Bild: GRUPPO635.com | hufenbach

Bild: GRUPPO635.com | hufenbach






UMZU













VERMISCHTES






WETTER



Mixt "NGO´s"

















PARTEIEN



Bild: GRUPPO635.com | hufenbach





Bild: Grafik Bürgerportal Wilhelmshaven
   

Die "unsichtbare Hand des Marktes" verschenkt Öl und verkauft Altersheime
09|12|2014



Die unsichtbare Hand des Marktes hat sich nun auch die städtischen Wilhelmshavener Altenheime einverleibt.

Als "unsichtbare Hand des Marktes" wird die Funktionsweise einer "Marktwirtschaft" beschrieben, die durch das angeblich freie Wirken von Angebot und Nachfrage "automatisch" zu optimaler Organisation gesellschaftlicher Vorgänge führe.

So die Theorie des Kapitalismus und die ständige Propaganda des "Neo-Liberalismus". Zurück geht der Begriff auf den englischen Theoretiker Adam Smith [1723-1790].

Die Hypothese, daß ein durch Eingreifen staatlicher Lenkung NICHT gestörtes "freies" Aufeinandertreffen von Angebot und Nachfrage automatisch zu Segnungen der Menschheit führt, ist nicht nur mehr als gewagt, sondern inzwischen tausendfach widerlegt.

Das Angebot von zu kurzfristigen [nur ein paar Jahre, dann sind die Böden ausgelaugt und verwüsten] Ackerflächen [Sojaanbau] "umwandelbaren" Regenwäldern lockt "Marktteilnehmer" [Klimaverbrecher] zur Brandrodung riesiger Flächen intakter Natur, auf der Nachfrageseite stehen wir Industrieländer, die jeden Tag ein Steak auf dem Tisch haben wollen, auch wenn unser Körper das gar nicht braucht. Für das Steak müssen vorher Rinder wachsen, und die werden mit eiweißreicher Sojakost gefüttert, die auf brandgerodeten Flächen rund um den Erdball und Äquator massenweise angebaut werden.

Zahllose Pflanzen- und Tierarten, ein Genreservoir ungeahnten Ausmaßes, werden einfach vernichtet, weil die "Nachfrage" in den industriellen Ländern es fordert und das Angebot in den entsprechenden Tropenländern technisch möglich ist. Es ist sogar so, daß Europa aus angeblich ökologischen Gründen beim Benzin für Autos eine Beimischung von "E10", das sind Kraftstoffe aus "nachwachsenden Rohstoffen", gesetzlich vorschreiben. Der Regenwald-Holocaust und damit die Vernichtung der grünen Lunge unserer Erde werden von unserer europäischen Regierung vorgeschrieben und auch noch zynischerweise mit "Umweltgesichtspunkten" gerechtfertigt. Verrückter geht es nimmer.

Aber nicht nur die Vernichtung der Regenwälder auf der gesamten Erde führt zu unwiderruflichen Klimakatastrophen für unsere Zivilisation in den nächsten Jahrzehnten, sondern auch der ungehemmte Verbrauch von nicht-nachwachsenden Rohstoffen, den sogenannten fossilen Energieträgern, das sind vor allem Öl, Kohle und Erdgas.

Das Öl ist ein wertvoller Rohstoff für die Pharmazie, für Kosmetik, für die Chemie [Plastikherstellung], wird aber vor allem für Autofahrten von A nach B, Industrieproduktion und Heizung in den reichen Ländern verbraucht, man muß eigentlich sagen verschleudert.

Wie lange die Erdölreserven wirklich noch reichen, sagt niemand. Da aber die großen Energiekonzerne bereits irrsinigen Aufwand und "Forschung" auf sich nehmen, um bereits jetzt die aller-aller-letzten fossilen Energie"träger" aus schier völlig unzugänglichen Erdtiefen oder unter Ozeanen zu bergen, ist ein Indiz dafür, daß das "normale" Öl aus Saudi-Arabien usw. nicht mehr so ewig lang aus der Erde zu holen ist. 20 Jahre? 30 Jahre? Allerhöchstens, glaube ich, was die regulären Ölreserven anbelangt. Vielleicht werden aber auch wir alle belogen und es sind nur noch 10 Jahre oder noch weniger. Nichts genaues weiß man nicht.

Bei einem solch knappen und absehbar bald überhaupt nicht mehr verfügbaren "Rohstoff" wie Erdöl würde man nun erwarten, daß die "unsichtbare Hand des Marktes" doch wegen des drohenden Ausfalls als Angebot den "Preis" unaufhaltsam und exponentiell in die Höhe treiben müßte. Wenn es diesen segensreichen "Automatismus" der Marktkräfte wirklich gäbe.

Das Gegenteil ist der Fall:
Der Ölpreis fällt und fällt und fällt. Von 100 Dollar pro Barrel vor etwa fünf Monaten auf 70 Dollar jetzt. 60 Dollar sind möglich.

Aber warum? Wie geht das denn? Das ist doch überhaupt nicht "marktlogisch"?

Es ist zwar nicht marktlogisch, aber machtlogisch. Die Saudis wollen amerikanische Schieferölproduzenten [das sind die mit dem fracking vom Markt drängen ]. Um es noch genauer zu sagen: das Ölkartell OPEC [nicht zu verwechseln mit OECD, das hat was mit Menschenrechten in Europa zu tun] hat die Ölfördermengen nicht, wie geplant, reduziert, sondern holt aus der Erde raus, was das Zeug hält.

Kartell. Klingt ja nicht gerade nach Markt. Bzw. nach idealen Marktbedingungen. In Deutschland gibt es das Bundeskartellamt. Das schreitet z. B. ein, wenn die überschaubare Anzahl von Tankstellenbetreibern in Deutschland Preise untereinander absprechen, z.b. kurz vor Ferienbeginn oder kurz vor dem großen Pendlerverkehr am morgen und am Abend. Würde nur einer der Anbieter die Preise erhöhen, würde sich das schnell rumsprechen und alle Autofahrer diesen Anbieter meiden und bei den anderen Tankstellen volltanken. Für die globale "Vermarktung" [Verramschung] von Erdöl gibt es allerdings kein UNO-Kartellamt. Die, die faktisch die größten Mengen fördern, können die Preise bestimmen, je nach dem, wieviel sie gerade anbieten oder wie wenig.

Wenn die Saudis jetzt z.b. die Fördermengen nicht drosseln, dann liegt das aber nicht daran, daß das Öl im Überfluß vorhanden wäre [es ist bald komplett alle], sondern es geschieht nur für einen kalkuliert kurzen Zeitraum, bis anderen kleineren Anbietern die Luft ausgeht und sie konkurs anmelden müssen. In dem Moment wächst die Marktmacht der großen Anbieter dann noch mehr.

Die propagierten Vorteile der "Marktwirtschaft", also dem Zulassen des „freien Spiels der Kräfte“ auf einem bestimmten Sektor oder sogar allen mit der Argumentation, diese Form der gesellschaftlichen Produktion führe zu einem optimalen Ergebnis für ALLE Marktteilnehmer, also auch die schwachen, sind eine Illusion. Sie beruhen auf Modellen, die viele Faktoren und Aspekte ausblenden, z.B. Kosten zukünftiger Generationen, wie man jetzt am Beispiel der Atomindustrie sehen kann, die jahrzehntelang – staatlich hoch subventioniert – Mega-Milliarden-Gewinne eingefahren hat und jetzt versucht, die absehbaren Folgekosten, die einfach nur in die Zukunft projeziert wurden, nun auf die Allgemeinheit abwälzen möchte über firmenrechtliche Tricks, die allzu durchschaubar sind.

Jahrzehntelang wurden die Forschung der Atomwirtschaft staatlich über Steuern und privatwirtschaftlich über den Strompreis bereits den Endverbrauchern angelastet, während die Gewinne "privat" verbucht wurden, also in die privaten Kassen einiger weniger gespült wurden. Dort sind sie jetzt durch die Eigentumsgarantie unseres Grundgesetzes erstmal gesichert. Die Kosten der Forschung der Atomindustrie verblassen allerdings gegen die zu erwartenden Kosten der tausendjährig strahlenden Atom-"Abfälle", die unsere Umwelt, unser Grundwasser, unsere Nahrung etc. auf zig hundert Generationen hinaus vergiften wird, unwiderruflich. Es gibt allerdings einen emeritierten Fachhochschulprofessor, Herr Prof. Appel aus Schortens, der ist anderer Meinung. Der glaubt, daß irgendwann plötzlich ein Dr. Düsentrieb aus Entenhausen vom Himmel fällt, wahrscheinlich landet er mit einem Fallschirm direkt auf unserem Containerhafen, und aus dem Atommüll durch eine "Erfindung" Apfelmus und Nutella macht.

Lutz Bauermeister, der wöchentlich in der WZ seine politischen Ansichten verbreitet, ist übrigens der gleichen Meinung. Zukünftige Generationen werden sich allerdings wahrscheinlich an diese Leuchten der Hoffnung und rosa gemalten Zukunft [und Verblendung] nicht dauerhaft erinnern, sie werden einfach daran verzweifeln, wie sie auf unserem Planeten unter solchen Bedingungen überhaupt noch leben können.

Diejenigen, die in der Öffentlichkeit und Politik laut nach MARKT schreien und den Segnungen der Marktwirtschaft usw., allen voran die INSM mit Herrn SPD Clement an der Spitze, sind meist solche Marktteilnehmer, die auf dem Markt bereits eine vorherrschende Stellung gewonnen haben und dadurch übermäßige Vorteile daraus ziehen können. Dazu gehören z.B. alle Automobilhersteller, weil es da praktisch einen funktionieren Markt auch nicht mehr gibt. [Und natürlich auch Reedereien.]

Die Autozulieferbetriebe, denen oft Knebelverträge von den Großen aufgedrückt werden, wissen ein Lied davon zu singen. Es ist so ähnlich, wie wenn früher einer in der BRD mal alternative Gesellschaftsmodelle andachte, er von einem konservativen Bürger sofort entgegen geblafft bekam, "dann geh' doch rüber, wenn's Dir hier nicht paßt!". Mit „rüber“ war damals die DDR gemeint. Der Vater von Angela Merkel hat es übrigens damals tatsächlich getan, allerdings aus anderen Motiven heraus. So kann jedenfalls ein großer Automobilhersteller seinem Zulieferer sagen, dann geh' doch nach Nord-Korea mit Deiner Produktion, wenn Dir unsere [Ausbeutungs-] Bedingungen nicht passen!


Das hat dann mit Angebot und Nachfrage allerdings nichts mehr zu tun, gar nichts, 0,0. Das ist einfach nur das RECHT DES STÄRKEREN. Marktwirtschaft ist in der Realität, also im real existierenden Kapitalismus, und denn haben wir nun mal unzweifelhaft, gleichbedeutend mit dem Recht des Stärkeren.

Es folgt daraus logisch, daß Projekte wie "Demokratie", "Gemeinwohl", "Gerechtigkeit", "Chancengleichheit", "Fürsorge für die Schwachen", "Nachhaltigkeit des Wachstums", "Erhalt unserer Natur" in einer solchen Welt des Rechts des Stärkeren nichts verloren haben. So etwas nervt nur und hält auf.

Und Wochenend-Datschen am Banter See oder eine menschenwürdige Pflege und Fürsorge in städtischen Altersheimen sind da genauso überflüssig. Von tarifgerechten Löhnen in kommunalen Krankenhäusern oder einer an kommunalen statt privaten Zielen orientierten Stadtsparkasse ganz zu schweigen.

Neo-Libero Wagner gibt den Ton an. Forsch, konsequent und zielgerichtet auf den Untergang unserer Stadt gerichtet. Alles was zählt, ist die Logik des Rechts des Stärkeren, hier des Mächtigen kombiniert mit der Schläue eines Fuchses. Und möglichst alles hinter den Kulissen.

Das hat auch nichts mit Angebot und Nachfrage zu tun, sondern nur mit Ausbeutung eines geschichtlich gewachsenen Gemeinwesens.

Wenn Herr Wagner diesen Artikel lesen sollte, oder einer seiner Diener, dann wird er dabei sicher genüßlich in seinem Sessel zuhause oder im Büro wippen und denken, diese Deppen, schreiben und schreiben und schreiben, aber sie haben doch keine Chance. Ich kann machen, was ich will, ich krieg' alles durch, was ich will.

Ja, das stimmt. Weil die SPD bei seinem Spiel mitmacht. Sie ist dadurch spätestens ab der nächsten Kommunalwahl genauso dem Untergang geweiht, wie unsere geliebte Stadt.

Heidi Berg


Links:
20|12|2010: Es spricht: Prof. Dr. von und zu Appel - selbst ernannter Energie-Papst für schrumpfende Oberzentren
Prof. Appel: der Sarrazin von Accum:
Herr Prof. Appel
Heidi Berg zu Fukushima:
Das gebrochene Siegel
und:
"Super-Gau in Japan: Mitarbeiter von Daimler Benz sind nicht gefährdet"
Wolf-Dietrich Hufenbach:
Schlechte Aussichten für Boomtown [zur neo-liberalen Politik des Wilhelmshavener Stadtrats und Oberbürgermeisters aktuell]


Sie möchten diesen Artikel kommentieren? - Kein Problem:
Hier klicken, Artikelstichwort angeben
und Kommentar über das Kontaktformular an die Redaktion senden!
Vielen Dank!


Startseite/Aktuell | Kontakt | Links | Termine | Impressum | Karikaturen |
Fiktive Interviews| Schicken Sie uns Ihre Leserbriefe | Archiv | Spenden |
Leserbriefe | Newsletter |

Wilhelmshavener Momente

Bild: GRUPPO635.com | hufenbach

Die Darstelllung des "Trio Infernale Wilhelmshavens" sorgt für Aufregung.
Eine Menge Wilhelmshavener Bürgerinnen protestieren unter dem Motto "Planungswahnsinn am Banter See tut 5.000 Menschen weh" für den Erhalt des Banter Sees, so, wie er ist. Sie wehren sich gegen eine Wohnbebauung für "Priveligierte". Mehr dazu in einem Video ... [das Bild ist vom 15-07-2014] ... .... zum Video | youtube ...



Wenn Sie auch ihre ganz persönlichen Momente auf dem Bürgerportal Wilhelmshaven veröffentlichen möchten, senden Sie ihre Bilder an:
redaktion@buerger-whv.de
Vielen Dank!

Archiv:
Archiv | Wilhelmshavener Momente
nach oben