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JadeWeserPort: Erweiterung für Eurogate kein Thema
06|04|2016



Emanuel Schiffer, Vorstandsmitglied bei Eurogate, hat sehr deutliche Vorstellungen vom "Ausbau" und der Zukunft des Containerterminal Wilhelmshaven.

Politiker machen Politik und Unternehmer reden Tacheles.

Mit der politischen Offerte, man möge den JadeWeserPort langfristig ausbauen, kann sich der Betreiber Eurogate nicht anfreunden, denn der Konzern will Geld verdienen.

Dafür plant man am JadeWeserPort die Automatisierung.

Mit einem Pilotprojekt, bei dem vier sogenannte Van-Carrier und zwei Containerbrücken noch in diesem Jahr umgebaut werden sollen, will man die Automatikverladung zunächst testen:
Zitat: "... Der Terminal-Betreiber wird die Leistungsfähigkeit seiner Terminals in Deutschland noch weiter steigern, und zwar durch eine gut gesteuerte Automatisierung. Schiffer: „Wir haben alle unsere Terminals und alle bestehenden Systeme untersucht und sind dann zu dem Schluss gekommen, dass die Zeit reif dafür ist, sich mit diesem Trend zu beschäftigen. ..."
[Quelle: THB | Tägliche Hafenbericht | 05-04-2016]

Seltsam, dass in Wilhelmshaven keine kommunalpolitischen Anstalten unternommen werden, um gegen den damit verbundenen Arbeitsplatzabbau zu intervenieren. Auch die Gewerkschaften schweigen still und leise vor sich hin. 

Medienberichte wiedersprechen sich gewaltig

Laut verschiedenen Medienberichten, ist in der gesamten Nordrange ein Rückgang des  Containerumschlags zu verzeichnen, d. h. alle diese Häfen haben insgesamt einen Wachstumsrückgang von 1,6 Prozent. Eurogate selbst soll an deutschen Standorten etwas zugelegt haben, während für den Konzern sogar im Mittelmeerraum, genauer gesagt im italienischen Hafen "Gioia Tauro", Einbußen zu verzeichnen sind.

Was Eurogate als Zuwachs bezeichnet ist lediglich eine Umschlagsverlagerung, denn Häfen wie Hamburg verzeichnen gewaltige Umschlagseinbrüche.

Seeblind

Wer die Dokumentation "Seeblind - Der wahre Preis der Frachtschifffahrt" gesehen hat, wurde mit den gewaltigen Problematiken der Containerwirtschaft konfrontiert, die man getrost als haarsträubend bezeichnen darf:
Zitat: "Heute werden jedes Jahr etwa 18 Millionen Container auf den Schifffahrtsrouten der Welt befördert. Das ist eine so gigantische Fracht, dass sie nicht mehr wirklich zu kontrollieren ist. ..."
[Quelle: youtube]

Und genau in diesem nicht kontrollierbaren Warenhandel liegt das Problem, denn es ist dadurch möglich alles zu schmuggeln, von Drogen über Waffen bishin zu einer "schmutzigen Bombe".

Allgemein lässt sich feststellen, dass der Continerhandel weltweit stagniert und Konzerne, Hafenbetreiber oder Reeder nur von Ladungsverschiebungen bilanziell profitieren, was sich relativ schnell auch wieder ändern kann.

Der JadeWeserPort bleibt bei Eurogate jedoch der Verlustbringer, was die Automatisierungsbemühungen und die deutliche Zurückhaltung in Sachen Ausbau erklärt. Manuel Schiffer wird in einem aktuellen Interview mehr als deutlich:
Zitat: "... Schiffer betonte in dem Interview, dass er mit der von Minister Lies präsentierten Machbarkeitsstudie zu einer Stufe 2 in Wilhelmshaven nicht glücklich sei. Nicht nur, weil es auch auf absehbare Zeit am europäischen Nordkontinent mehr als ausreichende Umschlagkapazitäten im Containersegment gebe. Man habe an der Jade „nur so viel investiert, wie es für den aktuellen Betrieb notwendig ist. Und angesichts der genannten Überkapazitäten in Deutschland macht es zum jetzigen Zeitpunkt auch überhaupt keinen Sinn, sich über eine Erweiterung in Wilhelmshaven zu unterhalten“, erklärte der Eurogate-Chef. ..."
[Quelle: THB | Tägliche Hafenbericht | 05-04-2016]

Nordfrost-Erweiterung höchst zweifelhaft


Nordfrost will erweitern?

Der Tiefkühllogistiker Nordfrost plant für dieses Jahr eine Erweiterung seiner Kapazitäten auf den Gewerbeflächen direkt hinter dem eigentlichen Hafengelände. Bis heute ist er dort der einzige Investor und will den Fleischexport ankurbeln. Liest man zwischen den Zeilen, ist das doch sehr abwegig, denn das würde ja bedeuten, dass immer mehr Fleich produziert werden müßte.

Da wäre es doch nur logisch, wenn sich auch Zweifel am eigenen Erfolg beim Tiefkühllogistiker selbst einstellen würden, weil sich gesellschaftlich gerade in Sachen Essen ein deutlicher Wandel im Verbraucherverhalten Richtung fleischlose Kost vollzieht. Hinzu kommt die Umweltbelastung durch die Gülle, bei der man schon jetzt nicht mehr weiß, wohin damit, ´mal ganz abgesehen von den Umweltschäden, wie der zunehmenden Belastung des Grundwassers. 

Wirtschaftlicher Wandel nicht aufzuhalten

Die zukünftige Entwicklung, wieder mehr zu reparieren oder generell die Kultur der Nachhaltigkeit wieder in Produktionsprozesse zu integrieren, könnte die Situation des weltweiten Containerhandels noch verschärfen. Schon jetzt leidet der Markt unter Überkapazitäten und wegen der niedrigen Frachtraten fahren die Schiffe auf den Weltmeeren Verluste ein.

Hamburg sucht derweil nach neuen Märkten. Das vergangene Jahr wird mit über 12 Prozent weniger Containerumschlag wohl als deutliches Zeichen für Veränderungen interpretiert, die auch in den nächsten Jahren anhalten könnten. Neue Märkte sind Schwellenländer wie Indien, die aufgrund des zunehmenden Wirtschaftswachstums an Bedeutung gewinnen. Das wird sich langfristig auch auf Deutschlands Exportraten auswirken, und die sensationenellen Ausfuhrwerte könnten in absehbarer Zeit der Vergangenheit angehören.

Der Steuerzahler solls weiterhin richten

In der Vergangenheit wurden viele Fehler in der Wirtschaftspolitik begangen, weil Politiker in der Regel keine Wirschaftsfachleute sind.

Damit man aber so weiter machen kann, so jedenfalls unsere Interpretation, will man nun auf ein Korrektiv hinaus, das unterm Strich den Vogel abschießt:
Zitat: "... Die Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik in Niedersachsen (SGK) fordert eine nationale Entschuldungsinitiative für strukturschwache Städte. Diese bräuchten Hilfe beim Abbau der Altschulden, zum Beispiel durch die Übernahme dieser durch Land und Bund. ..."
[Quelle: Radio Jade | 05-04-2016]

Hier unterscheidet sich die Politik in keinster Weise mehr von der Privatwirtschaft, denn sie verlangt vom Steuerzahler für die eigenen politischen Fehler voll zu haften.

Super Idee, dann empfehlen wir den Steuerzahlern, die PolitikerInnen direkt in Haftung für ihre Fehler zu nehmen, vielleicht findet dann soetwas wie eine Erdung statt.

Fazit

Wilhelmshaven täte gut daran, den Containerterminal langsam aber sicher nicht als unumstößliches "Goldenes Kalb" zu betrachten, denn die Gewinner sind bis jetzt höchstens die Geschäftsführer oder Investoren, die mit Klageandrohungen Pachtzinserleichterungen erwirken oder versuchen, um Baggerkosten herumzukommen.

Als zusätzliches Instrument nutzen die Konzerne auch die Steueroasen, wodurch allein der Europäischen Union jährlich geschätzte 1 Billion Euro fehlen. Spätestens seit dem Bekanntwerden der »Panama Papers« muss jedem klar sein, dass sich etwas gewaltig verändern muss.

Islands Premier-Minister Sigmund Gunnlaugsson ist schon zurückgetreten:
Zitat: "... Islands Premier Sigmundur Gunnlaugsson tritt zurück
17.49 Uhr: Islands Premier Sigmund Gunnlaugsson war im Zuge der Panama Papers heftig unter Druck geraten. Nachdem das Parlament ein Misstrauensvotum gegen ihn gestellt hatte, wollte er es zunächst auflösen. Nun gab er jedoch seinen Rücktritt bekannt. ..."
[Quelle: focus.de | 05-04-2016]

Gunnlaugsson hatte für 4 Millonen Euro Anteile an den Isländischen Banken erworben und diese für einen Euro seiner Frau überschrieben. Er selbst als Regierungschef sollte darüber entscheiden, wie die Gläubiger der Finanzhäuser entschädigt werden, was letztendlich auf einen Interessenkonflikt hinausläuft. In dem Interview des Dokumentarfilms in der ARD am Montag sah er dies noch ganz anders.

Bau des JadeWeserPort droht für Wilhelmshaven als größter Fehler in Sachen Infrastrukturausbau in die Stadtgeschichte einzugehen

Für Wilhelmshaven erweist sich der Containerterminal in mehrerlei Hinsicht als Verlustbringer. Die erhofften Arbeitsplätze werden durch die Ankündigung einer Automatisierung nicht erreicht und die Infrastrukturkosten Wilhelmshavens für den JadeWeserPort erweisen sich als direkter Wachstumshemmer für die Stadt.

Die Jadestadt ist durch das selbstauferlegte Spardiktat mit der Annahme der 48,3 Millionen Euro schon genug gebeutelt und sollte langsam aber sicher in Zukunftswirtschaftszweige investieren, die eng mit dem Klimawandel, dem Umweltschutz und der Energiewende verbunden sind.

Dazu müsste man aber langsam auch ´mal den neuen Klimamanager Wilhelmshavens aktivieren, denn der ist bis jetzt eigentlich nur auf dem Papier existent.

Ahoi - Empört Euch!


Wolf-Dietrich Hufenbach
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Kommentare

Peter Freudenberg | via facebook
Volltreffer. Siehe Arbeitsplätze, regionales Engagement, Wirtschaftsförderung, Citymanagement und sonstige Rohrkrepierer in unserer Stadt.

Holger Raddatz | via facebook
Na also. Zweiter Baubschnitt STOP und dann machen wir unseren Neuen Geniusstrand.

Gerold Tholen | via facebook
Wilhelmshavener Entscheider denken nur rückwärts und nicht an eine Zukunft unsere Gemeinwesen. Ist ihnen ein Zukunftsdenken zu schwer, weil zu träge? Fällt es ihnen leichter ein "Bismarckdenmal" aufzustellen, um dann sagen zu können, "Hier habt ihr was."

Christiane Klingenberg | via facebook
Für die Wirtschaft und die Zukunft unserer Kinder und einen tollen Strand, das wärs echt :-) Ein Strand wie gesagt, bringt ja auch Touris und das ist dann, auch eine tolle Einahmequelle für die Stadt Wilhelmshaven, es würde wieder Leben nach Nord kommen, Camper mit Wohnmobilen etc. Es gibt so viele Möglichkeiten es dort kreativ zu gestalten :-)!

Jochen Martin | via facebook
Soweit ich mich erinnere, warb Eurogate seinerzeit damit, dass man am JWP bewusst keine automatisierten Container-Transportfahrzeuge einsetzen werde, auch um noch mehr Arbeitsplätze zu schaffen. Diese Fahrzeuge sind seit damals schon in Rotterdam und Hamburg im Einsatz. Jetzt will man diesen Fahrzeugtyp also im JWEP-Terminal "testen". Wie der Test ausgeht, steht hinsichtlich des erklärten Ziels, Arbeitsplätze einzusparen, mit Gewissheit schon fest. Sich jetzt darüber aufzuregen, bringt aber nichts. Merke: Nicht der lügt, ist der Dumme, sondern der, der alles glaubt. Aber erfahrungsgemäß muss ich leider das Fazit ziehen: Man lernt nie - - - aus!

Frank Hahmel | via facebook
So gestaltet man eine Stadt der Rentner ohne das eine Zukunftsperspektive für die Jugend entsteht. Bin selbst als gebürtiger WHV vor über 40 Jahren aus WHV weggezogen und habe nie ernsthaft über eine Rückkehr nachgedacht. Ausser dem schönen Umland fehlten mir die Arbeitstechnischen Perspektiven. Schade um WHV. Viel Grüße aus Frankfurt Main



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