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„EU“ – Fluch oder Segen?
02|02|2013



Avanviert David Cameron zum Staastfeind Nr. 1 Europas oder spricht er vielleicht aus, was schon viele denken? [Bildquelle: David Cameron's official portrait from the 10 Downing Street website]

„Eine wachsende Kluft zwischen der EU und ihren Bürgern“

Mit diesem einen Satz hat der britische Regierungschef Cameron die kontinentale Misere zusammengefasst – auf den Punkt gebracht. Jedes dagegenhalten der - wohl zumeist um ihre, oder die ihrer Protagonisten Pfründe fürchtenden – europäischen „Einheitsbefürworter“ [und da sind es bezeichnenderweise zuvorderst deutsche „Wohlmeiner“] verpufft wie eine laute Blähung in der Festlandsluft.

Wobei die Formulierung: „ zwischen der EU und ihren Bürgern“, auf der einen Seite wieder nicht Roß und Reiter benennt.

Was heißt EU? Dass diese zwei Buchstaben für „Europäische Union“ stehen, dass weiß vermutlich schon jedes Kind in der Grundschule. Was bedeutet dieses „EU“ aber wirklich?

Vordergründig und allerorten lauthals verkündet soll es für Frieden, für ein problemloses Miteinander der unterschiedlichen Völker und Nationen, für grenzenloses Reisen und für allumfassenden Wohlstand stehen. Ein grenzüberschreitendes und alle einendes Recht, einhergehend mit ausgleichender Gerechtigkeit, soll es auch noch symbolisieren. Welche eine Farce, welch ein Lug und Trug mag ich da nur sagen.

Betrachtet man nur einmal den Faktor „Frieden“. Einen „waffenschweigenden“ Frieden finden wir nur im südwest-, west- und nördlichen Europa – und nicht einmal da vollständig und ohne Risse [man denke nur an das ständig „religionseruptionsgefährdete“ Nordirland]. Die Menschen im südöstlichen Europa kennen das Wort Frieden doch seit Ewigkeiten nur als Hoffnungsdenken an ein Leben ohne Folter und Tod. Sich Sattessenkönnen hat in diesem Denken noch nicht einmal Raum.

Noch rasselnder fällt der Begriff Frieden im Zusammenhang mit den beiden Buchstaben EU in die blutige Realität der Gegenwartskriege auf dem Erdball. Seitdem die Politiker des Halbkontinents Europa der Meinung sind, eine einheitliche Union zu repräsentieren, befinden sich die Armeen der betreffenden Staaten doch im Dauerkriegseinsatz an allen möglichen Orten und in den unmöglichsten Landstrichen unseres Planeten.

Vordergründig um eine bedrohte Freiheit zu verteidigen. Wenn es denn um die Freiheit der rücksichtlosen Interessenwahrung industrieller und finanzwirtschaftlicher Profiteure geht, dann mag es so sein mit der Verteidigung der Freiheit. Von menschlicher Freiheit ist da allerdings schwerlich etwas zu finden.
 
Einen sozialen Frieden suchend, wird man in ganz Europa nicht fündig werden. Wild wuchernde Korruption, unkontrollierbare Vorteilsgewährung, rücksichtslose Vorteilsnahme, dreiste Steuerhinterziehung, ungenierte Geldwäsche und unverblümte Gesetzesverdrehungen auf der einen Seite, lassen auf der anderen Seite, durch fortschreitende Verarmung breitester Bevölkerungsschichten, Staatsverdrossenheit, Politikerablehnung - bis hin zum Hass auf die oftmals als „Nurnochmarionetten“ und „Berufsabsahner“ betrachteten Parlamentarier, rapide wachsen. Die Verflechtungen zwischen den unmoralischen, häufig sogar unmenschlichen Profitstrebern der Industrie und Finanzwelt, und den gewählten und oftmals unsachkundigen politischen Akteuren in den Parlamenten scheinen inzwischen so verfestigt, verstrickt und verfilzt zu sein, dass sie nur noch auf die Art der „Gordischen Lösung“ voneinander getrennt werden könnten. Nur, WER wird dieses Schwert letztendlich führen – und wie viel Blut wird dadurch dann die europäische Erde tränken?

Ein anderer erhoffter oder versprochener Aspekt des europäischen Einheitsunsinns - das problemlose Miteinander der unterschiedlichsten Nationen und Völker ist doch durch die Geschichte und die Gegenwart täglich bewiesener Unsinn. Statt ein unmögliches Miteinander der Kulturen zu fordern, sollte alles Augenmerk auf die Förderung eines verträglichen Nebeneinander der verschiedensten Bräuche und Herkommensverhalten gerichtet sein. Distanzierte Nähe lässt allemal mehr Raum zum leben, und lässt die Menschen dort verwurzelt, wo ihre Kultur, ihre Religion und ihre Sozialität Gesicht bekommen haben.

Abschließend noch eine Anmerkung zum „grenzenlosen“ Reisen innerhalb der Grenzen der EU. Auch das ist eine rosarote Wolke für wenige Vielreiser. Die Mehrheit der Menschen in Europa hat doch davon nun wirklich nichts Messbares an Vorteilen durch die kontrollfreien Grenzen, weil sie einen Grenzübertritt wegen der fehlenden Geldmittel nicht einmal andenken können. Nichtkontrollierte Grenzen fördern allenfalls die grenzüberschreitende Kriminalität durch den Wegfall des Risikofaktors Grenzkontrolle.

Die Absicht des Londoner Premiers, das Volk über eine weitere Entwicklung der EU bzw. über einen Verbleib des Inselreichreiches in diesem unseligen Bürokratenmoloch entscheiden zu lassen, ist in allen Mitgliedsstaaten der EU schon lange überfällig.
Jeder Bürger sollte sich jederzeit bewusst sein, dass die beiden Buchstaben „EU“ vor allem eines sind – sie sind ein wuchernder Schild an Anonymität, hinter dem sich Bürokraten und Bösewichte gleichermaßen verschanzen und unkenntlich machen.

Ewald Eden

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