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Kein JadeWeserPort wird kommen?
19|05|2010



Viel Sand um nichts?

Containerhafen wird frühestens im August 2012 eröffnet | Prestigeobjekt wackelt weiter.

Eurogate hat es geschafft, sich wieder einmal mehr Luft auf Steuerkosten zu verschaffen, als großspurig angekündigt.

Noch am 6. Mai 2010 beschwor man den 5. Februar 2012 als Starttermin für den "Jahrtausendhafen" und fügte hinzu, dass es gar nicht möglich sei, ihn um mehrere Jahre zu verschieben.

Eurogate habe sich, so die Aussage im NDR-Beitrag [18-05-2010 | 18:00 Uhr], mit der JadeWeserPort-Realisierungsgesellschaft auf den neuen Termin geeinigt, wahrscheinlich nachdem man feststellte, sollte die JWP-Realisierungsgesellschaft klagen, gegen sich selbst juristische Schritte einlegen zu müssen - eine wohl einmalige Verquickung, mit der sich die Planer wohl selbst übertroffen haben!

Das von den Politikern in den Himmel gehobene angebliche Prestigeprojekt verkommt zur bitteren Pille, gleich nach der Einebnung von Inhausersiel vor über 30 Jahren. Es wird teuer für die Steuerzahler und das Land Niedersachsen, die mit ca einer Milliarde Euro in Vorleistung gegangen sind, damit Eurogate und Maersk, die zukünftigen Betreiber, in ihre ca 350 Millionen Euro teure Suprastruktur investieren können.


Axel Kluth [JadeWeserPort-Realisierungsgesellschaft] und Manuel Schiffer [Eurogate] führen anscheinend eine ganz aussergewöhnlich teure Beziehung auf Steuerkosten.

Die Kritiker stehen in den Startlöchern und die Presse ist rehabilitiert, denn von der behaupteten Axel Kluth [JWP-Reqalisierungsgesellschaft] und Emanuel Schiffer [Eurogate], dass sich diese in letzter Zeit ihrer Meinung nach mit negativen Beiträgen und Spekulationen selbst übertroffen hätte.

Den "Ball" geben wir hiermit gerne zurück!

Wir müssen nun feststellen, dass man diejenigen, die ihr sauer verdientes Steuergeld ohne zu murren in dieses Hafenprojekt stopfen anscheinend permanent belügt. Die Politik behauptet gar Einfluss auf den Hafeneröffnungstermin zu haben, das Gegenteil liegt wohl wesentlich näher an der Realität.

Die Verstrickungen rund um das "Jahrtausendprojekt" werden immer mysteriöser und wohl niemand glaubt ab heute, dass dieses Projekt zu dem wird, was sich Befürworter, Politikprominenz und Hafenlobbyisten einreden.

Und schon wieder eine neue Hiobsbotschaft aus dem Bereich Hafenwirtschaft:
Zitat: "Auftragseinbrüche im Schiffbau - Hilfe gefordert ...
... Die deutschen Schiffbauunternehmen und die Gewerkschaft IG Metall fordern Hilfe von der Politik. Grund sind die anhaltend dramatischen Auftragsrückgänge. ...

... Konkret gehe es um Verlängerung und Ausweitung des KfW-Sonderprogramms, mit dem für 90 Prozent der Schiffsfinanzierungen eine staatliche Bürgschaft übernommen wird, sowie Steuererleichterungen. ...

... Als eine Ursache nannte der VSM-Vorsitzende Werner Lüken Budgetkürzungen durch die Reeder aufgrund eingebrochener Frachtraten. Dramatischer sei jedoch der Umstand, dass vor allem asiatische Anbieter ins Kerngeschäft deutscher Werften drängten. ..."
[Quelle: NDR | 18-05-2010]

Im Klartext bedeutet dies, dass der Bund noch mehr Subventionen [Steuergeld] locker machen soll, um die unkoordinierte maritime Wirtschaft trotz massivster Konkurrenz noch weiter zu unterstützen, weil, es geht um Arbeitsplätze, die immer geringer entlohnt werden.

Die Fahrer bei Eurogate mußten erst jüngst eine Stundenlohnkürzung von 13 auf 10 Euro hinnehmen, weil man sonst die Arbeitsplätze nicht halten könne. Die restlichen Hafenarbeiter erhielten eine "satte" Lohnerhöhung um 1 Prozent!
[Quelle: Hamburger Abendblatt | 11-05-2010]

Während sich Eurogate in Bremerhaven zusätzlich mit dem Offshore-Geschäft noch breiter aufstellt, droht Wilhelmshaven immer mehr hinten herunterzufallen. Die großen Schiffe, an die sich auch die Politik als letzten verbliebenen Strohhalm klammert, sollen alles wettmachen, was man jetzt an Einnahmen verlieren wird. Immer wieder muß der Tiefwasserhafen und das Märchen von den Megacarriern als Alleinstellungsmerkmal herhalten, damit das Volk, dem man das Blaue vom Himmel versprochen hat, nicht aufbegehrt und das imageschwangere Projekt nicht vollends kippt.

Wieder einmal haben sich die Wilhelmshavener einlullen lassen ihren letzten Sandstrand geopfert und nebenbei locker Kohlekraftwerken den Weg geebnet und wieder sind sie reingefallen, auch auf den Märchenerzähler in Sachen Hafenangelegenheiten Wifrid Adam [SPD], der ja bekanntlich das Deep Black Hole 2009 für sein Wirken und den Umgang mit der "Wahrheit" bekam.

Der sogenannte "Klapphafen" [Transshipment-Hafen] wäre sowieso nicht das Zugpferd der Region geworden, da man die eigentliche Wertschöpfung am Hafen selbst gar nicht betreibt, sondern weit in die Region verschiebt, wie z. B. ein sogenanntes Verteilzentrum [HUB] nach Oldenburg.

Zusätzlich zu den Mindereinnahmen durch die erneute Eröffnungsverschiebung ist auch die Bahnanbindung nicht nur ins Gerede, sondern astronomisch teuer geworden.

Verkehrsminister Ramsauer betonte in seiner Grundsatzrede zur Verkehrspolitik zwar die Wichtigkeit von Hinterlandanbindungen, sieht aber:
Zitat: "Kaum Verlagerungsmöglichkeiten von der Straße auf die Schiene...

... Um das Wachstum bewältigen zu können, will Ramsauer weiter in die Verkehrswege investieren, wobei er besonderen Bedarf bei der Fernstraßen-Instandhaltung in den alten Bundesländern sieht. Um Finanzmittel für diese Aufgaben in den kommenden Jahren bereitstellen zu können, will Ramsauer den Verkehrsetat bei den kommenden Haushaltsverhandlungen „deutlich über 10 Milliarden Euro" halten. Außerdem will er andere Finanzquellen für den Verkehrsausbau erschließen. Genauere Angaben hierzu machte Ramsauer in München aber nicht."
[Quelle: Verkehrsrundschau | 18-05-2010]

Wenn das Verkehrsaufkommen sich erhöht wird wieder hauptsächlich in die Straßen investiert und man muß kein Prophet sein um zu wissen, was dann kommt: Die PKW-Maut, denn, was der Bund z. Zt. in marode europäische Staaten und Bankenrettungen investiert muß ja irgendwo erwirtschaftet werden und wenn das Wachstum ausbleibt, muß man sich neue Quellen erschliessen.

Die Politiker im Schulterschluss mit der parteiischen Lokalpresse, die sich jahrelang für ein Hafenprojekt am seefischfreien Tiefwasser stark gemacht haben müssen sich nun umorientieren und bis zur nächsten Kommunalwahl neue rentierliche Mördermilliardenprojekt ausgraben, damit sie nicht abgewählt werden oder damit die Auflage des Heimatblattes nicht noch dramatischer sinkt.

Wir hätten da einen Vorschlag:
Wie wäre es mit dem Rückbau eines Hafens den keiner braucht zum Geniusstrand.

O. k. das ist jetzt ein wenig weit hergeholt aber immer noch besser, als seine Wähler weiterhin zu belügen.

Neben den kritischen Presseberichtern sind nun auch die Hafenkritiker vollends rehabilitiert, denn das einstmals rentierliche Projekt mutiert wahrscheinlich zu einer der größten Investitionsruinen, passend zur größten Krise der Bundesrepublik in der Nachkrigsgeschichte.

In dieser Art von Negativwettbewerb war Wilhelmshaven schon immer Weltmeister und das wird wohl auch so bleiben.

Toll!


Wolf-Dietrich Hufenbach
Dokumentarfilmer | Wilhelmshaven

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Links: 19|05|2010 - Betriebsstart für JadeWeserPort erst im August 2012?
08|05|10 JWP: Alles ist gut!
07|05|10 JWP: Alles wird gut
05|05|10 JWP: Kein Bedarf
28|04|10 Arbeitsplatzabbau durch JWP
27|04|2010 - Wilhelmshaven: Tiefseehafen droht Verzögerung
26|04|2010 - Deutscher Tiefwasserhafen: Kein Schiff wird kommen nach Wilhelmshaven


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