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Marktstraße gleich rechts: Wegsehen
09|08|2011



An fünf verschiedenen Stellen, wie hier in der Marktstraße [jetzt schwarz übertüncht], sollen Mitglieder aus der rechten Szene Hakenkreuze in den Wilhelmshavener Asphalt geritzt haben und niemand hat es bemerkt?

Was war da los, neben dem Street Art Festival und auch schon davor?

Facebook hat bemerkt, war voll mit Kommentaren, unser lokales Heimatblatt nicht, keine Silbe oder sollten wir sagen: natürlich nicht? ... und sollen wir auch lieber nichts schreiben, nichts bemerkt haben?

Bekannt ist die Naziszene schon, haben wollen wir sie nicht, und darüber reden schon gar nicht. Als hätten wir das nicht schon einmal erlebt, in Zeiten des "Dreckigen Sumpfes", oder noch ein Stückchen weiter zurück, diesen Österreicher, der auch ein Deutscher hätten sein können, der ein ganzes Volk aufwiegelte andersartige Menschen oder Behinderte auszuradieren oder so zwischendurch so eine Großdemo in Wilhelmshaven mit über 3.000 Polizisten.

Wollen wir wieder mehrheitlich schweigen, ohne zu handeln daneben stehen, wenn unsere Nachbarn zusammengeschlagen werden, aus Angst, weil wir uns wieder einmal nicht trauen - oder wie es Marius Müller Westernhagen einmal formulierte: Sind wir bald wieder soweit?

Das sind sie wieder und wieder, gut bekannte Symbole, mitten unter uns, nicht bloß auf den Asphalt gemalt, sondern regelrecht hineingehackt. Ganze fünf Tage hat es gedauert, bis man sich erbarmte, die Zeichen des Unheils mit Teer zu verfüllen, abzudecken, ausradieren aus dem Gedächnis, als wären sie nie dagewesen. Die Anarchieszene hatte schon vorgearbeitet und mit ihrem Symbol das unkenntlicher gemacht, was wir alle innerlich auf dem Index stehen haben.

Sind wir müde, zu sehr beschäftigt und belastet Wahlplakateauf- und abhängen, mit der Euro Krise, den hohen Energiepreisen, die unseren schönen Lebensstandard gefährden - ist Zivilcourage, die unsere feinen KommunalpolitikerInnen, vor allen Dingen in den führenden Positionen, immer wieder predigen kein Masstab mehr für ihr eigenes Handeln?

Wo sind deren Pressemitteilungen, wo ist deren Empörung - verpufft, versickert, verschwiegen - lohnt es sich nicht, kann man in Wilhelmshaven mit dem Indexthema keinen Stimmenfang inszenieren, so wie beim Thema Marinearsenal und den damit verbundenen Arbeitsplatzabbau?

Hat man Angst den Makel zu publizieren, weil, wenn man auf ihn aufmerksam macht, es Werbung für die Nazis wäre? ... redet man sich durch diese Art von Passivität nicht eher heraus und macht es noch schlimmer, indem man das Problem verschleppt und erst dann sanktioniert, wenn es zu spät es, ein Mensch verletzt oder gar getötet wurde - muss das erst in Wilhelmshaven passieren, die Stadt, mit ihrer allzu braunen Vergangenheit, bevor hier einer reagiert?

Hier ´mal ein paar Kommentare von "facebook":
Zitat: " ... Die WZ ist doch sonst überall. Zu dem Geschehen, kann ich nur sagen, wer immer das gemacht hat, beleidigt nicht nur unsere Stadt, sondern auch die, die diese schreckliche Zeit durchleben mußten. Hennig Venske, hat doch schon in den 80 iger Jahren, in seinen Büchern, auf das braune Problem in WHV hingewiesen, und es ist bis heute nichts passiert...Richtig übel..!!“

... oder:
Zitat: " ... „mich wundert nur, dass das wieder mal keiner mitbekommen hat. das muss ja eine zeit gedauert haben, um es einzuritzen."

... oder:
Zitat: " ... Das kann doch nicht wahr ein, oder? Die Nazis meinen auch, sie könnten sich alles erlauben. Wird Zeit, dass man dagegen wirklich etwas tut und sich nicht nur auf das andere Extrem im Linken Flügel verlässt!"

... oder:
Zitat: " ... Mich gruselt es bei dem Gedanken, dass die Nazis mittlerweile so frei agieren können, dass sie nicht einmal mehr auf offener Straße bei solchen Aktionen gehindert werden!"

Wir, die nachfolgende Generation haben ein Problem, weil die, die darüber berichten könnten in absehbarer Zeit nicht mehr unter uns weilen werden und wie werden wir dann zukünftig an die Konzentrationslager erinnert, wer wird davon erzählen können und plastisch das rüberbringen, was andere versuchen zu verleugnen?

Reicht ein Mahnmal in Berlin, eine Gedenkstätte in Bergen Belsen oder Ausschwitz als Aufforderung zum Handeln oder sollen diese Erinnerungsstätten zu schwächer werdenden Signalen im Unterbewußtsein verkommen?

Sie, die Bösen, tragen keine Springerstiefel mehr, sie sehen inzwischen aus wie Du und ich, sind redegewandt und nutzen die sozialen Netzwerke mit dem Selbstverständnis des Jedermann und transportieren so wohlbekanntes Gedankengut, infiltrieren und infizieren mit einem Virus, der schon beim ersten Kontakt jeden intakten Geist krank machen müßte, krank vor Abscheu.

Wäre es nicht viel besser, wenn wir uns endlich aus der allzu schönen Lethargie erheben, uns artikulieren, endlich wieder miteinander reden und nicht schweigend aneinander vorübergehen, direkt in der Mitte zwischen uns dieses menschenverachtende Symbol, das wir anscheinend nicht bemerken wollen?

War da nicht was mit ... Wehret den Anfängen? ... Was ist blos los mit uns, dass wir so mutlos sind?


Wolf-Dietrich Hufenbach
Dokumentarfilmer | Wilhelmshaven

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