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Die Spiele
08|08|2012



Dabei sein ist doch alles - oder gilt das nur für Sponsoren?

Es ist furchtbar. Alle Disziplinen, die mich interessieren, haben die da gar nicht.

Nicht, daß ich was dagegen hätte. Olympiade - von mir aus. Soll´n die doch. Stört ja keinen. Ich muß ja nicht mitmachen. Ist ja kein Zwang.

Es ist auch nicht die Räkelakrobatik, bei der dickliche Männer feuchte Hände kriegen, wenn Damen in sportiv knapper Kleidung sich an einer Stange verrenken, die mich interessieren könnte. Nee, nee. Obwohl die das zu einer olympische Disziplin machen wollen. Pole Sport heißt das und Alina Schmidt hat 2011 den Titel Miss Pole Dance Germany gewonnen, vermeldet der Deutsche Pole Sport Verband.
 
Dann ist aber was los im Olymp, dann gibts Prosecco statt Manna. Da werden die schön blöd gucken in Walhall, mit ihren Methörnchen und Brunhilde.

Auch Circus oder Karneval, hab ich nix von. Mal in den Zoo, klar, mach ich auch. Aber Pappnase und singen, wär´ mir zu peinlich. Zum Beispiel Oktoberfest. Könnte ich ganz alleine feiern. Auch zweimal im Jahr.
 
Warum bin ich nur so, was ist da schief gegangen? Sind es die Gene oder war´s die Erziehung? Wird ja alles schon im Mutterleib veranlagt, sagen die Durchblicker der Evolutionsszene. Beim Synchronschwimmen wird mir richitg übel.
 
Als Kinder machten wir Sackhüpfen oder Tauziehen. Aber öde war das auch. Man durfte es nur nicht sagen, weil das meist ein lustiger Tag war. Und wenn man den kaputt machte - nee, lieber nicht.
 
Aber so fängt es meistens an. Dann Training, erst eine Stunde, dann jede Stunde, jahrelang, bis man in 80 Tagen um die Welt hüpfen kann. Und wozu?
 
Ich war als Kind auch im Turnverein. Hausgenähte, kurze, schwarze Satinhose, doppelrippiges Unterhemd, wassergekämmter Scheitel. Unten Leinenschuhe mit Gummisohle, diese Hallenquietscher. Alle sahen so aus. Und eifrig waren wir, wie junge Hunde. Rannten los, bevor der Ball flog.
 
Und so ein Typ mit Trillerpfeife hat mir das alles versaut. Ich war eigentlich in allem sehr gut. Konnte springen wie ´ne Gemse und am Seil hätte Tarzan gegen mich wie eine Wurst ausgesehen. Fünfzig Meter in 10 Sekunden, aber holla. Mutsprung vom Zehner und Flipper hätte ich eingeholt.
 
Aber dieser Kommandoheini mit seinem Turnvater Jahn, der immer zuschaute, irgendwo auf einer Wolke, mit langem, weißen Bart und mich im Auge hatte, bis in die Dusche, ob ich denn auch wirklich Seife nahm. Dann lieber Schönschreiben oder Wandertag mit Mücken und geschmolzener Stulle.
 
Der Jahn hätte auch Bundespräsident werden können, so tolle Sprüche hatte der drauf:
"Des deutschen Knaben und deutschen Jünglings höchste und heiligste Pflicht ist, ein deutscher Mann zu werden und geworden zu bleiben, um für Volk und Vaterland kräftig zu wirken, unseren Urahnen, den Weltrettern gleich."
 
Und die Musik dazu spielte unser Dressurheini auf seiner Triller. Er hieß Sportwart, und den Drill nannte er Training; und der Krieg war zu Ende. Und er trainierte immer dasselbe.
 
Gut, Staubsaugen ist auch öde. Macht man auch immer wieder. Aber Geschirrabwaschen ist kreativ. Das wird sauber, glänzt einen zufrieden an und schmückt den Schrank. Da hat man was von.
 
Roger Federer hat nach viereinhalb Stunden gewonnen und kann noch lachen. Guter Mann. Ja, manches krieg ich auch mit. Nur, wenn die mir Bilder zeigen würden von der vorigen Olympiade, würd´ ich nicht merken. Wie bei Helmut Kohls Neujahrsansprache.
 
Übrigens, das Markenzeichen, die Ringe, finde ich gelungen. Geht nicht besser. Kriegt von mir die Goldmedaille - jedesmal.
 
Jetzt sitze ich hier und schreibe und meine Frau guckt Olympiade, obwohl sie fast keine Spielregel kennt. Aber vielleicht ist das mal eine ganz andere Sicht auf die Dinge. Ich kenne alle Spielregeln, fast alle. Und die gefallen mir auch nicht, fast alle.
 
Unsere Hecke im Garten ist richtig hoch geworden. Klar, Regen, Sonne, Regen, Sonne, da wächst das. Käm´ ich nicht mehr rüber. Nichtmal mit Anlauf. Apropos Hecke. Für den Reitsport haben mich die Cowboyfilme verdorben. Wenn reiten, dann so.
 
Bewegung an sich ist ja nicht verkehrt. Dem Faulsein rede ich nicht das Wort. Wenn ich den Müll runter bringe, nehme ich immer die Treppe. Auch rauf.
 
Ehe ich es vergesse: Mein Enkel und ich machen zur Zeit Bürgersteighinken. Da gibt es Strecken, die einen ganz schön fordern. Im Frühjahr wollen wir bis nach Oldenburg hinken und unser Ziel ist es, in zwei Jahren die Duderstädter Hinkertage zu gewinnen. Und dann muß man mal sehen.
 
Beachvolley hat es ja auch geschafft - und was ist daran wohl olympisch.

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Wilhelm Schönborn
Investigativer Rentner


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