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China kauft sich im Hafen von Piräus ein
25|06|2010



Die Containerwirtschaft gilt immer noch als Maß der Dinge, trotz der Krisenanfälligkeit und massiv wachsendem Konkurrenzdruck.

Cosco Pacific Ltd., Asiens drittgrößter Betreiber von Containerhäfen, übernimmt das Management des Containerumschlags in der griechischen Hafenstadt Piräus für 35 Jahre.

Was interessiert uns Piräus, werden viele jetzt sagen, wir bauen doch selbst einen Containerhafen, der irgendwann, genaues weiß man nicht, eröffnet werden soll, um einer ganzen Region den Aufschwung zu verleihen, den die Politprominenz immer wieder aufs neue durch "Mördermilliardenprojekte" verspricht.

Chinas Investoren haben schon lange um den griechischen Hafen gebuhlt, der strategisch höchst günstig liegt und jetzt zum "Singapur des Mittelmeerraumes" ausgebaut werden soll. Die griechischen Hafenarbeiter haben das Nachsehen. Etwa Zwei Drittel wurden entlassen, und haben nun nichts mehr zu tun.

Die Chinesen wollen keine Gewerkschaften, sondern Gewinne abschöpfen. Im Rahmen der Globalisierung wird der Mensch als Arbeitskraft immer unbedeutender, ebenso, was er verdient. Dessen Einkommen richtet sich nach dem bestehenden Marktangebot, d. h. dem Konkurrenzdruck untereinander und der wird immer härter.

Im Falle von Piräus bedeutete das, wenn ein Hafenarbeiter nicht für 1.000 Euro pro Monat arbeiten wollte, statt wie bisher für 1.500 Euro, dann war er "raus".

Auch weitere bestehende Verträge mit der Schweizer Mediterranean Shipping Company [MSC], einer Reederei, wurden übernommen. Griechenland wird übrigens nichts von dieser Übernahme haben, denn ähnlich wie in Wilhelmshaven handelt es sich hier um einen sogenannten "Klapphafen". Container werden hier lediglich umgeschlagen, ohne Wertschöpfungskette, d.h. Containerinhalte werden nicht weiterverarbeitet.

Das Gros der Wilhelmshavener Politprominenz glaubt immer noch an Wunder, d. h., dass es in Wilhelmshaven anders kommen könnte.

Den Griechen selbst bleibt nur ein kleiner Teil des Hafens und die ehemaligen Hafenarbeiter sind verzweifelt.

Warum die griechische Regierung einen Hafen verkauft, der immer Profit abwarf, und langfristig betrachtet dem gebeutelten Staatshaushalt eher helfen würde, bleibt wohl ein Rätsel.

Die "China Ocean Shipping Company [COSCO] plant den Hafen auf die doppelte Größe auszubauen und Abfertigungsprozesse zu automatisieen. Die Privatwirtschaft diktiert nun die Bedingungen und stützt ihr Arbeiterkontingent auf Zeitarbeiter, die 7 Tage in der Woche in 3 Schichten arbeiten.

Ein Satz belegt die Prognosen der Hafengegner, die immer sagen, das der Mittelmeeraum in direkter Konkurrenz zur sogenannten [Nordrange] steht:
Zitat: "Der griechische Hafen Piräus soll zum Knotenpunkt des Containerverkehrs zwischen Fernost und Osteuropa ausgebaut werden. ..."
[Quelle: Handelsblatt]

Der Traum vom Pfand und von dem von Hafenlobbysten hochgelobtem Alleinstellungsmerkmal, nämlich als zentraler Logistiker Osteuropa bedienen zu können, dürfte sich in Zukunft erledigen. Somit ist auch fraglich, wozu man die sogenannte A 22 weiterplanen möchte, was so bestrachtet nur im Sinne der Lobbyisten aus der Bauwirtschaft verständlich wirkt. Unser Heimatblatt unterstützt übrigens das in der Kritik stehende Autobahnprojekt, was einer objektiven Berichterstattung diametral entgegenstehen dürfte, ähnlich, wie beim "Jahrtausendhafenprojekt", dem im Bau befindlichen Kohlekraftwerk etc.

Unterm Strich bedeutet dies, dass hier an einem Hafen gebaut wird, dessen Zukunft mehr als ungewiss ist. Hafenarbeiter sind auch in den Häfen von Eurogate zum Spielball geworden und mußten kräftige Gehaltskürzungen hinnehmen, ein Globalisierungsmerkmal, das sich durch den immer größer werdenden Konkurrenzdruck noch verstärken wird.

Die Antreiber der Globalisierung, auch Eurogate, machen sich inzwischen anscheinend einen Spaß daraus, die politischen Instanzen mit Geheimverträgen vor sich herzutreiben und im Erzwingen ihrer Bedingungen, z. B. mit der Drohung, Arbeitsplätze abzubauen. Nebenbei wirbt man für Subventionierungen und versucht, ähnlich wie in der Atomindustrie, Verluste möglichst zu sozialisieren.

So forderte Eurogate allen Ernstes für stillgelegte Hafenanlagen die Zinsen für Verluste vom Steuerzahler.

Chaostage in "Boomown", so sind wir uns sicher, werden am seefischfreien Fahrwasser immer mehr die Zukunft bestimmen und einige Wilhelmshavener werden für diese Ziele wie in der Vergangenheit auch in Zukunft bereit sein, ihr letztes Hemd zu opfern.

Für die Politprominenz dürfte sich der Gegenwind bis zur nächsten Kommunalwahl durch die massive zunehmende Verschuldung und das Platzen der "rentierlichen Großprojetkte" deutlich verstärken.

Sie haben sich erstmal in den Urlaub verabschiedet, um weit weg die Augen vor den drohenden Problemen verschließen zu können, einige davon mit satten Tantiemen aus den Aufsichtsratsposten der Wilhelmshavener Holding.

Echte Verantwortung sieht anders aus!


Wolf-Dietrich Hufenbach
Dokumentarfilmer | Wilhelmshaven

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Kommentare

Wilfried Moschner | Wilhelmshaven
Hallo! Man könnte von der Stadt ,bei solchen unschönen Informationen, mal wieder eine Lustreise nach China planen um die guten Hafenkontakte zu pflegen! So etwas ist dann auch noch über.



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