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Luritec: Fäkalieneinleitungen ade?
24|08|2011



Was auf den ersten Blick aussieht, wie ein bepflanzter Blumenkübel, ist ein Modul des Luritec-Systems mit Schilfbepflanzung.

Die Grünen hatten zu einem "Workshop" der besonderen Art eingeladen, der sich wieder einmal mit den Fäkalieneinleitungen an den Wilhelmshavener Südstrand befasste, ein Thema, das trotz Ratsbeschluss für die städtische Lösung noch längst nicht abgearbeitet scheint.

Unzufrieden ist nicht nur Werner Biehl [Fraktionsvorsitzender | Die Grünen | Kreisverband Wilhelmshaven] mit dem Resultat des städtischen Workshops zum Thema Fäkalieneinleitungsreduktion an den Wilhelmshavener Südstrand, dass lediglich einen Mix aus Druckrohrleitung, Feinsiebung und Kanalraumbewirtschaftung vorsieht und den Steuerzahler 20 Millionen Euro kosten soll.

Hier wurde nicht nur seiner Meinung nach nur auf die beschriebene Lösung hingearbeitet.

Ralf Steeg von der Firma Luritec war aus Berlin angereist, um seine beim Workshop eingereichte Abwasserlösung der Öffentlichkeit und der Presse zu präsentieren, eine Lösung, die seitens Verwaltung und Technischer Betriebe Wilhelmshaven [TBW] regelrecht ausgeklammert wurde.

Warum die Wilhelmshavener Verwaltung ihm bis heute seine weiteren Anregungen und Anfragen nicht beantwortet hat, ist ihm schlichtweg ein Rätsel.

Ralf Steeg lobte zu Anfang seines Vortrages die Bürgerinitiative "Die Kaiserlichen KanalarbeiterInnen", aber auch die Verwaltung und die TBW, die sich nach der intensiven Öffentlichkeitsarbeit dazu "entschied" endlich Massnahmen zu ergreifen, um die Fäkalieneinleitungen zu minimieren.

Keines der Untersuchten System, das sei vorweggenommen, kann eine 100% Verminderung der Einleitungen anbieten. Es wäre aber zu überlegen, ob Teile der Abwasserströme bei den verbliebenen Einleitungsereignissen z. B. in den Kanal umgeleitet werden können. Somit wäre eine weitere Reduzierung möglich

Im Gegensatz zur angestrebten städtischen Lösung wird durch das Luritec-System das Schmutzwasser in Container umgelenkt, deren Volumen modular erweiterbar ist, und somit auch dem Klimawandel mit seinen vermehrten Starkregenereignissen angepasst werden kann.

Von der bestehenden Druckrohrleitung zum Banter Siel, von Einheimischen auch das "Goldene Tor" genannt, wird das Abwasser in im Banter See schwimmende Container umgelenkt und dort zunächst zwischengelagert. Wenn die bestehende Zentralkläranlage wieder genügend Kapazität aufweist, wird es dorthin gepumpt und geklärt. Die Anlage ist computergesteuert und sogar die Luft wird gefiltert, so dass keine Geruchsbelästigung entstehen kann.

Das System kann aber noch mehr und so ist in Kombination mit einer Schilfbepflanzung sogar eine Selbstreinigung des verschmutzten Wassers möglich. Mikroorganismen an den Wurzeln der Pflanzen übernehmen den Reinigungsprozess. Die Bewirtschaftung des Schilfbewuchses wird mit 2 Euro und Quadratmeter pro Jahr laut Ralf Steeg zu Buche schlagen und ist so als sehr kostengünstig einzustufen.

Weiterhin könnte man auf den Containern auch Raum für Gastronomie oder Freizeiteinrichtungen in Verbindung mit Wassersport installieren oder mit der Verpachtung der Flächen Geld verdienen, die direkt in die Finanzierung des Projektes mit einfliessen. Für ein Projekt, das in Berlin realisiert wird gab es insgesamt 2 Millionen Euro Fördermittel.

Zusätzlich wäre die Anlage geeignet, das Wasser des Banter Sees mit zu reinigen. Jährlich könnte das gesamte Wasser zweimal durch die Anlage strömen und dabei von den Nährstoffen befreit werden, die das Blaualgenwachstum begünstigen.

Somit wäre Wilhelmshaven langfristig gleich zwei Sorgen los und würde sich insgesamt attraktiver für Touristen und einheimische Badegäste, Taucher oder Freizeitsportler präsentieren können.

Die Kosten für 18.000 Kubikmeter Stauvolumen mit Schilfbepflanzung entsprechen etwa denen der jetzt angepeilten städtischen Lösung, und schlagen mit 18,2 Millionen Euro zu Buche, von denen etwaige Fördergelder noch abzuziehen wären.

Der Vorteil wären aber kurze Planungs- und Realisierungszeiträume [1 Jahr für die Planung und ein weiteres Bauzeit]. Es müssten auch keine Strassen "aufgerissen" werden, wodurch Ausfallzeiten z. B. für Ladenbesitzer grundsätzlich wegfallen würden.

Es ist unserer Meinung nach mehr als erstaunlich, warum sich die städtischen Vertreter aus Verwaltung und Politik schon beinahe traditionell innovativen Ideen, die sogar auf der Expo in Shanghai präsentiert und mehrfach ausgezeichnet wurden, eher verschliessen, als sie in ihre Konzeptionen mit einfliessen zu lassen. Noch unverständlicher aber ist, dass man solchen Unternehmen, die mit Anregungen an die Stadt herantreten nicht einmal eine Audienz gewährt oder auf deren Bitten antwortet. Dabei ist doch der noch amtierende Oberbürgermeister Eberhard Menzel auf jede kostenreduzierende Lösung beim gegenwärtigen Schuldenaufkommen angewiesen.

Noch unveständlicher ist, das den Unternehmen die Ergebnisse von Worksshops geradezu verweigert wird, dabei wird doch hier mit Steuermitteln gearbeitet, die so gesehen nicht gerade hocheffektiv "gehandelt" werden.

Gerade beim sensiblen Thema Fäkalieneinleitungen darf keine Chance ausgelassen werden, um die Einleitungen nachhaltig auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu reduzieren oder ganz abzustellen.

Wilhelmshaven hat sich in seiner derzeitigen Zusammensetzung und der angestrebten Druckwasserrohrlösung wieder einmal bewiesen, nicht Vorreiter sein zu wollen.

Vielleicht lässt sich ja ein neuer Rat nach der Kommunalwahl doch noch für eine neue Lösung begeistern - wünschenswert wäre es für die SteuerzahlerInnen in Wilhelmshaven.


Wolf-Dietrich Hufenbach
Dokumentarfilmer | Wilhelmshaven

Links:
www.luritec.com

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