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Wilhelmshaven wirbt für eine Aktionswoche für Toleranz und Demokratie
06|07|2012



Rege Beteiligung begleitete die Auftakt-Info-Veranstaltug zur Einstimmung auf die Aktionswoche "Bunter Herbst".

Wilhelmshavens Bürger und Organisationen werden aufgerufen hauptsächlich ehrenamtlich Veranstaltungen auf die Beine zu stellen, die in einer Aktionswoche mit dem Namen "Bunter Herbst" münden.

Dazu wurde eine Einladung an eine "breite demokratische Bürgerschaft" versendet, die sich "in Parteien, Vereinen, Kirchen und Organisationen" engagiert. "Wilhelmshaven ist eine bunte Stadt" heisst es weiter, "die sich durch religiöse, politische, kulturelle und weltanschauliche Vielfalt auszeichnet".

In Wilhelmshaven wurde im Frühjahr eine Arbeitsgruppe gegen jegliche Formen des Extremismus ins Leben gerufen. Die Gruppe "Stopp-Rechts.de", die sich schon jahrelang mit Aktionen wie z. B. der "Antifaschistischen Stadtrundfahrt" gegen den Rechstextremismus einsetzt, wies die neue Form des öffentlichen Stadtengagements schon während ihrer Gründung daraufhin, das, wenn es einen Extremismus gäbe, der von Rechts käme.

Am 05. Juli 2012 gab dann auch Carsten Feist [Leiter des Jugendamtes] im Wilhelmshavener Ratssaal, also während der Veranstaltungsinformation, preis, dass man sich nach Hinweisen der Wilhelmshavener Polizei eingestehen mußte, dass das Gewaltpotential haupsächlich rechtsextremistischer Natur sei.

Diese Arbeitsgruppe hat also eine Selbstverständlichkeit in ihrer Gesamtheit anscheinend noch vor sich, nämlich den Anspruch, sich über alle Schranken hinweg gemein zu machen für eine gute Sache, was, so betrachtet nun zu einem Spießrutenlauf werden könnte.

Stopp-Rechts wurde trotz ihrer fabelhaften und langjährigen Erfahrung nur indirekt in die Arbeit der Extremismus-Arbeitsgruppe über die DGB-Vorsitzende Dorothee Jürgensen oder den Piratenparteivertreter Rainer Büscher einbezogen, die direkte Berührung scheute man anscheinend mit einer engagierten Gruppe in der über alle Parteiverbindlichkeiten hinweg seit Jahren engagiert gegen den Rechtsextremismus vorgegangen wird.

Vielleicht wird die Stadt sich ja endlich einmal einen Ruck geben und die "Antifaschistische Stadtrundfahrt", eine wohl einmalige und höchts interessante Veranstaltung während der Woche "Against the Evil for more Democracy", wenigstens mit einem kostenlosen Bus sponsern. Das es überhaupt ein Budget gibt ist schon erwähnenswert, aber Carsten Feist wies gleichzeitig auf dessen Endlichkeit hin.


... mindestens 100 Veranstaltungen durch die Bürger - ein ambitioniertes Ziel!

Zielgruppe der Aktionswoche seien alle kommunikativ erreichbaren Menschen, die mit mindestens 100 Veranstaltungen zum Gelingen der Veranstaltungswoche beitragen sollen. Dazu zählen laut Veranstalter Ausstellungen, Lesungen, Diskussionen, Kultur-Events, Begenungen, Erzählungen, Theater, Öffnungen und vieles mehr, hauptsächlich aber Anregungen, Vorschläge und Veranstaltungsmuster engagierter Bürger.

Die Themen, die durch Rechtsextremismus berührt werden, sind faktisch betrachtet weit gefächert und reichen sogar bis in den Verfassungsschutz. Die Aufführung des Films "Blut muss fliessen - Undercover unter Nazis", mit dem sich einige der aktuellen Organisatoren bis heute schwer tun, zeigt, wie schwierig es schon zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist, Einigkeit und Selbstverständnis in der Sache zu organisieren und dann noch zu bündeln.

Was wird passieren, wenn engagierte Bürger die Vergangenheit einiger Initiatoren faktisch beleuchten und z. B. den Film "Schwarze Kassen" zeigen möchten:
Zitat: "Wie die CDU von Kanzler Adenauer von einem geheimen Netzwerk finanziert wurde.
Die Autoren erzählen eine Geschichte, die 1945 in den Trümmern von Berlin beginnt. Sie erzählen von Nazi-Agenten, die in die Schweiz transferierte Geldsummen nach Deutschland zurückgeholt haben und damit die Kassen der neu gegründeten CDU füllen. Und eine heimliche Parteienfinanzierung über Rüstungsgeschäfte der Bundeswehr schließt sich dann an. Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss konnte die gesamte Geschichte nicht aufdecken.
[Quelle: Schwarze Kassen | ARTE]

... oder ein anderes Thema:
Die Geschichte von Burschenschaften, Logen, oder pflichtschlagenden Verbindungen bis in die nahe Gegenwart!


Wird das Veranstaltungsgremium in einer Art Vorauswahl einen Extrakt aus vorab natürlich selektierten Veranstaltungen generieren oder wird hier wirklich unabhängig den Vorschlägen der engagierten Bürger nachgegeben?

Die Sache an sich ist sicherlich positiv zu bewerten, aber man sollte sich auch immer die Initiatoren vor Augen halten, die schon mit der Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit in der Marinestadt Wilhelmshaven so ihre Schwierigkeiten hatten und mehr oder weniger durch engagierte Bürger und Organisationsvertreter geradezu mühselig überredet werden mußten [Anm. d. Red.: ... um es einmal milde auszudrücken], hier und dort ein sichtbares Zeichen zum Nachweis einer eher unrühmlichen Vergangenheit aufzustellen.

Die Veranstaltung wird in einer Stadt initiiert, in der den Bürgern und deren Interessen und Vorschlägen bis heute wenig Beachtung geschenkt wird, wo den Ratsmitgliedern gerademal ein fünfminütiges Rederecht zugestanden wird, um Fragen zu stellen oder Thematiken zu erläutern und es bleibt fraglich, ob sich durch die Aktionswoche mit sehr ambitionierten Zielen eine vorurteilsfreie demokratische Nachhaltigkeit erzielen lässt, die weit über Befindlichkeiten und wohlkonstruierte Polarisierung hinausgeht.

Vielleicht sollte man auch noch einige neuzeitliche Themen zur nun rechtsextremismuslastigen Veranstaltungswoche hinzufügen, wie z. B. den Finanzextremismus.

Die Auftaktinformations-Veranstaltung im Ratssaal am 5. Juli 2012 war sehr gut besucht. Die Last für die Suche nach Themen liegt nun aber bei den Bürgern, die hauptsächlich ehrenamtlich und mit endlichem Budget vieles von dem erledigen sollen, wozu Verwaltung und Kommunalpolitiker eigentlich schon reichlich Zeit hatten.

Eine tolle Aktion wäre es doch, wenn die Volksvertreter ihre Aufwandsentschädigungen z. B. aus den Aufsichtsräten eines Jahres für die Aktionswoche vom 4. - 11. November 2011 [Anm. d. Red.: Zeitangaben aus der Original Einladung des Oberbürgermeisters] spenden würden, eingeschlossen die Tantiemen des Oberbürgermeisters Andreas Wagner, der 32 Nebentätigkeiten mit nicht unerheblicher Vergütung neben seinem Amt als Verwaltungschef ausübt.

Wir hier in der Redaktion sind schon jetzt sehr gespannt und warten nicht nur bis zur Deadline am 1. Oktober 2012 für Aktionsvorschläge, sondern werden uns auch aktiv mit Ideen an der Veranstaltung zu beteiligen.

Wer Ideen einreichen möchte, kann sich an den Jugendamtsleiter und Mitinitiator Carsten Feist wenden:
Carsten Feist
Referat 5 - Referatsleiter
Jugend - Gesundheit - Prävention
Büro Rathaus Zimmer 209
Telefon: 04421 - 16 16 28
Email: carsten.feist@stadt.wilhelmshaven.de

... bon chance!



Wolf-Dietrich Hufenbach
Dokumentarfilmer | Wilhelmshaven

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