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Containerschiffe: Tickende Zeitbomben
10|09|2012



Die Flaminia im Schleppverband auf der Höhe Hooksiel .

Die Bemühungen eine skandalöse Normalität "herunterzukochen"?

Was haben sich die Antagonisten der Containerschiffahrt in letzter Zeit alles anhören müssen, die, die behaupten, die Flaminia wäre ein Giftschiff.

Das mit dem Giftschiff ist bei näherer Betrachtung sogar noch untertrieben, denn die Stoffe, deren Gesamtvolumen ein Wilhelmshavener Hafenkapitän mit 3 - 10 Prozent pro Schiffsladung angibt, sind hochbrisant und erinnern in ihrer Zusammmensetzung an einen Chemiecocktail, der, treten diese Stoffe in Wechselwirkung, ungeheure Explosionen und Umweltverseuchungen mit sich bringt.

Die Ladungsliste, über die Dr. Jens Graul im Umweltausschuss nicht diskutieren mochte, befindet sich in aller Ausführlichkeit schon längst im Internet.
[Anm. d. Red.: hier oder am Ende des Artikels können Sie die Ladungsliste als PDF mit den Stoffen herunterlagen]
.


Der Artikel mit den brisanten Informationen trägt nicht zu unrecht den Titel:
Zitat: "MSC Flaminia is a big chemical and toxic floating bomb"
[Quelle: www.odin.tc | 29-08-2012]

Aber nicht nur die Flaminia ist so eine tickende Zeitbombe, sondern jedes Containerschiff, das diese oder ähnliche Stoffe in ähnlichem Umfang mit sich führt.


Deutlich zu erkennen, die explodierten und teilweise zerschmolzenen Container in der Mittelsektion.

Schon 2002 gab es einen Containerschiffunfall, den sich alle diejenigen einmal ansehen sollten, die das ganze auf ein Normalbürgerschlichtungsmass reduzieren und mit der Phrase "das wäre völlig normal" umschreiben.

Auf der Seite "Maritime Bulletin" wird beim Herunterscrollen jedem klar, was für ein Explosivcharakter diese Mischladungen oder der Transport von Feuerwerkskörpern, wie bei der Hanjin Pennsylvania, in sich tragen.
[Quelle: www.odin.tc | 29-08-2012]

Die Havarie der "MSC Flaminia" und das "Hanjin Pennsylvania Disaster 2002" fanden auf See statt und nun kann man sich vorstellen, was passiert, wenn solch ein Containerfrachter in einem Hafen detoniert, vielleicht sogar beim Entladen unter einer Containerbrücke! Man kann so auch nachvollziehen, warum die ausländischen Häfen das Einschleppen der Flaminia unerwünscht war, zumal noch Feuer an Bord loderte.

Ein Grund für solche Unglücksfälle ist nicht nur menschliches Versagen oder vielleicht ein alter undichter Transportbehälter neben vielen anderern Containerboxen, sondern auch die Falschdeklarierung:
Zitat: " ... Nach Einschätzung von Experten muss ein Teil der Ladung falsch deklariert worden sein. "Das passiert leider häufig. Vermutlich wurden Papiere vertauscht", sagte Peter Davenport vom Hamburger Schiffs-TÜV Germanischer Lloyd. Die Verantwortung für den Fehler liege beim Verlader in Shanghai, so der Experte. ...
... Hilflos mussten Kapitän Hartmuth Eckardt und sein leitender Ingenieur Peter Oertel zusehen, wie die "Hanjin" in Flammen aufging. ...
... Ihr Schiff brannte tagelang, weil immer wieder Container explodierten. Fast täglich gab es weitere Detonationen an Bord. Dabei flogen tonnenweise Batteriefeuerwerk und Kanonenschläge aus Asien in die Luft. ... "
[Quelle: www.welt.de | 29-04-2003]

Da das Containergeschäft ein "just in time"-Geschäft ist und Zeit Geld bedeutet, wird es mit den Kontrollen wohl kaum besser werden. Auch der Fall Flaminia zeigt, dass man nicht immer weiss, was sich genau auf den Schiffen befindet. Zuerst rätselte man förmlich über die Ladung, aber vielleicht gehört diese Verwässerung von Fakten auch zum hochsubventionierten Containerschiffsgeschäft.

Der Fall Flaminia zeigt, einfach nur froh sein, das noch nicht soviel passiert ist, kann es zukünftig nicht mehr sein. Allein der Fall Pallas, der wohl vielen noch gut in Erinnerung ist, zeigt, was schon der Unfall eines kleinen Schiffes auslöst, das lediglich Holz geladen hatte:
Zitat: " ... Die Pallas war ein Frachtschiff unter der Flagge der Bahamas, das nach einem Brand an Bord am 25. Oktober 1998 vor der schleswig-holsteinischen Nordseeküste auf Grund lief. Die später festgestellten Unzulänglichkeiten bei der Koordination verschiedener Sicherheitskräfte und mangelnder Sicherheitsvorschriften in ökologisch sensiblen Seegebieten führten zu umfangreichen politischen Untersuchungen und zur Gründung des Havariekommandos. ... "
[ Quelle: wikipedia]

Dieses Verhalten belegt, das man erst nach Katastrophen anfängt zu handeln, denn vor dem Ungkück gab es gar kein Havariekommando. Heute, mit dieser Institution, die ihren Dienst am 1. Januar 2003 aufnahm, behauptet man immer noch, man sei gut gerüstet, eine Behauptung, die beim erlebten Procedere auch eine Menge Fragen aufwirft.

Die Diskussion um die Gefahrenstoffe und die Einschätzung des Gefahrenpotentials durch Menschen und Lobbystrukturen, denen es nur um den reinen Profit geht, muss eine andere Dimension bekommen, natürlich mit öffentlicher Beteiligung und nicht, wie auch bei der Flaminia betrieben, mit der üblichen Salamitaktik der Verantwortlichen.

Die sich häufenden Übungen an der Jade verschiedener Einsatzkräfte zeigen, daß unsere Einschätzung nicht unbegründet ist und das Auflaufen des Öltankers Katja belegt, dass die Küstenregion mit ihrem Tourismus und das Naturwelterbe Wattenmeer nur einen "Wimpernschlag" entfernt sind, von der ganz großen Katastrophe.

Den Befürwortern dieser unverantwortlichen Globalisierung könnte man ihre nicht vorhandene oder nur dürftige Prophylaxearbeit genausogut als Nichtstun auslegen und da erinnern wir an einen Maxime die lautet, daß man für das, was man nicht tut, genauso verantwortlich ist.

Nicht nur Bürger, sondern auch Experten sind besorgt:
Zitat: " ... Mehr Gift auf der "Flaminia" als bisher bekannt? ...
... Experte warnt vor Gefahr für die Umwelt
Einige Stoffe an Bord des Frachters sind offenbar auch krebserregend und lösen sich nicht im Wasser. Falls die Gefahr bestehe, dass die Substanzen ins Wasser geraten, drohe eine Gefahr für die Umwelt, sagte Krock. "Da sind wirklich Substanzen dabei, die nicht in die Umwelt gehören - und schon gar nicht in so ein sensibles Gebiet wie die Nordsee oder den Ärmelkanal. ... "
[Quelle: NDR | 30-08-2012]

Am 9. September 2012 machte der havarierte und extrem beschädigte Containerfrachter am JadeWeserPort fest. Noch immer weiss man nicht genau, was für Stoffe die Flaminia geladen hatte und was sich genau im an Bord befindlichen kontaminierten Löschwasser befindet..Aber heute [10_09_2012] ist ja Pressekonferenz im Hotel Columbia .

Dort wird man uns bestimmt genaueres berichten können über:
- XYLENOLS, SOLID [Xylenole]
- BENZYL CHLORIDE [Benzylchlorid]
- DIACETONE ALCOHOL [Diacetonalkohol]
- DIMETHYLAMINOETHYL ACRYLATE [Dimethylaminoethyl acrylate]
- PHOSPHORUS TRICHLORIDE [Phosphortrichlorid]
... um nur einige zu nennen.


Was aber ist:
- ENVIRONMENTALLY HAZARDOUS SUBSTANCE, LIQUID, N.O.S.?
... oder:
- CORROSIVE LIQUID, TOXIC, N.O.S.?
... oder:
- CORROSIVE LIQUID, ACIDIC, ORGANIC, N.O.S.?
... oder:
- FLAMMABLE LIQUID, N.O.S.?
... oder:
- CORROSIVE LIQUID, BASIC, ORGANIC, N.O.S.?
... Dinge, die sich tonnenweise auf der Flaminia befanden oder noch befinden.

Werden nach der Havarie die Ladelisten in Zukunft sorgfältiger überprüft und härtere Restriktionen in Gang gesetzt?



Die Flaminia mit noch intakter Brücke am JadeWeserPort.

Es dürfte auch spannend werden, wenn jemand die Frage an das Havariekommando stellen würde, ob es nicht unverantwortlich sein könnte, Feuerwehrmänner oder Hilfskräfte auf Schiffe zu entsenden, von denen man nicht genau weiss, was sie geladen haben!

Für eine Bezeichnung "environmentally hazardous substance" lässt sich die Transporthandhabung folgendermassen eindampfen:
Zitat: " ... Gemische aus Feststoffen ... und Flüssigkeiten, die vom Versender als umweltgefährdende Flüssigkeiten oder Feststoffe ... eingestuft werden ... dürfen unter dieser Eintragung transportiert werden, vorausgesetzt es ist zum Zeitpunkt des Verladens bzw. des Schließens der Verpackung nichts ausgelaufen ... "

Na, wissen Sie jetzt mehr und meinen sie, das irgendjemand einen solchen Behälter freiwillig überprüft, einen Behälter, in dem alles sein könnte, was die Einstufungskriterien erfüllt?

Das ist doch nicht gefährlich ... oder?


Wolf-Dietrich Hufenbach
Dokumentarfilmer | Wilhelmshaven

Downloads: Ladungsliste Flaminia

Lesen Sie dazu auch:
09|09|2012: Ende der Odyssee: "Flaminia" im JadeWeserPort

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