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Das Märchen vom „wirtschaftlichen Handeln“ und „DER Wirtschaft“
13|03|2013



Mit Andreas Wagner, dem Oberbürgermeister von Wilhelmshaven, wird alles besser?

Angeregt zu folgendem Aufsatz wurde ich durch Wolf-Dietrich Hufenbachs Artikel zu der geplanten Einschränkung der Kaffeepausen der Mitarbeiter von OB Andreas Wagner: 23.2.2013 „Schonzeit für Wagner ist vorbei“.

Dort ist zu lesen, daß OB Wagner plant, die sogenannte „Frühstücksbereitschaft“ für die Angestellten des Rathauses der Stadt Wilhelmshaven zu streichen, vermerkt in dem sogenannten Haushaltssicherungskonzept. Dort gibt es auch noch weitere wohl klingende Begriffe wie „Optimierung der Arbeitszeiterfassung“ und „Optimierung der Öffnungszeiten“. Dadurch sollen Jahr für Jahr Summen in Höhe von 250.000 Euro aufwärts gespart werden, so behauptet jedenfalls das „Haushaltssicherungskonzept“.

Das Wort Sparen erinnert irgendwie an die große Politik z.b. in Brüssel, wo erst mit Steuerbillionen der europäischen Steuerzahler die verspekulierten Spekulanten, vor allem große institutionelle Anleger, wie Deutsche Bank, Allianz Versicherungen usw., frei gekauft wurden. Fehlinvestitionen von privaten Investoren wurden öffentlich „ausgeglichen“, was eigentlich in der Marktwirtschaft nicht vorgesehen ist, weil die teilweise horrenden Gewinne ja genau immer mit dem „Risiko“ der Investoren begründet werden. Die oben genannten Steuerbillionen zum Wohle der privaten Großen werden vom „Steuerzahler“ wieder herein geholt, der als Strafe dafür wegen seiner angeblich mangelnden „Haushaltsdisziplin“ [wer war hier nicht diszipliniert: 1. die Spekulanten 2. die Regierungen, die das Haftungsprinzip für Verluste in der Privatwirtschaft partiell aufhoben] nun einer „Schuldenbremse“ unterworfen wird = zukünftigen Regierungen, sollten sie sozialdemokratische Anteile enthalten, sind damit langfristig die Hände gebunden.

Ähnlich soll wohl nun auch in Wilhelmshaven „gespart“ werden, was am anderen Ende zuvor heraus geschleudert wurde:

Ist eigentlich irgendwo öffentlich einsehbar, wie hoch z.B. die Bewirtungskosten allein waren in den letzten zehn Jahren im Zusammenhang mit „hohen Besuchen“ auf dem JadeWeserPort? Mein Rechtschreibprogramm zeigt immer noch einen Fehler an, wenn ich den Hafen für tiefgekühlte Teppiche in der neu-ökonomischen Schreibweise von:
"EinFlußbeiRüstringenUndEinFlussWeiterRechtsBeiBremenUnd-
EinFlussNochWeiterNichtErwähntWirdWoHerrJohnNiemannJetzt-
WohntUndArbeitetHafen"
in das Textformular der "GrossenRechenMaschineAuchFürBuchstaben" tippe.


Ja, die Lesbarkeit wird durch solch eine Schreibweise nicht gefördert. Aber: Es wird an LEERZEICHEN gespart! Wie gigantisch!!! Es sieht schneidig und professionell aus wie ein Glanz-Scheck-Anzug von einem, der sich An-der-Hand-Führer nennt [=Manager]. Das Wort, bei dem sofort alle Menschen zusammenzucken, wie früher bei dem Wort Kaiser [nicht der Franz] oder bei dem Wort Zenturio o.ä., stammt etymologisch tatsächlich von dem Wort ab, welches heute noch in dem Wort Manege [Zirkus!] in Reinform enthalten ist [ital. Maneggiare – an der Hand führen].

Also: Ich möchte nur auf ein eventuell gegebenes Mißverhältnis hinweisen zwischen den Bewirtungskosten für Gäste des Milliarden-Projekts, welches Wilhelmshaven endgültig in eine hoffnungslose Schuldenfalle manövriert hat, und den ganz normalen „Erholungs-“Kosten der Menschen, die tagtäglich tagein tagaus nicht nur zu Megaereignissen, sondern von Montags – Freitags, von in der Früh bis Freitags Mittags in der Regel ihren Dienst tun im Dienste der Bürger und auch ihres nicht mehr so ganz neuen Chefs.

Wir hatten mal ein Arbeitsrecht in Deutschland, welches ein wenig die Kluft zwischen dem „Kapitaleigner“ [Arbeitgeber] und denen, die ihre Arbeitskraft tatsächlich geben und nicht nur ihr Geld, was von irgendwo her vorher stammt, manchmal aus nicht ganz geklärten Quellen [wer kann sich wirklich für einen Lohn von 7 Euro/Stunde in einem Arbeitsleben 5 Millionen Euro zusammen arbeiten, Überstunden mit einberechnet?] ausgleichen soll und die in dem „Arbeitsverhältnis“ eindeutig Schwächeren, die Arbeitenden selbst, vor „der Herrschaft“ ein wenig wenigstens schützen soll/sollte.

Die Partei, die zur Erheiterung Aller [außer den heute noch Schutzbedürftigen selbst] sich immer noch „SPD“ nennt, hat mit Herrn Gazprom Schröder dieses in den 70er Jahren erkämpfte und eigentlich sehr bewährte Arbeitsrecht schön Stück für Stück demontiert [was Helmut Kohl seit 1983 noch nicht geschafft hatte, weil es damals noch eine Opposition gab]. Noch komischererweise berufen sich heute inzwischen die Lobbyisten der Kapitalkräftigen, also CDU und FDP genau immer auf die SPD, die ja diese schlimmen Verhältnisse für die Arbeitnehmer eingeführt habe. Aber das nur am Rande. Von der SPD und den Grünen wehrt sich nie jemand gegen solche Blödsinnrhetorik.

Das ist der größere Zusammenhang, in den eingebettet die Streichung der Kaffeepausezeiten für die OB Wagner Mitarbeiter und alle anderen im Rathaus gesehen werden muß.

Die Rechte und auch die ganz normalen Bedürfnisse der Normalbevölkerung und der normalen Arbeitnehmer werden verkürzt, wo es nur geht, sei es durch Umwandlung der früher sicheren unbefristeten Arbeitsplätze in zunächst befristete [jederzeit kündbare] und dann ganz toll die „Scheinselbständigkeit“, in die viele in einem allein im Begriff schon deutlich werdenden ZYNISMUS hinein gezwungen werden, gegen ihren Willen, aber auf dem Papier natürlich freiwillig. Um seine Existenz zu retten und um nicht in der Manege der Hartz Vier Überwachungs - Behörden zu landen, wo man jetzt endgültig von irgendwelchen ständig wechselnden Agentur-Agenten am Nasenring durch die Niedriglohnlandschaft geschleift wird [Manege = Manager = Fall-Manager – erkennen Sie die Logik?], unterschreibt notfalls auch eine Aufhebung des bisherigen unbefristeten oder befristeten Arbeitsvertrages [es gibt spezielle – teure – Seminare für Arbeitgeber, wo diese beigebracht bekommen, wie man auf besonders geschickte und brutale Weise „widerwilllige“ Arbeitnehmer zu dem gewünschten Arbeitsergebnis hinmobbt].

OB Wagner ist angetreten, in die „lahme“ Verwaltung von Beamten, den „frischen Wind“ der „Wirtschaft“ einzuhauchen. Er ist ein Mann der Wirtschaft. Wirtschaft dringt aus allen seinen Poren, das spürt man sofort, wenn man mit ihm in Kontakt kommt. Er macht auch keinen Hehl daraus, daß er „Wirtschaft“ als das z.b. „Demokratie“ oder „Mitbestimmungsrechte“ überlegenere Modell ansieht. Weil es sich dann hinterher auszahlt für alle angeblich. So wird immer von allen GROSSEN Wirtschaftslobbyisten behauptet. Weil man ja nur verteilen kann, was man vorher verdient hat.


Wilhelmshaven spottet z. Zt. über einen "Geisterbus" für einen "Geisterhafen", d. h. eine "Extra-Buslinie" ohne nennenswerte Mitfahrer, die imagefördernd für einen Containerhafen wirken soll. Sie kostet den Steuerzahler jährlich 28.000 Euro.

Im Falle von Wilhelmshaven wurde erst einmal verteilt. Bevor man verdient hat. Verteilt an alle, die am Hafenbau in irgendeiner Art und Weise verdient haben, sei es Architekten, Planer, Berater, Geschäftsführer, inzwischen sogar „Geisterbusfahrer“, Unternehmen, die den Abriss eines Campingplatzes bewerkstelligten und Bäume fällten usw. usw. . Die Baufirmen habe ich jetzt noch vergessen. Da gab es ja auch gleich mehrere, die sich darum beworben und bekriegt haben, weil es ja so lukrativ war. Der, der gewann, versemmelte dafür die Kaimauer, so wie's im Moment ausschaut und damit auch mehrere Eröffnungstermine. Ob in Wilhelmshaven durch den Hafen je verdient wird, steht noch in den Sternen. Oder wohl eher in dem Lauf der Asteoriden und Meteoriten.

Es gibt nun in der „Verwaltung“ der Stadt Wilhelmshaven ganz normale, in den Augen von Herrn Wirtschaftsmanager Wagner wohl strunzdoofe Tätigkeiten, wie z.B. das Melderegister, das Geburts- und das Sterberegister. Die Angestellten und Beamten im Sterberegister haben wohl insgesamt seit dem Ausbluten der Stadt mangels Zukunftsperspektiven seit den 90ern [genau während des Wirtschaftsbooms – merkwürdig antizyklisch] mehr zu tun als ihre Kollegen vom Geburts- und Melderegister. Leider muß diese Arbeit aus gesetzlichen Gründen, und um auch eventuelle Sozialschmarotzer ausfindig zu machen durch Zahnbürstenüberwachung in Hartz Vier Haushalten [EIN Haushalt, aber eben mit Hartz vier gefüllt], getan werden, auch wenn sie dem Hafen in erster Linie gar nichts bringen.

Es wird kein internationaler Investor angelockt, dadurch daß Frau X aus dem eben erwähnten Registeramt ihre Arbeit besonders ordentlich und pflichtbewußt tut. Eigentlich ist sie überflüssig deswegen. So wie man eigentlich auch nur noch Polizei bräuchte zur Überwachung der Reichen, aber nicht mehr zur Schlichtung und Klärung von Konflikten unter den Nicht-Reichen. Es wird ja dementsprechend auch schon reichlich Personal abgebaut bei der Polizei seit Jahrzehnten. Im Brennpunktviertel F'groden gibt es deshalb schon seit sehr langer Zeit keine eigene Polizeiwache mehr. Was soll man sich mit den „Asos“ abmühen. Aber Werkschutz auf dem JaWePo!!!! Wichtig!


Zurück zu der fiktiven Angestellten des Sterberegisters. Ob sie ihre Arbeit pflichtbewußt und ordentlich macht oder nicht, ist für das große Big Business des Herrn Wagner und der Stadt Wilhelmshaven unerheblich. Aber wenn diese Dame dann einen Kaffee mal trinken möchte und mit Kollegen einen Plausch halten will, das muß unterbunden werden! Steuergelder werden verschwendet! Das Sparziel Deutschlands in der EU droht nicht erreicht zu werden! Der Vasall Geßler, ach Verzeihung, Deichvogt Wagner nimmt seinen Hut – nein, nein! Nicht im übertragenen Sinne! - und läßt ihn vor dem Rathaus und vor allem vor den Stechuhren seiner eigenen Mitarbeiter auf einem Stock aufhängen und vor diesem Hut haben alle den Vertreter DER WIRTSCHAFT zu grüßen und einen Diener zu machen!! Friedrich Schiller war kein Schweizer, schon gar nicht vom Vierwaldstätter See. Er war ein Deutscher. Und kannte die Verhältnisse und den deutschen Geist zu seiner Zeit sehr genau!

In dieser ganzen Angelegenheit mit Kaffeebereitschaft und Stechschritt verzeihung Stechuhren zeigt sich die ganze Menschenverachtung, die Dienstherr Wagner gegenüber seinen eigenen Mitarbeitern hat. Ist das das, was Studenten an den Wirtschaftsunis und Managerschulen [=Zirkus = Manage, s.o.] lernen?

Wie man den „Rest“ des Volkes, also die Meisten, unterdrückt, verarscht, hinters Licht führt, „zur Arbeit anhält“ [=hetzt], immer noch mit dem zynischen Versprechen auf den Lippen, daß ja – IRGENDWANN – sie selbst ja auch mal davon profitieren werden, wenn die Wirtschaft dadurch dann „in Gang gekommen ist“ usw. usw. usw.. Ja , wenn bei der gigantischen Umweltzerstörung von heute die Wirtschaft angeblich immer noch nicht in Gang gekommen ist, und erst noch weiter investiert werden muß, damit die normalen Menschen auch normal leben können, ja, was haben die, die von DER WIRTSCHAFT, denn dann noch mit uns vor?

Unser Gazprom-Kanzler hat es gerade ganz neu verkündet heute [11.3.2013]:
Deutschland braucht Hartz Acht! Um die internationale Wettbewerbsfähigkeit weiterhin sichern zu können, brauchen wir eine AGENDA 2020. Ja, was soll das denn sein? Arbeitslager für Alle? Zwangsarbeit als Regelarbeitsverhältnis?


Wir dürfen gespannt sein, oder wird man wohl sagen müssen, wir werden es fürchten lernen, zu was Reiche und Reichenlobbyisten fähig sind [hier ein Kanzler von der SPD!], die Angst haben um ihre Riesen Reichtümer, die sie in nicht einmal zehn Leben hintereinander auffressen können.

Die Streichung der Kaffeepausen für die Investoren-neutralen Mitarbeiter der Wilhelmshavener Verwaltung wird Wilhelmshaven vor der Kommunalaufsicht retten und die 270 Milllionen Euro Schulden dahin schmelzen lassen, wie den Schnee in der Sonne. [Oder soll man lieber sagen, wie die paar kleinen süßen Atomkerne in Fukushima vor zwei Jahren?]

Wir wünschen Herrn OB Andreas Wagner weiterhin eine glückliche und menschliche Hand im Umgang mit seinen eigenen Mitarbeitern!

Ich brauch' jetzt erst Mal einen Kaffee!
Heidi Berg

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