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Marinearsenal Wilhelmshaven: Ist das mögliche Aus nicht doch ein Segen?
04|08|2011



Wie man ein Thema, wie das Marinearsenal, zum Wahlkampfthema macht, erfahren Sie bei der Wilhelmshavener SPD.!

Um es gleich vorweg zu sagen: Es fällt schwer, nicht zu polemisch dieses heiße Eisen anzupacken.

Warum? Weil man seit dem Zeitenwechsel „Olympia-Schließung“ auf wenig Erfolgreiches auf rein privater Iniative zurückblicken kann. Im Gegenteil: Fährt man offenen Auges durch meine Heimatstadt, stellt man schnell fest: Ohne öffentliche Steuergelder geht fast nix. Meistens entlarven die Bauschilder den Steuerzahler als Investor. Daneben dann noch den kommunalen Entsorger.

Kurz:
Man hatte sich über Jahrzehnte in der subventionierten Gemütlichkeit eingerichtet. Die zerbröselt nun zunehmend schneller. Vater Staat kann sich diesen Luxus immer weniger leisten. Nun geht es ins Eingemachte. Viele sehen und wissen das auch. Der Zustand der Gökerstraße und Marktstraße West spricht Bände. Zustände, die einem wirklich im Herzen schmerzen. Diese Bilder verheißen nichts Gutes. Da muss es eine dramatische Vorgeschichte dazu geben.

Das Marinearsenal und das Politikum dazu ist natürlich nur ein kleines Mosaiksteinchen im dramatischen Niedergang Wilhelmshavens. Es ist sehr komplex. Für Außenstehende kaum zu erfassen. Es gibt auch nicht den Schuldigen für diese Misere. Es ist eine Anhäufung vieler strategischer falscher Entscheidungen. Visionäre, nachweislich erfolgreiche Strategen, waren die letzten 30zig Jahre in Wilhelmshaven wirklich nachhaltig nicht gesehen. Man hat sich vom dreckigen Sumpf eigentlich nie richtig erholt.

Eine kleine Geschichte dazu:
Als kleiner Junge pflanzte ich mit meinem Opa einen Baum in der Nähe der Deichbrücke. Nachdem der Baum prächtig wuchs, wurde ihm sodann nach 20 Jahren der Garaus gemacht. Ein neues Konzept propagierte nun die Allee zum Wasser.


Dieses ist ein kleines Beispiel für das „vor-sich-hin-Wursteln“ der Führung. Kurz: Heute hüh, morgen hott. Keine Langfristigkeit. Keine wirkliche Strategie. Das Ergebnis: Ein bisschen Marine, dann mal wieder Hafen, dann mal ein bisschen Tourismus. Und dann immer wieder die Megaprojekte. Die verheißungsvollen Milliarden-Deals mit den großen Weltkonzernen. Das war die große, weite Manager-Welt. Da wollte man mit dabei sein. Da zeigt man sich gerne. Schlagzeilen in der Presse waren sicher. Mit profanem Mittelstand und Kleinstunternehmen hielt man sich nicht wirklich gerne auf. Wen interessiert das wirklich? Warum sollte jemand für 2-3 Arbeitsplätze Flagge zeigen? Kopper würde sagen: Peanuts.

Doch:
Wie soll da nachhaltig Erfolgreiches entstehen? Erfolgreiches, was für die Menschen vor Ort möglichst langfristige Arbeitsplätze und Wohlstand schafft. Und nicht unmittelbar vom Casino-Shareholder-Value-Wahn getrieben ist. Wie viele endlose „Erfolgsgeschichten“ wurden von wichtigen Führungspersonen ins Feld geführt. Wir erinnern uns: Arno Schreiber mit Fährverbindungen. Ergebnis heute: Null. Elektrifizierung der Bahnstrecke über Wilfrid Adam. Ebenso: Null. Hafenkooperation Tsingtau: Null. Zu oft immer wieder eine Null am Ende. Und weil wir gerade schon dabei sind: Warum streicht ein Marken-Consumer wie Peek & Cloppenburg freiwillig in Wilhelmshaven die Segel? Das hat Gründe, da lohnt es sich, mal näher hinzugucken.

Nun wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben:
Offshore heißt das Zauberwort.

Fakt:
Auch diese Entwicklung hat man erfolgreich verschlafen. Und das, obwohl man mit der Ansiedlung des DEWI damals einen strategischen Vorteil besaß.

Trauriger Fakt ist:
Die Reviere sind schon längst abgesteckt. Insider wissen das. Emden, Rostock, Bremerhaven, Husum setzen Zeichen. Da wird schon längst produziert und nicht diskutiert, ob man machen könnte. Was wurde nicht schon alles als in trockenen Tüchern über die Wilhelmshavener Zeitung verkündet. Ganze Bände füllt das. Die heutige Tristesse allerdings katapultiert uns ins blanke Entsetzen. Man fasst sich an den Kopf und fragt sich: Wie ist das möglich, solch eine Erfolgslosigkeit? Schließlich sind ca. 13.000 von Hartz IV u.a. lebenden Menschen nicht über Nacht über die Stadt gekommen. Es war ein schleichender Prozess. Jeder konnte ihn miterleben. Der Slogan „Wilhelmshaven lebt“ sorgte schon fast für sarkastische Unterhaltung.


Und nun die Sache mit dem möglichen „Marinearsenal-Aus“. Aus Sicht vieler Wilhelmshavener eine weitere schiere Katastrophe. Aber ist es das wirklich? Ein Praktikum ließ mich persönlich einige Erfahrungen machen. Mit anderen Worten: Ich weiß, worüber ich hier schreibe. Ein weiterer Quergedanke: Wird es mit zunehmenden finanziellen engen Budgets der Militärs in Europa nicht ohnehin sinnvoller sein, Marineeinheiten gemeinsam aufzustellen? Das denke ich mir als Laie. Ob die Privatisierung immer die optimale Entscheidung ist, darüber streiten sich wohl noch Generationen. Die Bahn lässt grüßen. Als Freiberufler weiß ich natürlich, was es bedeutet, eigenverantwortlich zu investieren. Da schaut man schon mal genauer hin, hinterfragt. Kurz: Ist engagiert. Genau da scheint es mir aber große Lücken im Arsenal zu geben. Ein Beispiel sind die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen.

Zurück zu den Fakten. Wie bereits gesagt, ca. 13.000 Menschen leben mittlerweile von Hart IV u.a. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! Wie funktioniert da überhaupt noch eine Gesellschaft? Welche kreative Kraft steht für notwendig Neues überhaupt zur Verfügung? Ist die Stadt nicht eher ausgemergelt? Die Kassen von primitiven Emporkömmlingen über Politfilz und ”Versorgern” geplündert? Eine Patronage von Leuten, die bei jeder Gelegenheit über Risiko eingehen und Arbeitsplätze schlau daher reden, aber selbst nie einen müden Cent mal in ihrem Leben auf unternehmerisches Risiko gesetzt haben.

Kurz:
Jämmerlich! Die Konsequenz: Die ehemals wunderschöne wilhelminische Stadt geht auf dem Zahnfleisch. Das steht fest. Der Haushalt der Stadt ist eine einzige Gruselgeschichte. Dazu noch die niederschmetternde Demografie, sie an sich zeigt schon: Alarmstufe rot. Und neulich gab man noch 500.000,- € für die Bestuhlung u.a. des Ratssaales aus. Ein Stück aus dem Tollhaus? Man reibt sich die Augen und fragt sich: Wie ist so was überhaupt möglich?

Solange der Patient aber nicht bereit ist, seinen Zustand schonungslos zu akzeptieren, befürchte ich weiterhin die Vergeudung von Zeit. Zeit, die im Wege der beschleunigten Internetwelt kostbarst ist. Ein Klient im Maschinenbau sagte mir neulich: “Herr Zimmermann, Geld geht dahin, wo es gut behandelt wird!”. Das hat gesessen. Das leuchtet ein.

Daher glaube ich, dass das mögliche Aus für das Marinearsenal durchaus ein Segen für Wilhelmshaven sein kann. Kurzfristig wird es vielen wehtun, das ist klar, aber mittelfristig kann es mit dem neuen Containerhafen deutlich nachhaltigeren Wohlstand bringen, als es das Militär je tat. Ein Blick zum Ende des Tunnels: Ich las vor ca. 2 Jahren in Kolberg in deren Stadtgeschichte, dass ein jüdischer Bäderarzt bereits vor ca. 200 Jahren seinen Landsleuten sinngemäß riet: „Geht weg vom Militär! Das kostet nur. Bringt keinen Wohlstand. Setzt lieber auf Unternehmertum!“. Heute hat Kolberg einen attraktiven und wachsenden Kurbetrieb.

Also:
Weg mit dem Mief! Lasst den Schumpeter endlich raus! Auf zu neuen Ufern. Mehr Eigeninitiative, mehr Unternehmertum, mehr Risikobereitschaft, nicht mehr das Vertrauen auf Vater Staat. Es ist verlockend, auf den Steuerzahler zu setzen. Ohne Zweifel. Aber es ist der falsche Weg.

Die Alimentierung über Vater Staat gaukelt eine scheinbare Sicherheit vor. Mit der gigantischen Verschuldung für die Rettung der Banken bleibt immer weniger über.

Griechenland ist ein weiteres Stichwort. Im Gegenteil: Wohlstand entsteht aus leidenschaftlicher Innovation. Kurz: Der Regelbruch muß her! Das wird Wilhelmshaven weiterbringen. Gerade für die Generation, die nun geboren wird. Wir reden wieder mal über einen Zeithorizont von einer Generation! Diese Transformation kann ein Leitbild werden, das mit radikaler Rückbau der Infrastruktur, Straffung und Bündelung von Ressourcen weltweit durchaus ein „Best-Practice-Beispiel“ werden kann. Nach dem Motto: Da gibt es eine Stadt in Nordwesten Deutschlands, die haben da ein interessantes Projekt durchgezogen, lasst uns davon lernen! Wäre das nicht für 2030 ein phantastischer Gedanke und machbar?

Meiner Heimatstadt wünsche ich nun Kraft, Ausdauer und auch das Quäntchen Glück. Das gehört dazu.

Lars Zimmermann| Salzgitter

Quelle:
kommunikationsoptimierer.de B2B-Blog

Links:
03|08|2011 Jadeallee 100

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