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Nordwand
07|01|2011



Das programmatische Buch zum Zustand der FDP.

Gemeinsam zum Ziel oder gegeneinander in den Tod

Am Neujahrstag zeigte das ZDF den Doku-Thriller über den tragisch gescheiterten Versuch der erstmaligen Besteigung der Eiger Nordwand in den Berner Alpen.

Am 18. Juli 1936 [https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Toni_Kurz] unternahmen in gegenseitiger Konkurrenz zueinander zwei Zweier-Teams, eines aus Österreich und eines aus Deutschland, den Versuch, eine mehr oder weniger senkrechte Wand aus grobem Stein [Höhenunterschied etwa 1650 m] erfolgreich hinaufzuklettern. Bereits ein Jahr zuvor war ein solcher Versuch eines Münchners gescheitert.

Der 2008 fertig gestellte Film zeigt eindrucksvoll die Atmosphäre, in der die Bergbesteigungen von einerseits persönlichem Ehrgeiz und vor allem auf deutscher Seite auch noch von ideologischem Siegerwillen angefeuert wurden – entgegen der bergsteigerischen Tugend der Sicherheit als erstem Gebot.

Das Nazireich sah sich als junge, aufstrebende Bewegung und Nation, die „den anderen“ schon zeigen werde, wer die „Nummer Eins“ ist. In dieses Selbstbild paßte sehr gut die Erfolgsstory eines jungen, vor nichts erschreckendem, mutigen, abenteuerlustigen und ehrgeizigen Teams jeweils zweier Bergsteiger, die sich zum Ziel gesetzt hatten, als sogenannte Erstbesteiger ins Buch der Bergsteigergeschichte einzugehen. Die Regierung in Berlin sandte dementsprechend gleich dem nazistischen Geist treu ergebene Reporter, um den anstehenden Sieg gebührend propagandistisch für das eigene Land ausschlachten zu können.

Das Ende ist bekannt. Aus dem Sieg wurde leider nichts. Stattdessen vier Leichen in der Nordwand, die ihre eigenen Kräfte und die der Natur unterschätzt hatten.
 
Ein Jahr später gelang einer menschlich wesentlich bescheideneren Gruppe von ebenso vier Bergsteigern, die aber im Gegensatz zu der in dem Film portraitierten von Anfang an an einem Strang zogen. Als Vierer-Seilschaft, die den gemeinsamen Erfolg im Auge hatte, statt eine Konkurrenz auszustechen. Anderl Heckmair, ein  äußerst humorvoller Geist, der sich nicht vom Nationalsozialismus hinsichtlich seiner dann gelungenen Erstbesteigung vereinnahmen ließ,  und Heinrich Harrer, der in dem Film „Sieben Jahre in Tibet“ noch einmal als positiver und menschlicher Held zu Ruhm gelangte, gehörten zu dieser Vierer-Mannschaft dazu.

Was ist an diesen beiden Bergsteiger-Geschichten, einer erfolgreichen und einer erfolglosen, noch heute so bemerkenswert?

Die erstgenannte 2 x 2er Seilschaft [in Konkurrenz] scheiterte aufgrund taktischer Fehler, die in dem persönlichen Ehrgeiz mindestens zweier der Teilnehmer begründet liegen: Zum einen zog einer der Teilnehmer ein für einen eventuellen vorzeitigen Abstieg wichtiges Seil ab, um es für einen schnellen Aufstieg mit zur Verfügung zu haben. Zum anderen schächte sich die Vierergruppe durch getrennten Aufstieg, nachdem die österreichische Zweier-Gruppe etwas zurückgefallen war.

Beide von Eile und Ehrgeiz geprägten Entscheidungen führten in Verkettung mit weiteren unglücklichen Umständen [Steinschlag, Lawinenabgang, in der Eiger-Nordwand ständiges Übel] zu dem tragischen Ende, in dem alle vier Bergsteiger grausam starben, eine nur ein paar Meter von wartenden Rettern entfernt. Ehrgeiz und Eile, Gipfelsturm im Handumdrehen, sind keine Bergsteigertugenden.

Sie sind aber zum Leitmotiv unserer heutigen modernen Gesellschaft geworden und durchdringen inzwischen praktisch sämtliche Lebensbereiche inklusive kirchliches Leben und Bildungswesen.

Ein Beispiel:
Während ich diese Zeilen schreibe, läuft im Hintergrund gerade die Übertragung des Dreikönigtreffens der FDP in Stuttgart [auf phoenix]. Hier erträumt sich deren Vorsitzender, Hans-Dietrich Westerwelle, ach nein, er heißt ja Mövenpick mit Vornamen, aus den Umfragetiefs von derzeit 3% seiner Partei gleichsam wie der antike Phönix aus der Asche emporzusteigen, um noch einmal sein arg angeschlagenes Renommee zu retten. Ein Parteigenosse aus seiner eigenen Partei verglich seinen Vorsitzenden aber mit einem anderen tragischen Held der Antike: mit Ikarus, der – erfolgsbesoffen – mit seinen selbstgebauten Flügeln zu nahe an die Sonne heranflog, wodurch seine Flügel dann Feuer fingen und der Auftrieb an Kraft. [Er stürzte ab in den Tod.]

Die Partei der FDP vertritt die Ideologie des Neo-Liberalismus, also der Herrschaft der freien Wirtschaft über den Staat [keine Grenzen für das Unternehmertum], in der derzeitigen Parteien- und Intellektuellenlandschaft am reinsten. Die Generalformel für die Lösung all unserer Probleme, sei es die Volksgesundheit, seien es die ökologischen Folgen des technischen und wirtschaftlichen Fortschritts, seien es soziale Probleme etc., die Generalformel, der Stein der Weisen ist der „Wettbewerb“. Wenn man ihn überall hemmungslos und ohne Schranken zuliesse, „regele“ sich alles quasi von selbst. Die „unsichtbare Hand“ lenke in einem idealen freien Markt automatisch alle Kräfte zum Guten [Adam Smith].

Würden die Liberalen diesen Grundsatz auf sich selbst anwenden, müssten sie freiwillig auf eine Übertragung ihres Dreikönigstreffens in die Öffentlichkeit verzichten, denn es handelt sich derzeit lediglich um ein Dreiprozenttreffen innerhalb der politischen Öffentlichkeit.

Zieht man die Nichtwähler noch einmal ab, landet die FDP wohl so bei 1,8% Unterstützung innerhalb der Bevölkerung.

Der Links-Partei, die über die dreifache Menge Unterstützer hat in der Bevölkerung wird dann allerdings das demokratische Lebensrecht gleich ganz abgesprochen. Konsequent muß man eben sein. Und was für einen selber gilt, muß ja nicht gleichzeitig für die anderen gelten!

Schaut man etwas tiefer, was dieses sogenannte Wettbewerbs- oder Marktprinzip außerhalb der Basare und ebay-Marktplätze alles an Segen hervorbringen soll, wird einem nur noch schwindelig. Kultur, Bildung, soziale Tätigkeit, Schutz vor gesundheitlichen Gefahren und Schicksalsschlägen, alles soll diesem angeblich ökonomischen Prinzip unterworfen werden.

Also, wer am meisten Steuern zahlt, darf in der Kirche in der ersten Reihe sitzen [war schon mal so im Mittelalter und der Neuzeit].

Wer am leistungskräftigsten ist, bekommt den besten Arzt und das schönste Zimmer im Krankenhaus.

Wer am meisten Kohle hat, kann seinem Kid die besten Lehrer kaufen. Auf dem Bildungsmarkt.

Wer am wenigsten Kohle hat, bleibt lieber gleich zuhause und schaufelt sich sein eigenes Grab. Als letzten Leistungsakt in unserer Leistungsgesellschaft.

In Berlin gibt es bereits die erste Grundschule plus Kindergarten als Aktiengesellschaft, betrieben durch die Phorms Management AG, dies ist KEINE Satire aus einer Kabarett-Sendung!

Wer am meisten Geld hat, bekommt auch am meisten Polizisten ab für die Verteidigung seines Besitzes, auf welche Weise erworben auch immer. Betrug und Trickserei ist ausdrücklich erlaubt, man darf sich nur nicht erwischen lassen. Wer nicht so viel Geld hat, muß auch in sein neighborhood eindringende Gewalttäter und andere Kriminelle ertragen.

In den USA ist dies bereits Lebenswirklichkeit. Und dieses Land ist ja das unausgesprochene Vorbild aller Liberalen und Leistungstheoretiker. Wir Deutschen wollen es allerdings noch ein Stück perfekter machen als die blöden Amis. So war es ungefähr in Guido Westerwelles Dossier bei den amerikanischen Diplomaten nachzulesen. Und bei seiner ersten Pressekonferenz als Außenminister live zu erleben, als er ausländische Journalisten aufforderte, ihre Fragen doch gefälligst in Deutsch zu stellen und nicht etwa in Englisch.

Vielleicht fordert er demnächst auch ausländische Amtskollegen bei Besuchen dort zu den gleichen rudernden Handbewegungen auf, mit denen er seine eigenen Rhetorik-Ausdünstungen hierzulande ständig untermalt [Urban Priol fragte in seiner Jahresabrechnung „Tilt! 2010“, ob Westerwelle vor seiner politischen Laufbahn Einweiser für Stewardessen bei Erklärung der Schwimmwesten vor Abflug gewesen sei]. Seinem äußeren staatsmännischen Gehabe ist sein in albernen Klischees verhafteten provinziellem Geist noch nicht ganz nachgefolgt seit seinem Amtsantritt als peinlichster deutscher Außenminister seit Beginn der germanischen Zeitrechnung.

Aber zurück zur Konkurrenz-Ideologie und Sieger-Mentalität unseres eigenen Volkes: Wer ständig Angst um seinen Job hat und permanent versucht, seine Kollegen bei der Arbeit auszustechen, konzentriert sich nicht immer zu 100% auf die eigentlich ihm obliegende Arbeit. Ein Heer voller sich gegenseitig mißtrauender Arbeitnehmer und Arbeitgeber arbeitet nicht notwendigerweise automatisch dadurch an einer konstruktiven Lösung dringender und inzwischen sehr bedrohlicher Problemer unserer Gesellschaft und auch unserer gesamten Zivilisation auf dem kleinen noch teilweise bewaldeten Planeten zusammen.

Die Frage ist, ob wir uns das in der Steinzeit beim Kampf ums tägliche Überleben entstandene Verhalten [innerhalb eines Stammes oder Sippe war man allerdings peinlichst auf Kooperation und Mitarbeit JEDES einzelnen Mitglieds angewiesen, also Darwin ist zum Teil auch einfach nur einseitig interpretierte Evolutionsgeschichte] angesichts des drohenden ökologischen Kollapses noch lange werden leisten können.

Als Lösungsmuster taugt dieses schon lange nicht mehr. Aber der Mensch hält ja bekanntlich gerne an einmal liebgewonnenen Gewohnheiten fest.

Ein schönes 2011 miteinander oder gegeneinander wünscht
Heidi Berg


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