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Kohlekraftwerk Brunsbüttel –
klimaschädlich und finanziell hochriskant!
21|07|2008



Rainer Baake, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe.

Eine Reihe von Stadtwerken haben sich in der SüdWestStrom
zusammengeschlossen, um durch den Bau eigener Erzeugungs-
anlagen ein Stück unabhängiger zu werden von den vier großen
Stromkonzernen. Das finde ich klug und richtig. An der Nordsee
ein Kohlekraftwerk zu bauen, ist aber grundfalsch.

Hier meine sieben Argumente gegen das Kraftwerk Brunsbüttel:

1. Kohle ist der klimaschädlichste aller Brennstoffe

Keine Form der Stromerzeugung belastet das Klima mehr als die
Verbrennung von Kohle. Allein die derzeit geplanten 26 neuen
Kohlekraftwerke würden mehr Klimagase ausstoßen als alle PKW,
LKW und Flugzeuge in Deutschland. Klar, ein neues Kohlekraftwerk
wäre weniger klimaschädlich als ein altes.
Aber die vergleichsweise geringe Einsparung durch die Wirkungs-
gradverbesserung reicht bei weitem nicht, um die Klimaziele, die
die Bundesregierung bis 2020 international versprochen hat, zu
erreichen. Aufgrund der zahlreichen bestehenden und schon
genehmigten Kraftwerke wird die Kohle auch die nächsten
40-50 Jahre Bestandteil des deutschen Strommixes bleiben.
Aber jedes jetzt zusätzlich gebaute Kohlekraftwerk steht in
einem unauflösbaren Widerspruch zu den Klimazielen der
Regierung.

2. Der Verzicht auf Kraft-Wärme-Kopplung

verschwendet Ressourcen und belastet das Klima

In Brunsbüttel gibt es keinen Bedarf für die bei der Stromer-
zeugung unvermeidbar anfallende Wärme. Das heißt mehr
als die Hälfte der eingesetzten Energie würde verschwendet.
Die Kohle von jedem zweiten Schiff aus fernen Kontinenten
würde ausschließlich eingesetzt, um damit die Elbe und die
Atmosphäre aufzuheizen. Das ist das Gegenteil von effizient.
Wer so verschwenderisch mit Energie umgeht, hat aus der
Klimadebatte nichts gelernt.

3. Wind wird Kohlestrom zunehmend im Netz

verdrängen

Strom aus Erneuerbaren Energien und aus Kraft-Wärme-Kopp-
lungsanlagen hat im Netz einen gesetzlich gesicherten Vorrang.
Schon heute beträgt der Anteil der Erneuerbaren an der Strom-
erzeugung über 15%; die Bundesregierung will ihn bis 2020
verdoppeln. Dies soll vor allem durch große Windkraftanlagen
in der Nord- und Ostsee geschehen. In Brunsbüttel sollen
wichtige Leitungen aus dem Bereich der Nordsee an Land
gehen.
Der Wind weht auch auf See nicht immer – aber sehr oft und
sehr stark. Neuere Untersuchungen weisen nach, dass dies
erhebliche Auswirkungen auf die Auslastung eines Kohlekraft-
werkes in Brunsbüttel haben würde. Wenn die Zahl der Stunden,
die das neue Kraftwerk das Jahr über Strom erzeugt, unter die
Rentabilitätsschwelle sinkt, verbrennt das Kraftwerk Brunsbüttel
nicht nur Kohle, sondern auch das Geld seiner Investoren.

4. Der Emissionshandel macht Kohlekraftwerke

zu einem unkalkulierbaren Risiko

Die EU-Kommission hat einen Gesetzentwurf verabschiedet, nach
dem Kraftwerksbetreiber in Zukunft die Rechte zum Ausstoß von
Klimagasen ersteigern müssen. Bislang bekommen sie sie zu über
90% geschenkt. Europa will, dass Investitionen in Klima-freundliche
Techniken wie Kraft-Wärme gekoppelte Gaskraftwerke sich lohnen.
Das heißt, dass der Betreiber eines neuen Steinkohlekraftwerkes
[bei gleicher Strommenge] weit mehr als doppelt so hohe Kosten
durch den Emissionshandel haben wird, wie der Betreiber eines
Gaskraftwerks mit Kraft-Wärme-Kopplung. Der Preisvorteil des
Brennstoffs Kohle gegenüber Gas wird so durch den Emissions-
handel aufgehoben. Die Klimaziele werden den Preis bestimmen.
Wer auf niedrige CO2-Preise setzt, spekuliert darauf, dass Europa
in den nächsten Jahrzehnten keine anspruchsvolle Klimapolitik
betreibt.

5. Die Baukosten laufen derzeit davon

Die Kosten für Kraftwerke haben sich in den letzten Jahren u.a.
wegen der stark gestiegenen Stahlpreise fast verdoppelt. Bei
einer Auftragsvergabe nach der Genehmigung zum Bau des
Kraftwerkes kann es ein böses Erwachen geben.

6. Auch ohne neue Kohlekraftwerke gehen

die Lichter nicht aus

Deutschland exportiert derzeit weit mehr Strom als wir importieren.
Nach dem Willen der Bundesregierung sollen Wind, Wasser und
Sonne in weniger als 10 Jahren mehr Strom erzeugen als die Atom-
energie heute zur Bedarfsdeckung beiträgt. 11% des Stromver-
brauchs will die Regierung bis 2020 durch Effizienzsteigerung ein-
sparen. Klimaschutz und Atomausstieg sind kein Widerspruch. Der
bestehende fossile Kraftwerkspark muß teilweise erneuert werden,
allerdings durch Gaskraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung. Wenn
wir die bei einer konsequenten Gebäudesanierung eingesparten
Gasmengen umleiten, erhöhen sich die Importe nicht.

7. Chinesen und Inder werden uns nur folgen,

wenn wir beim Klimaschutz glaubwürdig sind

Der Klimawandel ist ein globales Problem. Ohne internationale
Verträge gibt es keine Lösung. Wir werden andere Nationen nur
einbinden, wenn Deutschland seine Klimaziele glaubwürdig
umsetzt. Mit neuen Kohlekraftwerken wird dies unmöglich.
Die kommunalen Stadtwerke müssen sich entscheiden: wollen
sie Teil des Problems sein oder Teil der Lösung.

Artikel von:
Rainer Baake, Bundesgeschäftsführer der
Deutschen Umwelthilfe

Links:
www.DUH.de
Wie gefährlich sind alte Atomkraftwerke [Video]
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Kommentare | Nachrichten:
14|01|08 Ärzte Initiative
14|01|08 Kohle BI´s zusammen
05|12|07 Menzel Klimakiller
03|12|07 Klimaziele nicht erreichbar
27|11|07 Anspruch und Wirklichkeit
22|11|2007 Schwarzer Mittwoch an der Jade

Leserbriefe:
05|12|07 Peinliche Attacken

>Link zur BI- gegen Kohlekraftwerke in Wilhelmshaven
www.ZECHE-RUESTERSIEL.de

>Links zum Thema:
Teurer Kartell-Strom [FRONTAL 21] 061107
Strompreis könnte niedriger sein [Prof. Claudia Kemfert] 061107
Electrabel Planungen
GuD-Kraftwerk
25|10|07 So ein Zufall
08|10|07 Reduktionsziele [WWF]
20|06|07 Dreckschleudern
Lügen beim Umweltschutz [FRONTAL 21] 020407
GREENPEACE-Gruppe Wilhelmshaven
ELECTRABEL [Wikipedia]
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