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Trübe Wasser sind tief und der Weg zur Erkenntnis lang
07|07|2011



Die Befürworter der sogenannten Freistrahlanlagen dürfte freuen, dass ihre Lösung, um das Blaualgenproblem einzudämmen, noch nicht vom Tisch ist.

Das hätte das Motto der Ratssitzung vom Mittwoch, den 6. Juni 2011 sein können, wenn es das nicht sogar war.

Zu Anfang diskutierte man über papierlose Sitzungen, ein Thema, das schon länger im Rat der Stadt kreist und für das man jetzt eine Lösung gefunden hat, und mit einer Art Gewöhnung durch Hilfestellung für unerfahrene "Volksvertreter" durchführt wird. Wie es genau umgesetzt wird, zeigt höchstwahrscheinlich erst die Realität, aber man ist sich sicher, das alles klappt.

Alles wie immer, werden sie jetzt sagen - nicht ganz, denn es gibt ja ein Wahlkampfthema,das am Leben erhalten werden muss, weil die Großprojekte dafür nicht mehr taugen.

Das im Bau befindliche Kohlekraftwerk schwächelt wegen des Stahles, der verwendet wurde und am entstehenden Containerhafen könnten mehr Schiffe vorbeifahren, als gewünscht, denn man setzt in den Ostseehäfen immer mehr auf sogenannte Direktverkehre und dann gibt es da ja noch die Konkurrenz aus Antwerpen und vor allen Dingen Rotterdam, mit einer maximalen Fahrrinnentiefe von 24 Metern, 6 Meter mehr, als beim Wilhelmshavener Jahrhundertprojekt.

Neben Bebauungsplänen, der Verteuerung der Sanierung der Kaiser-Wilhelm-Brücke um 1,2 Millionen Euro auf insgesamt 7, 2 Millionen Euro und Straßenbenennungen näherte man sich dem Reizthema der vergangenen Wochen, der Restaurierung des Banter Sees, nachdem der Geniusstrand "verlorengegangen" sei, wie es Bernhard Rech [CDU] formulierte.

So bleibt eigentlich nur noch ein Badesee vom der einstmals üppigen Badestättenauswahl übrig, ohne gleich ins Portmonnaie greifen zu müssen.

Den Ratsmitgliedern und den BürgerInnen hatte man die Zusammenfassung der ca 40 Gutachten der vergangenen Jahre vorgelegt, präsentiert durch Dr.-Ing. Helmut Manzenrieder [Ingenieurbüro Dr.-Ing. Manzenrieder und Partner], der wie alle inzwischen weiss, das man nichts weiss.

Eine Erkenntnis, für die man mehr als 30 Jahre brauchte und die Wichtigkeit dieses Badekleinodes immer vor Kommunalwahlen hochschaukelte, so wie auch dieses Mal.

Die SPD besteht auf der Chemiekeule Bentophos, die keine sein soll, und es unter dem Strich für die BürgerInnen nicht mehr zumutbar wäre, noch länger auf eine Lösung zu warten. Ganze 3 Jahre, so Holger Barkowski [SPD], sitze man in der SPD schon an einer Lösung. Michael von Teichman [FDP] verbesserte ihn und meinte, dass es 30 Jahre wären und die 3 wohl nur ein Fehler im Manuskript.

CDU, BASU, die Fraktion der Grünen  und die FDP reichten einen Änderungsantrag ein, der die Vorlage der Verwaltung, also deren Vorschläge aus dem "Manzenrieder-Gutachten", etwas differenzierter darstellte. Ihrer Ansicht nach mehr Zeit für ausführliche Untersuchungen, um dann über Massnahmen entscheiden zu können. Das scheint, ausser bei der SPD und beim noch amtierenden Verwaltungsoberhaupt Eberhard Menzel, Konsens zu sein. Die FDP möchte auch, dass die sogenannten Freistrahlanlagen weiterbetrieben werden, die mit einem Propeller die Schichtung des Wasser durchmischen und Sauerstoff in die Tiefe des Banter Sees bringen.

Nebenbei gestand Bernhard Rech, wahrscheinlich stellvertretend für die gesamte CDU, auch Fehler ein und bestätigt damit unsere Einschätzung der Patchworkpolitik auf der Basis von Versprechen, ähnlich wie bei den Fäkalieneinleitungen am Wilhelmshavener Südstrand.

Ausschlaggebend scheint aber wieder die Kommunalwahl zu sein und dass man es sich nicht leisten kann, ein brisantes Thema weiter in der Öffentlichkeit zu diskutieren.

Im Eifer des Gefechtes wollte man die Resultate aus den jetzt in die Wege geleiteten Untersuchungen in einen Bebauungsplan münden lassen, was aber nach dem Hinweis Menzels, dass man dann Boden- und Schallschutzgutachten anfertigen müsse, ganz schnell wieder zurückzog. Das bedeutet, das man natürlich nicht so ganz genau wissen möchte, was da noch alles an "Bodenschätzen" und Kriegsaltlasten im und rund um den Banter See existiert. Das wäre dann auch Sache der Stadt, diese Erblast zu beseitigen und damit teuer, dann lieber erstmal die Augen verschliessen, wie immer.

Das Gezerre um den Hotelneubau eines Holiday Inn lässt grüssen, dort wo heute das Columbia Hotel steht. Dort war man verwaltungsseitig völlig überrascht von noch vollen Ölleitungen aus dem zweiten Weltkrieg, obwohl diese sogar auf großen aufrollbaren Schulkarten eingezeichnet waren. Keinem der heute teilweise über 70 Jahre alten Ratsmitgliedern soll dieses bekannt gewesen sein?

So ist nun raus, dass erst nach der nächsten Kommunalwahl und mit einem neuen Rat über die genaue Zukunft des Banter Sees entschieden werden soll.

Neben dem Blaualgenproblem fordert man im Änderungsantrag nun auch ein Gesamtkonzept, das die Stadt schon lange verspricht, so, wie ein Tourismuskonzept, das ebenfalls vor sich hinschlummert. Im Falle des Banter Sees verspricht die Verwaltung nun ganz schnell gleich nach der Sommerpause konstruktive Vorschläge, auf die nicht nur die Ratsmitglieder, sondern wahrscheinlich auch alle anderen Wilhelmshavener schon viel zu lange mit Spannung warten.

Nun ist die SPD um ein weiteres Wahlkampfthema ärmer, das sie mit der Unterstützung des noch amtierenden Oberbürgermeisters vehement zu verteidigen versuchte.

Die seit Jahren beteiligten Wissenschaftler, die schon lange eine genauere Untersuchung fordern, dürften sich nun bestätigt fühlen, eigentlich keine Erkenntnis, für die man 30 Jahre braucht, sondern hauptsächlich Geld, Verstand und offensichtlich den Druck der Öffentlichkeit.

... und so gilt:
Trübe Wasser sind tief und der Weg zur Erkenntnis in Wilhelmshaven ist hauptsächlich wegen parteipolitischer Animositäten gepaart mit dem Kampf um die Wählergunst viel zu lang.


Wolf-Dietrich Hufenbach
Dokumentarfilmer | Wilhelmshaven

Links:
VIDEO: 06|07|2011 Banter See | Freistrahlanlagen
23|06|2011 Wir sanieren ´mal eben den Banter See

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