow Chemical. [v. l. n. r.: Christian Schmidt [Stader Tageblatt], Dr. Rudolf Greth, Dr. Klaus Schmeding]

Auf Einladung des Stader Ärztevereins hielt die Ärzteinitiative Wilhelmshaven gegen Kohlekraftwerke - für Klimaschutz am 3. September 2008 im Stader Ärztehaus einen Vortrag zum Thema: Kohlekraftwerke und die Risiken einer veralteten und gesundheitsgefährdenden Technologie.

Über 95 Zuhörer füllten den Saal und unterstrichen das Interesse am Thema einer heftig umstrittenen Energiepolitik, die durch die massive Anhäufung von Kohlekraftwerken "glänzt". An der Veranstaltung nahmen neben Ärzten auch Vertreter von Bürgerinitiativen aus Bützfleht, Stade, Brunsbüttel und der Haseldorfer Marsch teil.

Die eingeladenen Vertreter der Kohlekraftwerksbetreiber von Dow Chemical und EnBeWe hatten die Veranstaltung unbegründet abgesagt, was durch den Sprecher des Ärztevereins Dr. Stephan Brune sowie den SprecherInnen der anwesenden Bürgerinitiativen kritisiert wurde.

Die Wilhelmshavener Ärzte Dr. Rudolf Greth und Dr. Klaus Schmeding begannen ihren Vortrag mit der informativen Beschreibung der Gesamtbelastungen durch den Zubau von bis zu 3 Kohlekraftwerken zum schon bestehenden von Eon, die laut Bebauungsplan in Wilhelmshaven möglich sind. Sie beschrieben die unterschiedlichen Gesundheitsbelastungen, die durch die Konzerne heruntergespielt werden, zumal die Gutachten auf errechneten Werten beruhen und nicht auf realistisch gemessenen Werten. Eine flächendeckende Überwachung und Messung der Emissionen wird von den Kohlekraftwerksbauern abgelehnt, unter anderem, weil es früher einmal durchgeführt wurde, aber laut Eon nichts gebracht hätte. Der wahre Hintergrund für die Einstellung der Messungen war Geldmangel.

Weiter ging es im Vortrag zur Feinstaubbelastung, die stark unterschätzt und von den Energiekonzernen heruntergespielt wird. Durch die Aufnahme der Giftstoffe über die Atemluft oder über die Nahrungskette würden Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems [Schlaganfall, Herzinfarkt], der Lungen und Atemwege [Lungenkrebs, Asthma] und Allergien zunehmen. Langzeitbelastung durch Quecksilber führe zu Hirn- und Nervenschäden und Intelligenzstörungen schon bei Föten im Mutterleib.

Zum Schluß des Ärzteinitiative-Vortrages wurde die durch die Energiekonzerne prophezeite Energielücke sowie die Renaissance der Atomenrgie unter die Lupe genommen. Kritisiert wurde dabei, daß zur Begründung der Energielückendiskussion von Seiten der Kohlekraftwerksbetreiber nur eine Quelle diene, die der Deutschen Netzagentur [DENA], in der nicht gerade die Verfechter der Erneuerbaren Energien im Aufsichtsrat sitzen.
Mehrere seriöse unabhängige Quellen belegen, dass es gar keine Energielücke geben wird und der tatsächliche Strombedarf z. B. durch Energieeffizienz sinkt.

Die Energiekonzerne drängen aber auf den Zubau der Kohlekraftwerke, weil sich das Geschäft mit der Kohle zur Zeit noch rechnet. Die Konzerne sind stark daran interessiert viel Strom zu exportieren, um damit ihre horrenden Gewinnmagen in die Höhe zu treiben - Klimaschutz und Klimaziele: Fehlanzeige.

In "Greenwashing" - Kampagnen ziehen sie durch die Bundesländer und preisen die veraltete Technologie als klimaverbessernde Maßnahme, wobei sie bis zum heutigen Zeitpunkt verschweigen, welche alten Kraftwerke sie im Endeffekt zur CO2-Reduzierung abschalten werden.

In Betrieb genommen, würden allein die Wilhelmshavener Kraftwerke im "worstcase" - Szenario pro Jahr 28 Millionen Tonnen CO2 ausstoßen, was den Abgasen von 14 Millionen Autos entspräche.

In Wilhelmshaven würden die geplanten Kohlekraftwerke trotz eingebauter Filter pro Jahr 900 Tonnen giftige Feinstäube aus den Schornsteinen schleudern, darunter 3,8 Tonnen hochgiftiges Quecksilber, 10 Tonnen Blei, 7 Tonnen übrige Schwermetalle, dazu Dioxine und Furane.

In der anschliessenden Diskussion kritisierte die Sprecherin der Bürgerinitiative Stade-Altes Land gegen Kohlekraft Ingrid Meyer-Schmeling unter anderem, dass nur wenige Stader Politiker sich ausführlich informieren würden. Die Obstbauern der Region befürchten herbe Einnahmeverluste und sogar Existenzängste wurden laut, ganz zu schweigen von Arbeitsplatzverlusten der Tourismusbranche an der Elbe.

Die Stader Bebauungspläne wurden vor einigen Jahren von allen im Stadtrat vertretenen Parteien verabschiedet, als es Stade durch den Wegfall der Arbeitsplätze im abgeschalteten Atomkraftwerk wirtschaftlich sehr schlecht ging. Hier wurde den Energiekonzernen somit eine Art Steilvorlage geliefert, weil das Bundesimmissionsschutzgesetz [BImSchG] bei Beantragung zum Bau eines Kohlekraftwerkes nur vorsieht, das sich die Investoren an die gesetzlich vorgegebenen Grenzwerte halten müssen. 

Städte wie Wilhelmshaven und Stade werden so durch ähnlich desolate Wirtschaftssituationen zum leichten Ziel der Energiekonzerne, unterstützt durch das Gros von Komunalpolitikern, die Innovationen und den Wandel der Technik noch längst nicht verinnerlicht haben. Dieses Verharren in alten überlieferten Wirtschaftsentwicklungsprinzipien werden der Volkswirtschaft erheblich mehr Schaden zufügen, als ein konsequentes Engagement und die Investition in Erneuerbare Energien.

Die Vertreter der Ärzteinitiative glauben, dass weder die Wilhelmshavener noch die Stader Kohlekraftwerke durch die lokale Politik gestopt werden. Da helfe nur Bürger-Engagement und Protest, sowie Klagen vor Gericht.

Der sachlich überzeugenden Informationsveranstaltung folgten weitere Einladungen der Ärzteinitiative-Wilhelmshaven an weitere "Brennpunkte" des Geschehens.  


Wolf-Dietrich Hufenbach
Dokumentarfilmer | Wilhelmshaven

Links:
Ärzte-Initiative-Wilhelmshaven
Deutsche Kraftwerke unter den schädlichsten der EU
08|07|2008: Notstand beim Atommüll - Frontal 21
05|02|2008: Gefährliches Uran - Frontal 21
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Wilhelmshavener Momente

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Die Darstelllung des "Trio Infernale Wilhelmshavens" sorgt für Aufregung.
Eine Menge Wilhelmshavener Bürgerinnen protestieren unter dem Motto "Planungswahnsinn am Banter See tut 5.000 Menschen weh" für den Erhalt des Banter Sees, so, wie er ist. Sie wehren sich gegen eine Wohnbebauung für "Priveligierte". Mehr dazu in einem Video ... [das Bild ist vom 15-07-2014] ... .... zum Video | youtube ...



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