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Betrachtungen zur Koexistenz Mensch und Silbermöwe



"Schöner Schwimmen in Fäkalien" ist nach wie vor "State of the Art" am Wilhelmshavener Südstrand.

14-09-2020 - Spontane Beobachtungen am Rande können Impulse zum Nachdenken sein: Aus meinem Küchenfenster beobachte ich Silbermöwen, die sich zeitweilig in Scharen in den Marinas am Großen Hafen versammeln, Stege als Rückzugsorte nutzend.

Sie lagern eng mit Beinen und Füßen auf dem Holz, vermutlich, weil dieses sich wärmer anfühlt als Stein oder Wasser und die Tiere Energieverluste so ausgleichen können. Schön ist auch zu beobachten, wie sich die ganze Möwenschar als "Windrichtungsanzeiger" präsentiert; sie steht oder lagert dann mit den Köpfen gegen den Wind. Der Geologe Hans Reineck nannte dieses Bild in Analogie zur geologisch bekannten Strömungsausrichtung fossiler Muschelklappen spaßeshalber "Silbermöwen-Einregelung".

Silbermöwen sind Kulturfolger, so genannt wegen der Anpassung an menschliche Siedlungsbereiche. Menschen empfinden sie oftmals als lästig: sie klecksen herum, schreien, gackern und miauen quasi grundlos, stibitzen Essen und greifen manchmal scheinbar ohne Grund an. Menschliche Radikalinskis möchten sie am liebsten abschießen. Zum Glück erlaubt das der gesetzliche Schutzstatus nicht.
Verkürzt und einseitig wäre, die Anpassungsfähigkeit der Silbermöwe an menschliche Kultur allein mit »den Genen« zu begründen. Auch wenn die Tiere ein hohes Potenzial angeborener Fähigkeit zum Lernen besitzen, wird erst umgekehrt »ein Schuh daraus«: nämlich das "Kultur"-Angebot: Pizza, Eis, Fischbrötchen, Pommes frites, Würstchen, um nur einige der »Angebote« zu nennen, die Möwen dank ihrer einzigartigen Flugakrobatik auf Promenaden am Meer von Urlaubern ergattern. 
 Ausflugsschiffe futterheischend umkreisende Silbermöwen animieren Passagiere, ihnen Speisereste zuzuwerfen bzw. in der Hand zum Ergreifen anzubieten. Seit Generationen bis heute ist menschliche Unvernunft die beste Gewähr für Möwen, bequem an Futter zu kommen. Elterntiere geben die Erfahrungen an Jungvögel weiter. Zu bewundern ist die einzigartige Technik der Tiere, den Menschen den Spaß an der Fütterung so richtig "schmackhaft" zu machen, indem sie, scheinbar zutraulich, ihre natürliche Fluchtdistanz verbergen. Otto Leege, Pionier in der Erforschung der Silbermöwen, schrieb: "Viele Urlauber haben den Möwen die Stadt erst richtig schmackhaft gemacht."
Ökologisches Naturverständnis ist gefragt, um anthropomorphe [menschenähnliche] Vorstellungen zu entkräften, die Möwen seien Schnorrer, Stehler oder bösartige Angreifer. Sie sind Tiere der freien Wildbahn, die nur tun, was in ihrem genetischen Programmheft steht: Versorgung mit Nährstoffen, Zeugung des Nachwuchses und dessen Verteidigung, wenn ihm Mensch oder Tier zu nahe kommen. Auch wenn die Silbermöwe [noch] nicht wie andere Arten der Küsten und Meere gefährdet ist, leidet auch sie unter dem gravierenden Schwund der natürlichen Lebensräume und Rückzugsorte. - Zurück zum Eingang meiner Betrachtung: ich freue mich über das Treiben der Silbermöwen auf den Holzstegen vor meinem Fenster, wie sie in ihren Versammlungen miteinander kommunizieren und entspannt miteinander kakeln.
Manchmal erhebt sich plötzlich die ganze Schar scheinbar ohne Grund und fliegt davon: wohin? Der Tidenkalender zeigt dann vielleicht, dass die Ebbe eingesetzt hat, wobei bekanntlich [wenn auch angeblich seltener als früher] Mischwasser aus der Kanalisation abgeschlagen werden kann, damit die Fäkalabwässer vom Ebbstrom mitgenommen werden [da die organischen Brocken Leckerbissen für Möwen sind, könnte das erklären, warum sie plötzlich in Scharen von den Stegen im Hafen auffliegen].

Dr. Gisela Gerdes
Kaiserliche Kanalarbeiterin | Wilhelmshaven



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