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Ein Schiff wird kommen
03|09|2012



Die Havarie der Flaminia macht deutlich, was sich wirklich in den Containern verbirgt, die rund um die Welt fahren.

Hilft wirklich nur noch Beten?

Die Verantwortlichen für den JadeWeserPort handeln mit ein wenig viel zuviel Risikobereitschaft, angesichts der viel zu wenigen Erfahrung im Umgang mit einer solch unbekannten Gefahrensituation wie sie jetzt der Containerfrachter „Flaminia“ darstellt.

Denn was die Herrschaften bisher in Punkto Naturverstand und Wasserbaukunst im Bereich der Urlaubswelt Jademündung und mittendrin im hochsensiblen Weltkulturerbe Wattenmeer geleistet haben und tatsächlich abliefern wollen und auch wohl noch tatsächlicher von den Verantwortlichen der zuständigen anderen Stellen, die offenbar noch weniger von der Materie und dem unabdingbaren Zusammenspiel der Mächte verstehen, abgenommen bekommen, lässt das Ganze doch nur als eine riesige Stümperorgie erscheinen.

Voller Stolz wird sich gegenwärtig wohl in beiden niedersächsischen Hafenstädten – sowohl in Wilhelmshaven als auch in Cuxhaven – gegenseitig auf die Schultern geklopft, was man doch für „Teufelskerle“ sei, die es sogar geschafft hätten, die Behörden der Kanalanrainerstaaten von der „Ungefahr“ des havarierten Giftfrachters zu überzeugen, so dass diese einer Schlepp-Passage durch den Ärmelkanal zugestimmt hätten. Wer hat eigentlich unseren Politikern, unseren Verwaltungsleuten und unseren hochbezahlten „Spezialisten“ ins Gehirn gekotet, dass sie nicht einmal bemerken, wie sie von den Bestimmern in den Anrainerstaaten wie ein Tanzbär am Nasenring geführt werden?

Oder dürfen  sie es nicht bemerken?

Jetzt hat die Teufelsfracht ja ein Ziel – da sind ja in Old-Germany so Begehrliche aufgetaucht, die ihrem Wahnsinnsprojekt JWP mit aller Macht zur Feuertaufe verhelfen wollen – auch und sicherlich um von den eigenen Fehlbarkeiten, oder besser Murksereien bei diesem Projekt abzulenken. Begehrlichkeit schaltet ja erfahrungsgemäß häufig den klaren Verstand aus.


Wenn das Expertenurteil der Gefahrlosigkeit zutrifft, und nicht nur eine Gefälligkeitsverharmlosung gegenüber irgendwelchen Interessengruppen ist, warum, so frage ich, warum wird dann nicht der zunächstliegende Hafen eines europäischen Partnerlandes angelaufen? Die 40 Seemeilen zur Tommyküste wären bei einem Schlepptempo von 3Sm die Stunde doch in einer Tageshelle zu bewältigen. Warum der risikoreiche und gefahrvolle Schleppzug durch den Ärmelkanal und den Großschifffahrtsweg „Deutsche Bucht – und damit alle west- und ostfriesischen Inseln einschließlich Helgoland tangierend und dann mitten hinein in eines der ökologisch wertvollsten Fleckchen Erde, und durch seine Einmaligkeit unersetzliches Weltkulturerbe Wattenmeer? Wie groß muß die Macht bestimmter Kreise sein, dass so bereitwillig nach deren Pfeife getanzt wird?

Die Bombe  „Flaminia“ gehört - wenn sie denn nicht auf offener See entschärft werden kann – in den Hafen, an den Ort zurückgeschickt, an dem man ihr den Zünder einbaute, in dem man sie scharf machte, als man sie mit der Teufelsfracht belud. Aber DAS wollen die „Freunde“ vom Potomac-River mit Sicherheit nicht.

Ewald Eden

Links:
02|09|2012: "Flaminia" auf dem Weg nach Wilhelmshaven

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Kommentare

Peter Hopp| Wilhelmshaven
Holt Eure Festtags-Garderobe aus dem Schrank, zieht die bunten Fähnchen hervor und nehmt Aufstellung zum Winken, ihr Weltnaturerben - schon Mitte nächster Woche kommt unser Glücksschiff. Dem Vernehmen nach hat sich auch Heinrich Hoffmann von Fallersleben angesagt: Er will noch einmal auf seine Insel Helgoland kommen und, wenn das Schiff dort den Zwischenstopp einlegt, die von ihm dort einst getextete deutsche Nationalhymne etwas abwandeln: "Deutschland, Deutschland - es nimmt alles, es nimmt alles Gift der Welt ..."


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