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Kunsthallenstreit Wilhelmshaven
20|01|2014



Vor der Kunshalle ging es zunächst einmal feurig los.

Wo geht sie hin, die Kunsthalle, wo und wann wird die Kulturlandschaft das, was sie sein könnte?

Alles Fragen, die in Wilhelmshaven eigentlich schon seit Jahrzehnten diskutiert werden müssten, aber selten offen verhandelt werden. Da werden Pläne hinter verschlossenen Türen geschmiedet und kurz vor Entscheidungsschluss wird die Öffentlichkeit und das Gros vom Rat der Stadt Wilhelmshaven mit eingeweiht.

Dieses Procedere trifft auf fast jede Entscheidung zu, die von den Gremien für die Stadt verabschiedet wird. Unzufrieden macht, dass es kein Konzept und damit auch keinen schlüssigen Plan für die Ausgestaltung dieser zukünftigen Kulturlandschaft gibt.

Da wabern höchstens wage Vorstellungen durch Wilhelmshaven und man hat schon manches Mal das Gefühl, dass die Geschicke der Stadt von einigen wenigen weiterhin bestimmt werden sollen.

Der, der die Kulturlandschaft in den nächsten zwei Jahren ordnen soll, der Dr. Jens Graul, hat sich eigentlich schon längst überlebt und soviele Millionen in den berühmten Sand gesetzt, mit denen man die Kunsthalle schon längst zu einem Aushängeschild hätte machen können. Genau dieses Fossil soll nun weitere zwei Jahre bestimmen, wo es langgeht – ein fulminant inszenierter Treppenwitz!

Hochtrabende Pläne verhindern bis heute einen nachhaltigen wirtschaftlichen Umgang mit Geld, das Reinhard-Nieter-Krankenhaus ist nur ein Beispiel für das Versagen der ortsansässigen Lokalpolitiker, der Jade WeserPort, das Milliardengrab am Tiefen Fahrwasser, die Krönung. Fehler werden leider nur zu selten, wenn überhaupt, eingestanden und bei Dr. Jens Graul sucht man dieses Gen zum Eingeständnis, auch selbst zur Misere beigetragen zu haben, bis heute vergebens, ebenso, wie den Mut zum Rücktritt.

Von viel Geld ist die Rede, das man nicht hat, ein Umstand, der immer wieder als Ursache für die Grundproblematik angeführt wird, aber auch zur Verbesserung des Kulturangebotes beitragen soll. ... Wie bitte? ... Es ist schon ziemlich kryptisch, zu behaupten, dass durch Geldverknappung eine Verbesserung der Kulturlandschaft eintreten soll.

Urban Priol verwies in seiner letzten Jahreszusammenfassung schon daraufhin, dass "Gut und Billig" leider nur in der Werbung funktioniert und selten etwas mit der Wirklichkeit zu tun hat.

Schon länger hängt die Kunsthalle Wilhelmshavens am Tropf vom stetig schrumpfenden Haushaltsetat der Jadestadt und natürlich wird zuerst bei den Freiwilligen Leistungen gespart. Logistiktage, Kohlekraftwerke, marode Kliniken, Luftschlössser sind allemal dazu geeignet jeden verfügbaren Cent der SteuerzahlerInnen per Blankoscheck überwiesen zu bekommen. Kunst und Kultur dürfen derweil weiter ihr Schattendasein führen und sind dadurch geprägt, selten Kunst oder Kultur zu sein, die aus sich selbst heraus entsteht.

Was in Dangast durch den Streit um die Kuranlage durch Künstler entstanden ist und entsteht ist beispielhaft und könnte auch in Wilhelmshaven entstehen, wenn man denn offen diskutieren würde und nicht jedes Mal durch die jadestädtische Gesichtskontrolle nur das zulässt, was einer kleinen Minderheit beliebt.

Künstler, die schaffen wollen, muss man auch gewähren lassen und ihnen nicht jedes Mal den Satz auf die Nase binden, dass Kunst brotlos ist. Kunst sind aber auch nicht nur große bekannte Künstler oder deren broße Bilder an Wänden, wie Radziwill, den man regelmässig aus Dangast importiert oder wie jüngst geschehen, vergrössert an die Wand malen lässt.

Kunst ist ein offener und für viele geradezu irrationaler Diskurs, und manchmal einfach nur dazu da, einfach da zu sein. Schon in den Hochschulen finden erbitterte Machtkämpfe statt, wer denn nun der Beste sei, was der Kunst insgesamt betrachtet abträglich ist. Somit ist "Küntsler untereinander" oft schwierig, aber nicht unmöglich. Viele Künstlergruppen beweisen das Gegenteil und belegen, dass auch unterschiedlichste Charaktere, wenn auch nicht für immer, zusammenarbeiten können und wichtige kunsthistorische Strömungen schaffen, nehmen wir einfach nur ´mal die Gruppe "Der Blaue Reiter".

In Wilhelmshaven geht das nicht, da können viele Menschen schon nicht miteinander, weil man nicht dazugehört, zu dem erlauchten Kreis von Entscheidern, an denen jegliche Kritik schon vor lauter falsch verstandenem Lokalpatriotismus abprallt.

In Wilhelmshaven ist das Heer der EntscheiderInnen hoch konservativ und folgt dem Motto "Nichts ist so beständig, wie der Wandel", gepaart mit der These "optimieren, verschlanken, Kosten senken". Diese viel zu oft selbst ernannten und damit genau so oft angeblichen Wirtschaftsfachleute wenden Dinge auf die Kunst an, mit denen man von Vornherein Schiffbruch erleiden muss, so, als würde man die berühmten Äpfel mit Birnen vergleichen.


Ein Schokladenproduzent und gleichzeitig größter Gewerbestreuerzahler Wilhelmshavens brach eine Lanze für den Erhalt der Kusthalle am gleichen Standort.

Die Kunsthalle war am Freitag ungewöhnlich voll an Bekennern, die auch irgendwie artikulierten, die Nase voll davon zu haben, wie in Wilhelmshaven mit Kunst, Kultur, aber auch miteinander umgegangen wird. Sponsoren traten ans Mikrofon und sprachen davon, die Kunsthalle und deren Fortbestand mit Geld sichern zu wollen. Das dürfte wohl auch ganz im Sinne der Stadt sein, die sich nur allzu gerne aus freiwilligen Leistungen herausmanövriert, um dieses Geld dann, wie oben schon erwähnt, in anscheinend existenziell wichtige industrielle oder anscheinend überregional als sensationell angepriesene Rohrkrepierer zu versenken.


Der ehemalige Kultur- und Umweltdezernent, Dr. Jens Grual, reproduzierte sich selbst, trug aber wenig bis gar nichts zum Gelingen des Fortbestandes der Kunsthalle bei.

Der aus dem Amt geschiedene ehemalige Kultur- und Umweltdezernent und frisch ins Amt eines Kulturbeauftragten gehievte Dr. Jens Graul schlug unter anderem einen Kulturfonds vor, bei dem dann eventuelle Antragsteller höchstwahrscheinlich wieder als Bittsteller auftreten dürfen, um vielleicht etwas aus dem Topf bekommen zu dürfen - ein sensationeller Vorschlag, auf den die Betroffenen ohne Dr. Jens Graul nie gekommen wären!


Der stadtbekannte Künstler Hartmut Wiesner initierte die Diskusionsveranstaltung durch einen Offenen Brief.

Auch der eigentliche Initiator, Hartmut Wiesner, der sich bei den zuständigen Verwaltungsmenschen erst durch einen offenen Brief Gehör verschaffen konnte, und auch nur, weil dieser im lokalen Heimatblatt als Anzeige abgedruckt wurde, ist empört. Er kritisierte die Stadt für ihren Umgang mit denjenigen, denen die Kunst und die Kunsthalle am jetzigen Standort wichtig sind. Sehr deutlich wurde, dass im Vorfeld gar keine offene Diskussion oder gar ein Gespräch stattgefunden hatte. Währenddessen wird in den Gremien nach wie vor über die Köpfe hinweg weiterentschieden, was einmal Kulturlandschaft sein und wo sie zukünftig angesiedelt und ausgestellt werden soll. Das belegt auch das Scheitern eines Kulturkolloquiums, das nie ernsthaft stattfand oder die Tatsache, dass die Kunsthallenleiterin, Dr. Viola Weigel, von den Plänen die Kunsthalle eventuell im Küstenmuseum zu integrieren, erst erfährt, wenn diese Entscheidung zur Abstimmng dem Rat vorgelegt werden soll.

Die Aura des Kulturbeauftragten Dr. Jens Graul war an diesem Abend eigentlich gar keine und seine Worte deshalb auch nicht so wichtig, dass man daraus wesentliches für die Zukunft hätte entnehmen können.

Vielmehr wurde deutlich, dass diejenigen, also die Kunstschaffenden, in dieser Stadt bisher wenig Entfaltungs- und Entscheidungsmöglichkeiten besitzen, einer städtischen Kulturlandschaft ein Wilhelmshavener Gesicht zu geben, ´mal abgesehen von den nicht zur Verfügung stehenden Mitteln.


Es war ungewöhnlich voll in der Wilhelmshavener Kunsthalle.

Die Kunstfreunde fühlen die Kunsthalle sehr wohl integriert in Stadt und Umgebung und weisen ihr auch eine überregionale Bedeutung zu. Irgendwie wird man das Gefühl aber nicht los, dass noch zu wenig passiert und Kunst in Wilhelmshaven eher ein Schattendasein führt. So wurde auch die Vermarktung als verbesserungswürdige Schlüsselposition angeführt oder die Einbeziehung von Gastronomie in die Kunsthalle selbst.


Die Künstler aus Dangast mit ihrer Kampagne "Dangast hat Gesicht" im Oktober 2012 zu Besuch in Wilhelmshaven.

So richtig zum Leben brachten letztes Jahr die Künstler aus Dangast die Kunsthalle, d. h. sie hatten es versucht. Extra mit der Etta über den Jadebusen verschifft demonstrierten sie vor Wilhelmshavens Kunsthalle mit der Kampagne "Dangast hat Gesicht" wie man es machen könnte. Leider war zu diesem Zeitpunkt nur eine Person aus der Kunsthalle zugegen, was zeigt, dass, wenn etwas passiert derzeit noch wenig Bewegung entsteht, will man eine Kunsthalle ins Zentrum des Bewusstseins und damit auch in die Öffentlichkeit rücken.

Vielleicht ist den Wilhelmshavenern auch zu wenig, wenn Künstler in Dangast gegen den Abriss der Kuranlage aufbegehren, aber ´mal ganz ehrlich, auch Protest gehört zur Kultur und da scheint es in Wilhelmshaven ein stark ausgeprägtes Defizit zu geben.

Kunst ist und bleibt ein Zuschussgeschäft, so, wie die 118.000 Euro Tantiemen der städtischen Volksvertreter, die jährlich an diese für fragwürdige wirtschaftliche Erfolge in den Gesellschaften und Eigenbetrieben wie selbstverständlich ausgeschüttet werden. Während an der Existenz der Kunsthalle, so wie sie ist, gerüttelt werden soll, wird nicht einmal ansatzweise darüber nachgedacht, die Gelder aus den Gremien vielleicht in die Kultur zu überführen, wie auch, wenn die EntscheiderInnen über die Ausschüttung die Beteiligten selbst sind. Dieses Selbstverständnis macht regelrecht krank und dieser Widerspruch lässt sich auch mit größtem Wohlwollen nicht begründen.

Im Moment bleibt den Kunstfreunden Wilhelmshavens nur die Hoffnung, dass nicht schon längst wieder über ihre Köpfe hinweg entschieden worden ist und eine Art Kulturattaché, dessen Ideen längst überholt sind und dessen Habitus manches Mal bis viel zu oft an unbegründete Selbstbeweihräucherung erinnern.

Hinzu kommt eine völlig ungeordnete und unkoordinierte Kulturlandschaft, die höchstwahrscheinlich nur mit frischem Wind und neuen, offenen und innovativen Geistern zum Leben erweckt werden kann – ob ein Pumukl-Museum dazugehören sollte, darf stark bezweifelt werden.

In Pilsen, dem Geburtsort von Karel Gott, ist ja auch noch keiner darauf gekommen, ein "Biene Maja Museum" zu errichten, nur weil der bekannte Schlagersänger das Titellied singt.


Die Krönung dieses Kunstverständnisses könnte sein, den Inhalt von Überraschungseiern als Kulturgut zu deklarieren.

Die Empörung war an diesem Abend groß - zu recht - und es wäre Wilhelmshaven zu wünschen, dass diese Aktion kein Strohfeuer bleibt, sondern zu ständigem, drängenden und vor allen Dingen viel öffentlicherem Engagement führt.


Wolf-Dietrich Hufenbach
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