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"The day after" the Sommerloch
05|08|2013



Trotz aller "kulturellen Highlights" und dem wohlwollendem Lokalpatriotismus kann nichts die gähnende Leere am Milliardengrab JadeWeserPort übertünchen.

Dieses Jahr war es besonders heiss, gefühlt: extrem lang und noch "gefühlter", es hat noch gar nicht aufgehört.

Wilhelmshaven schwitzt und boomt so weiter vor sich hin und wir sind dabei am Layout des Bürgerportals ein wenig "herumzuschrauben".

Der Wandel und damit der Trend von der täglichen Printausgabe hin zur elektronischen Zeitung ist offensichtlich, der Springer-Konzern wird kein Einzelfall bleiben, was der Spiegel mit dem Beginn einer Diskussion auf seinem Blog gerade belegt:
Zitat: " Brauchen wir noch Tageszeitungen, und wenn ja, welche? ...
... Wir haben uns zu lange darauf verlassen, dass Verlage und Verleger die Konzepte entwickeln, die uns und unseren Journalismus sichern. ... "
[Quelle: spiegel.de]

Auch um die journalistischen Web-Anteile hat schon ein Ausdünnungs- und Medienkonzentrationskampf begonnen:
Zitat: "US-Webmagazin: Online-Verlagshaus IBT Media kauft "Newsweek" ...
... Die US-Nachrichtenseite "Newsweek" steht vor dem Verkauf, neuer Eigentümer wird das Medienunternehmen IBT Media. In den kommenden Tagen wird der Verkauf mit dem bisherigen Besitzer abgeschlossen. Bei dem Traditionsblatt steht damit der nächste große Umbruch an. ... "
[Quelle: spiegel.de | 04-08-2013]
  
Vor unserer kleinen Sommerloch-Pause wurde durch das Lokale Heimatblatt noch einmal versucht die Auflage, die übrigens sinkt, etwas in die Höhe zu treiben. Anstoß war Michael von den Berg [Grüne Wilhelmshaven], der so gar nicht mit der Diktion des amtierenden Oberbürgermeisters Andreas Wagner klarzukommen scheint, weil der Verwaltungschef wieder einmal einen Alleingang probte, indem er die Parkraumbewirtschaftung am Südstrand auch ohne das Einverständnis des Rates so koordinierte, wie es gerade passt - fragt sich nur, wozu wir dann noch ein demokratisches Stadtparlament benötigen, allerdings eines, das sich diesen Namen erstmal verdienen muss, denn das, was sich CDU und SPD z. Zt. "leisten", ähnelt eher einer Doktrin.

Es war natürlich sonnenklar, dass auf den ersten Heimatblatt-Artikel unweigerlich eine Diskussion rund um so ein wichtiges Thema entstehen musste, weil Wilhelmshaven natürlich keine wirklichen Sorgen hat, die die Welt und die BürgerInnen bewegen.

Ein paar Tage nach den ersten Sommerlochzeilen kam dann auch das "Basta - Schluss mit der Debatte" und zwar vom "Lokalen Heimatblatt" selbst, allerdings erst, nachdem sich fast alle Parteien auf der Titelseite und Nebenkriegsschauplätzen, z. B. Seite Fünf oben links stark gekürzt und verunstaltet, ausgetobt hatten. Das Heimatblatt sowie die städtischen Volksvertreter haben da so ihre ganz eigene Auffassung von Demokratie  oder objektivem Journalismus.

Dieses Sommerloch-Beispiel ist exemplarisch für das Niveau des Wilhelmshavener Lokaljournalismus, der nur höchst selten kritisch mit den örtlichen Befindlichkeiten umgeht und Polarisationen für die eigenen Bedürfnisse auch gern einmal anheizt.

Nun, da auch keine einzige Blaualge den Banter See trübt, wohl ein Mitverdienst der entnommenen "Freistrahlanlagen", wurden fast nebenbei wieder Unmengen von ungeklärte Fäkalien durch das Banter Siel in die Badezone am Südstrand geleitet.

Allein im Juni 2013 sagenhafte 220.750 Kubikmeter, inklusive propagierten Jahrhundereinleitungstereignis. Durch das Heppenser Siel, etwas weiter nördlich, flossen zusätzlich 109.856 Kubikmeter in die Jade. Dazu kamen noch ca 45.000 Kubikmeter in den Wilhelmshavener Innenhafen, die in der offiziellen Juni-Statistik seltsamerweise nicht vorkommen – na ja, da badet ja auch keiner!


Wir erinnern hier noch einmal an den Größenvergleich:
Ein Tankwagen fasst etwa 30 Kubikmeter.
220.750 Kubikmeter durch 30 Kubikmeter macht [etwa]: 7.358 Tankwagen ungeklärte Abwässer ... echt lecker!

... Wilhelmshavener Ehrensache, dass an diesem Tag, wie durch die europäische Union eigentlich bei Einleitungen vorgeschrieben, nicht gemessen wurde!

Dieses angebliche Jahrhundert-Einleitunges-Ereignis gab es in ähnlicher Form 2007 schon einmal und etliche Monate mit ähnlich hohen Einleitungswerten finden sich zu Hauf in der offiziellen Statistik. Da wäre z. B. der Juli 2008 mit einem Gesamtvolumen von 199.150 Kubikmeter, oder der August 2008 mit 216.225 Kubikmeter - soviel zum "Jahrhundertereignis".

... 2008 war, so betrachtet, ein fürchterliches Jahrhundertjahr!

Die neue Druckrohrleitung wird das Fäkalien-Problem, hauptsächlich durch den Klimawandel hervorgerufen, in Zukunft leider nicht lösen können und erweist sich, wie so vieles in Wilhelmshaven als Fehlinvestition samt Rats- und Wählertäuschung.

Dass das nicht gut ist, was dort ins Wasser gelangt, kann, wie in Bensersiel, mehr als unangenehm werden und weit über das Image hinausstrahlen:
Zitat: "+++Bensersieler Strand gesperrt!+++
Der Bensersieler Badestrand ist gesperrt. Grund dafür sind E.coli-Bakterien. Das bestätigt das Nordseeheilbad. Die Sperrung gilt bis einschließlich Montag. Die Bakterien können zu Durchfall, Fieber , Blasenentzündungen und Harnwegsinfektionen führen."
[Quelle: Radio Jade | 02-08-2013]

Jetzt, wo die Hitzewelle abzuklingen scheint, stehen wieder jede Menge kryptische Diskussionen auf der Tagesordnung der kommunalen politischen Überflieger Wilhelmshavens. Da wird wieder mit viel Gutdünken entschieden werden, weniger mit Sachverstand und unter der Leitung der "5", die sich vor jeder Ratssitzung inklusive Oberbürgermeister zusammentun, um über das Schicksal und das Abstimmungsverhalten von Boomtown zu richten.

Das Stimmvieh wird wie immer absegnen, was hauptsächlich im "Stillen Kämmerlein" vorentschieden wurde, wie z. B. über das neue Reinhard-Nieter-Krankenhaus. Niemand weiss, wie der Eigenanteil aus der klammen Portokasse Wilhelmshavens gestemmt werden soll, damit die Klinik in kommunaler Hand bleibt, aber so ziemlich alle schreien es schon vorher heraus: "Es soll gelingen" - "Betreutes Denken" ist halt einfacher, als den Sach-Verstand zu bemühen, wenn, wie schon so oft kritisch bemerkt, überhaupt vorhanden.

Kein Wunder, dass diese Art zu Entscheidungen zu finden, wie z. B. beim "Jahrhunderthafen" Containerterminal Wilhelmshaven, nichts so geht, wie erhofft. Überflüssigen Projekten eilt in Wilhelmshaven eine Traumdeutungsphase voraus, die alle weltweiten Superlativen in den Schatten stellt. Inzwischen kann nur noch alles besser werden, ein Umstand, den die PolitikerInnen inzwischen für sich zu nutzen wissen - mehr darüber in den nächsten Tagen.


Das Rathaus ist die nächste monetära Baustelle.

Der Rathausturm, der von innen heraus, also substanzmässig, schwächelt und zurückgebaut werden muss, um dann wieder aufgebaut zu werden, weil man seine Sanierung auf den St. Nimmerleinstag verschieben wollte, wird eine "kryptische" Diskussionswelle auslösen, da sind wir uns schon jetzt sicher, ´mal ganz abgesehen von den Kosten, die den schöngerechneten Haushalt endgültig ad absurdum führen werden.


[links Oberbürgermeister Andreas Wagner - rechts: WTF-Chef Michael Diers] Ein Herz und eine Seele während der Preisverleihung der Street-Art-Künstler ... oder?

Das Street-Art-Festival, das seit einigen Jahren immer zum Sommerende stattfindet, hat eine Menge Menschen nach Wilhelmshaven gelockt. Der Oberbürgermeister Andreas Wagner, sowie der ehemalige Journalist, Michael Diers, der jetzt die Wilhelmshaven Touristik & Freizeit GmbH [WTF] als Geschäftsführer leitet, waren zumindest auf der Bühne ein Herz und eine Seele. Auch hier wurde gleich wieder eine Wilhelmshavener Superlative kreiert, das größte Straßenbild der Welt, jetzt, so wie Diers es auf der Bühne verkündete, ganz offiziell. Komisch wurde es, als Michael Diers seine Arbeit am Festival und damit seine eigenen "WTF-Arbeitseinsatzanteile" selbst moderierte - vielleicht sollte man für diesen offiziellen Teil mit Preisverleihungszeremonie einfach ´mal jemand anderen "einfliegen" lassen, eine Person mit etwas mehr Abstand, das wäre dann etwas "offizieller" und nicht ganz so unglücklich für ein an für sich interessantes Spektakel.

In Dangast, nur ´mal so zum Vergleich, gibt es eine Künstlerszene, von der Wilhelmshaven wirklich etwas lernen könnte.

Unter dem Synonym "Kunstraum Dangast" finden sich vielfältige Aktivitäten mit ortsansässigen und externen Künstlern, eine Institution, die der Jadestadt in ihrer Konstellation einfach fehlt, sozusagen, ein Dauer-Kultur-Highlight, quasi aus einer inneren Notwendigkeit heraus entstanden.

Dort erfährt man schon ´mal etwas über Postwachstumsökonomie, "Sex in the village", lauscht einfach ´mal dem "Bolschakov-Hempel-Reuter-Trio" oder spricht mit dem Autor der "Friesen Mafia".

Wilhelmshaven sollte es sich leisten, einfach ´mal etwas lockerer zu werden, aber bis dorthin ist es noch ein langer Weg.

Der Aufprall in der Realität, also "The day after" the Sommerloch, dürfte hart genug für Wilhelmshaven werden und wir werden das Theater rundherum weiterhin kritisch begleiten ... und bald ist ja auch schon wieder Weihnachten ...



Wolf-Dietrich Hufenbach
Dokumentarfilmer | Wilhelmshaven


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Die Darstelllung des "Trio Infernale Wilhelmshavens" sorgt für Aufregung.
Eine Menge Wilhelmshavener Bürgerinnen protestieren unter dem Motto "Planungswahnsinn am Banter See tut 5.000 Menschen weh" für den Erhalt des Banter Sees, so, wie er ist. Sie wehren sich gegen eine Wohnbebauung für "Priveligierte". Mehr dazu in einem Video ... [das Bild ist vom 15-07-2014] ... .... zum Video | youtube ...



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