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Eine Luftnummer
09|02|2010



Wir würden, auch gern vor der Haustür Urlaub machen, Wattwandern, baden gehen, wenn da nicht diese Fäkalien wären, die wir uns zuhause leisten, aber im Ausland verteuefeln.

Zum WZ-Bericht [lokales Heimatblatt] vom Sa. 07.02.10 "Zweite Wellness-Welle" Seite 1 und 38

Unser verträumtes Heimatblatt wendet sich wieder einmal imagepolierend an seine Leser, überzeugt davon, diese bereits in einen geminderten Wachzustand geschrieben zu haben.

Einen Zustand, in dem sie sich die textverteilten mehr symbolischen Begriffe zu einem Wohlfühlbild zusammenbasteln dürfen und bitte möglichst mit ihrer Wohnumgebung kritiklos und unreflektiert verbinden sollen, damit der Wirklichkeitsbezug wie erwünscht nicht mehr stattfindet.

Kurz gesagt: Manipulativer Hokus und Pokus. Man spürt die Absicht und ist verstimmt.
 
Auf der ersten Seite blinkt die Überschrift: "Zweite Wellness-Welle."

Oh, oh - sollte man eine schon verpaßt haben? Da heißt es jetzt aber aufpassen.

Dann folgt, quasi als Anmoderation für den Bericht auf Seite 38: "Deutschland-Tourismus im Aufbruch" von Prof. Dr. Hartmut Luft, Dozent an der Fachhochschule Wilhelmshaven, dieser Text:

Eine "neue Sehnsucht nach Natur" macht Prof. Dr. Hartmut Luft in den Bedürfnissen der Deutschlandurlauber aus. Dies zeige das Interesse, "zu sich selbst zurückzufinden" und werde die neuen touristischen Trends in Form einer "zweiten Wellness-Welle" mit prägen, meint Luft, der an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven im Studiengang Tourismuswirtschaft lehrt. Vor diesem Hintergrund würden zudem interaktive Kulturangebote immer wichtiger. Viele Reiseziele hätten sich bereits auf die aktuellen Trends eingestellt.
[Zitat Ende]
 
Und wer kein Geld hat, macht das Fenster auf [Natur], legt sich aufs Sofa [Wellness] und sieht sich [interaktiv] einen Western an - und "kommt zu sich selbst zurück" dabei. Vielleicht auch erst am nächsten Morgen, mit etwas trocknerem Hals als sonst, weil so ein wellnessender Urlauber nach Prof. Luft: "Seinen Urlaubsaufenthalt als Genuß erleben will. Genuß ist kein Widerspruch zur Natürlichkeit. Genuß bedeutet einen Zugewinn ..."

Klingt wie  Loriots "Auch ich schmunzel gern einmal."
 
Die, die noch etwas Geld haben, machen das in einem größeren Rahmen, an unterschiedlichen Orten und unter wechselnden Bedingungen. - War das eigentlich schon mal anders?

Das Liebesleben der Marienkäfer ist doch auch nicht abhängig davon, daß ein anerkannter Naturforscher das beschreibt. Aber, soll er doch.

Vielleicht entzieht sich der von Animateuren lange Jahre domestizierte Urlauber seiner gezielten Verplanung gar nicht mehr, sondern braucht sie bereits.

Prof. Luft sagt:
"Reisewillige wollen eben nicht nur Anregung; sie suchen zugleich Orientierung und Sicherheit ..."

Mein Vorschlag:
Rolltrepping und Cafehouserafting.

 
Was der Bericht über eine ganze Seite völlig ausblendet ist, daß unser aus den Fugen boomendes Städtchen einen Tourismuslehrstuhl beherbergt, eine Wilhelmshaven Touristik und Freizeit GmbH hat - aber, kein Tourismuskonzept. Dafür aber den luftkurörtlichen Plan vier Kohlekraftwerke zu installieren. Die seltene Gegebenheit, daß am einzig verbliebenen Badestrand die Fäkaleinleitungen der Stadt das Watt, den sogenannten "Friesenfango", mit ganz besonderen Ingredienzen einzigartig anreichern. Daß Algenblütenverwesungsduft die Nordseebrise aufpeppt. Und daß der lang geplante tiefwässrige Welthafen immerhin virtuell interaktiv erlebbar ist.
 
Diesen Gegebenheiten wird ein fachhochschulisch allgemein-lebensbuntes, selbstgestricktes Mützchen aufgesetzt, als Tarnkappe der Wirklichkeit. Motto: "Urlaub ist toll und hier kann man Urlaub machen - also ist auch alles toll."  So logisch simpelt der Bericht seine Suggestion in die Welt.
 
Professor Luft hat einen Trend zum Urlaub im eigenen Land ausgemacht. Ist aber sicher, daß das Hierbleiben nichts mit unserer Wirtschafts- und Bankenkrise zu tun hat.

Er vermutet so eine Art deutschen Heimatruck jenseits von Staatsverschuldung und Arbeitslosigkeit. Und er hat dabei einen Trost parat für alle, die am Südstrand baden gehen möchten, sich aber nicht trauen, weil sie sich ekeln und Gesundheitsschäden befürchten:
"Die bisherige Vorstellung der "Sonne und Strand"-Urlaube ... geht nämlich im gesamten Urlaubsgeschehen kontinuierlich zurück." -

Na bitte, da kann ja alles bleiben, wie es ist, wenn der Urlauber sich vermehrt abwendet von der See:
"Dabei rückt der ländliche Raum mit abwechslungsreichen Angeboten, ... wie Wandern, Radwandern, und [!] Wasserwandern ... in den Vordergrund." -

Siehste, schwimmen gehen ist voll out. Nur, Wasserwandern? - Vielleicht eine rein christliche Disziplin?

Und, so sagt der Professor weiter:
"Der naturnahe Tourismus verlangt nach Authentizität und Echtheit." -

Wer hätte das gedacht. Und zufällig haben wir das alles. Eine echte Raffinerie. Einen riesigen, echten, chlorgasigen Kunststoffhersteller. Große, authentische Kohlehalden und Kohlekraftwerke die Tag und Nacht die schönsten Wolkengebilde authentisch an den Himmel zaubern. Authentischer geht´s schon gar nicht mehr. Nur die Radwanderwege dazwischen fehlen noch.
 
Auf dem ganz richtigen Weg sind wir Boomer bei den Hotels. Denn, so Luft:
Es "zeigt sich heute eine größere Präferenz gegenüber dem Hotelgewerbe mit guter Ausstattungsqualität. So wird inzwischen 60 Prozent des Bettenangebots in den Seebädern von Mecklenburg-Vorpommern von Hotels der 4- und 5-Sterne-Kategorie vertreten." -

Schau an, die Ossis! - Hört ihr das Glöcklein, ihr kleinen Strandhotels?
 
Den Bericht, der sich allgemeingültig gibt, ziert ganz zentral ein wirklich schönes Bild vom wirklich ebenso schönen Südstrand und beflügelt den Verdacht daß das, was die Weisheit der Touristik rät, hier in Boomtown schon längst verwirklicht ist.
 
Diese Methode, Botschaften von hinten durch die Brust ins Auge zu schreiben macht dem Sandmännchen unnötig Konkurrenz.

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Wilhelm Schönborn
Investigativer Rentner

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