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Wir sanieren ´mal eben den Banter See
23|06|2011



Eine der zwei Freistrahlanlagen zur Wasserschichtendurchmischung im Banter See von Wilhelmshaven.

Gut gebrüllt Löwe, aber weit weg von einer nachhaltigen Lösung.

Kaum war der Vortrag aus "Nichtöffentlicher Sitzung" verhallt, wurde die geheime aber favorisierte Lösung schon durch die SPD rausposaunt, genauer die Ratsherren Norbert Schmidt und Ratsherr Holger Barkowsky gaben sich ein Stelldichein im völlig neutralen lokalen Heimatblatt, aber nicht ohne Gegenreaktion aus Richtung Jadehochschule Wilhelmshaven.

Für Wilhelmshaven ist das eher ungewöhnlich, denn man schweigt oft aus Angst um eigene Pfründe, nicht so Prof. Dr.-Ing. Juergen Michele [Arbeitsgebiet - Umweltverfahrenstechnik - Mechanische Verfahrenstechnik - Strömungstechnik] und Prof. Dr. Gerd Liebezeit [Institut für Chemie und Biologie des Meeres: Terramare Wilhelmshaven: Spezialgebiet Meereschemie].

Inzwischen aber, das haben unsere Recherchen ergeben, bewegt sich die ganze Stadt. Einige politprominente Postenhascher, so muss man es wohl auslegen, meinen immer noch, wir leben in einer Stadt der zunehmenden Verblödung der Massen - das Gegenteil ist der Fall.

Im grossen Hörsaal wurde zunächst die Wirkung des sogenannten Freistrahlverfahrens dargestellt, das schon über zwei Jahre im Banter See angewendet wird und dessen Wirkung umstritten ist. Letztendlich soll es die Wasserschichten durchmischen und verhindern, dass sich vermehrt Blaualgen bilden.

Juergen Michele erläuterte, dass man den Wirkungsgrad z. B. durch eine Schrägstellung und Durchmesservergrösserung der Propeller, die das Wasser bewegen, noch effizienter gestalten kann. Ein vertikaler Antrieb, also direkt senkrecht von oben, reiche längst nicht so tief und wenn das Wasser sehr warm wäre, würde es auch schnell wieder aufsteigen, so dass eine Kurzschlussreaktion stattfinden würde und die Wirkung sich aufhebt. Auch der Energieverbrauch könnte durch Windenergieantrieb oder Solarantrieb der Anlagen deutlich gesenkt werden.

Den meisten Anteil an der Durchmischung des Wassers habe aber die Natur mit dem Wind.

Die Taucher berichten von einer zunehmenden Eintrübung des Banter Sees und die
früher zahlreich angereisten Taucher von Ausserhalb bleiben wegen Seetiefen von teilweise unter einem Meter einfach weg. Manchmal, so ein Vereinsmitglied des Tauchclubs Manta direkt am Banter See, könne man gerade noch seine Instrumente ablesen.

Unter: http://www.uwc-manta.de/node/27 können sie sich selbst ein aktuelles Bild darüber machen.

Gerd Liebezeit schilderte die Komplexität des Ökosystems und wies darauf hin, dass sich im Banter See inzwischen 3 Arten von Algen "heimisch fühlen", die je nach Art mehr oder weniger toxisch sind. Neben Hautreizungen und Allergien könne es auch schon ´mal vorkommen, dass sich ein Hund an den Algen vergiftet und stirbt, was auch schon am Wilhelmshavener Badesee vorgekommen sei.

Weiterhin erläuterte er, das viel zu spät mit der Erforschung der Blaualgen, die schon seit 1990 auftreten, begonnen wurde und das eigentlich noch wesentlich länger geforscht werden müsste. Messungen haben ergeben, dass der Eintrag von Phosphat auch massiv von Schafen käme, mit denen der Deich beweidet werde. Er sei dafür verlacht worden, aber ähnliche Messungen im Banter See und bei der Raffinerie Wilhelmshaven bestätigen seine Vermutung. Grund allein sei nicht die Anwesenheit von Schafen, sondern deren Anzahl, die viel zu hoch ist.

Er plädiert generell für eine Erhöhung des Salzgehaltes des Banter Sees, die man durch den Meerwassereintrag aus dem Jadebusen oder die Öffnung des Grodendamms realisieren könne. Es gibt natürlich auch Salzwasserblaualgen, die mit zunehmender Temperatur verbunden mit den Klimawandel sich auch irgendwann im Banter See ansiedeln werden, was aber ein "Problem" der nächsten Generationen wäre.

Liebezeit und Michele sind Gegner einer Lösung durch den Eintrag von Bentophos, einer Chemikalie, die schon anderen Seen geholfen haben soll, da die Lösung keinen nachhaltigen Ansatz bietet. Im Rahmen des Vortragsabends "sprang" auch sogleich der Vertriebschef, Dr. Karl-Ernst Nowak auf und hielt einen ungeplanten Co-Vortrag über die Vorteile der als "Chemiekeule" titulierten Lösung, von der niemand sagen kann, welche Wirkungen sie letztendlich auf das Ökosystem habe.

Dr.-Ing. Helmut Manzenrieder[Ingenieurbüro Dr.-Ing. Manzenrieder und Partner] der das Gutachten über "Sanierungs- und Restaurierungsoptionen" des Banter Sees für die Stadt anfertigte und dem schon nachgesagt wird, das er nur das zusammengefasst habe, was jeder schon wusste, war auch anwesend, äusserte sich aber nicht zu Details. Er schliesst den Einsatz von Bentophoss aber nicht generell aus.

In Bentophoss, so haben wir mit einem Chemiker recherchiert, befinden sich auch Lantanionen. Lanthan gehört zu den Seltenen Erden und die sind bekanntlich besonders teuer. Im Falle einer wiederholten Anwendung könnte das die sowieso schon horrenden Kosten für 440 Tonnen Bentophos [geschätzt 1,5 Millionen Euro] zusätzlich in die Höhe treiben ... und war da nicht was mit einem maroden Haushalt in Wilhelmshaven und einem Haushaltskonsolidierungskonzept, dass dringend eingehalten werden muss?


Unterm Strich betrachtet gibt es keine einzig richtige Lösung, was sich auch am Abend in der Jadehochschule herauskristallisierte.

Die Forderung der erwähnten SPD Politiker kann so als Wahlzielmuniton gewertet werden, also als Placebo, denn die Leistungen dieser selbsternannten "Wasserwirtschaftler" beschränkt sich auf temporäre Versprechen, die schon vor mehr als 30 Jahren die Runde machten, um immer wieder im Nirwarna des Vergessens zu verschwinden.

Wir haben da ´mal recherchiert und das sollten sie sich auch auf der Zunge zergehen lassen:
Zitat: " ... Hier werden noch unsere Kinder baden
Wir garantieren den Bürgern unserer Stadt ein Optimum an Erholungsflächen. Wir sorgen für die Harmonie der Lebensverhältnisse in unserer Stadt. Damit auch unsere Kinder noch etwas davon haben. Damit uns das Leben in dieser Stadt auch morgen noch lebenswert erscheint. Die Sorge um unsere Strände, der Ausbau und die sinnvolle Nutzung der uns zur Verfügung stehenden Freizeit- und Erholungsflächen hat Vorrang. Der "Banter See", mit der beliebten dünenumkränzten Badebucht soll Freizeitparadies werden. Für Wilhelmshaven. Für alle Wilhelmshavener. ... "

und weiter:
Zitat: " ... Der Himmel bleibt blau. Das Wasser klar
Wir haben uns entschieden. Klar und eindeutig. Für eine Politik zum Nutzen aller. Für eine umweltfreundliche und realistische Politik. Der Himmel über Wilhelmshaven bleibt blau. Das Wasser der Jade klar. wWir verpflichten Fachleute, Wissenschaftler und die Industrie, die von uns und den Behörden erteilten Auflagen zum Schutz der Umwelt zu befolgen und einzuhalten. Wir erhalten die Landschaft, Leben, Natur und Kultur. Wir blasen frischen Wind in die Segel der Freizeitkapitäne. Damit uns Wind, Wasser, Wellen und Meer auch morgen noch Freude bereiten ..."

Genau, wir haben auch es nicht glauben können, aber den Wahlprospekt von vor über 30 Jahren gibt es wirklich. Ein Gesamtbild auf der Rückseite zeigt den unbebauten Rüstersieler Groden und es trägt die Überschrift:
Zitat: "SPD | Liste 1 - Genutzte Chancen auf richtigem Kurs!"

Soviel zu den dynamischen Leistungen ambitionierter Laienpolitiker, die selten das halten, was sie versprechen. 

Was wir gerade erleben und die geforderte Soforthilfe der SPD für den Banter See, sind das Ringen um das beste Placebo, um die nächste Wahl zu gewinnen, denn Lösungen haben diese Politikerinnen nicht, die lediglich am Fachwissen von "bezahlten Experten" partizipieren und anscheinend nach Gutdünken Lösungen generieren.

So werden wir als Wilhelmshavener wohl wieder genau das erleben, was die Stadt derzeit charakterisiert: Stillstand und Vakuum und die Bürger, das hat auch der Nichtöffentlicher Vortrag am 15. Juni 2011 bewiesen, bleiben wie immer schön draussen.

Netter versuch, liebe PolitikerInnen!


Wolf-Dietrich Hufenbach
Dokumentarfilmer | Wilhelmshaven

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Die Darstelllung des "Trio Infernale Wilhelmshavens" sorgt für Aufregung.
Eine Menge Wilhelmshavener Bürgerinnen protestieren unter dem Motto "Planungswahnsinn am Banter See tut 5.000 Menschen weh" für den Erhalt des Banter Sees, so, wie er ist. Sie wehren sich gegen eine Wohnbebauung für "Priveligierte". Mehr dazu in einem Video ... [das Bild ist vom 15-07-2014] ... .... zum Video | youtube ...



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