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JadeWeserPort: Bunte tritt die Flucht nach vorn an
12|05|2012



Dem Geschäftsführer der Firma Bunte, Dipl.-Ing. Manfred Wendt, trieben die Fragen einiger Journalisten die Schweissperlen auf die Stirn.

Am Freitag hatte die Firma Bunte zu einer Presskonferenz geladen.

Ziel war es, die Gerüchteküche, die sich inzwischen negativ auf das Firmenimage auswirkt, zu egalisieren. Etwa eine Stunde erklärte der Geschäftsführer, Dipl.-Ing. Manfred Wendt, anhand einer Präsentation wie die Kaimauer gebaut wurde und speziell die Rammarbeiten der Tragbohlen, zwischen die sogenannte "Füllbolen" mit einem Rüttelverfahren eingehängt werden. Letztere werden nicht gerammt, sondern sind lediglich so lang, dass sie bis auf den Grund reichen. 

Die von Bunte gewählte Ramm-Variante soll laut der Baufirma nicht eine billigere, sondern eine gleichwertige Lösung sein, was die Chronik des Bauverlaufs und die niedrigen Toleranzen bestätigen würden. Dass sogenannte "Schlosssprengungen" auftreten sei nicht ungewöhnliches, aber in dieser Häufigkeit, insgesamt bis jetzt 175 Stück, "unerklärlich". Drei Gutachterteams rätseln und suchen derzeit nach den Ursachen, die nicht auf die Bauarbeiten zurückzuführen seien, so Bunte.

So lange die Fehlersuche nicht abgeschlossen sei, will sich das Bauunternehmen Bunte zu etwaigen Spekulationen nicht äussern. Dipl.-Ing. Manfred Wendt weist alle Vorwürfe für die Schlosssprengungen verantwortlich zu sein weit von sich und natürlich von "seinem" Unternehmen, was wiederum Gutachter bestätigen könnten.

Insgesamt war die Pressekonferenz der Versuch, weiteren Schaden von Unternehmen Bunte abzuwenden, was aber mit einer Art Rekord von Schlosssprengungen in einer nagelneuen Spundwand schwierig zu bewerkstelligen sein dürfte.

So trieben die Fragen der Journalisten Dipl.-Ing. Manfred Wendt nach dem offiziellen Teil der Presskonferenz sprichwörtlich den Schweiss auf die Stirn, denn schon am 26. September 2011 trat die erste Schlosssprengung auf und man fragt sich unweigerlich, warum nicht schon viel früher mit der Sanierung der Spundwand begonnen wurde.

Die am Bau beteilgten Parteien scheinen eher zerstritten, als teamfähig, denn wenn David Mc Allister recht haben würde:
Zitat: " ... Herr Kluth hat mir versichert, dass alle Beteiligten – Realisierungsgesellschaft, Baufirmen und Eurogate – eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten. ... "
[Quelle: Nordwest-Zeitung | 07-05-2012]

... warum veranstalten Eurogate, die Jade-Weser-Port Realisierungsgesellschaft und Bunte nicht einfach eine gemeinsame Pressekonferenz?


Die Zweckgemeinschaft steht anscheinend unter gewaltigem politischen Druck, denn im Januar sind Landtagswahlen und will man Wählers Stimme und die Wahl gewinnen, dann braucht es Erfolge und 175 Schlosssprengungen geben auch dem Fussvolk Rätsel auf und zwingen es zum Denken, ganz zu schweigen von den 50 Millionen Euro, die die Sanierung laut Bunte und anderen Quellen mindestens kosten wird.

Natürlich schweigen sich Realisierungsgesellschaft und Bunte über die Ursachen der Lochbildung in der Spundwand aus, denn der oder die "Schuldigen" werden letztendlich auch zur Kasse gebeten und ob dann eine Versicherung einspringt dürfte bei Selbstverschulden zweifelhaft sein.

Nach der Pressekonferenz fuhren die Journalisten dann auf das Hafengelände, bis dicht an die 4 Containerbrücken und zur Kaikante, um ihre Imagebilder zu drehen oder zu fotografieren. Der Probebetrieb ist virtueller Natur, denn kein Schiff wird beladen oder eine der Containerbrücken bewegt sich.


Echter, uneingeschränkter Probebetrieb sieht definitif anders aus.

Eurogate beteuert immer wieder, dass ein uneingeschränkter Probelauf über 3 Monate zwingend erforderlich sei, was, so betrachtet, gar nicht der Fall ist.

Somit dürfte auch der Einweihungstermin trotz lautstarker Beteuerungen aus der Politik weiterhin "auf der Kippe stehen", obwohl sich Wilhelmshaven schon vor Inbetriebnahme des Hafens feiert:
Zitat: " ... Wilhelmshaven wird am ersten August-Wochenende zur Partymeile – „flächendeckend“, verspricht Oberbürgermeister Andreas Wagner. Die Stadt will zu einem guten Teil selbst für Feierstimmung sorgen, zusammen mit der JadeWeserPort-Realisierungsgesellschaft. Anlässlich der Hafeneröffnung soll am Sonnabend, 4. August, ab 18 Uhr ein Open-Air-Konzert im Pumpwerkpark über die Bühne gehen. ... "
[Quelle: Lokales Heimatblatt | 10-05-2012]

... und wo man wieder Visonen in ewig gleiche Manier unter das Fussvolk streut:
Zitat: " ... Wir schreiben das Jahr 2040: Seit zehn Jahren ist die zweite Ausbaustufe des JadeWeserPorts in Betrieb, der Hafen brummt, auf dem Voslapper-Groden Süd, wo einst die Rohrdommeln wohnten, werden Komponenten für die zahlreichen Windparks auf der Nordsee gefertigt und umgeschlagen. Kürzlich wurde ein weiteres Kohlekraftwerk in Betrieb genommen – ohne Proteste, da die CO-Problematik längst technisch gelöst ist. ... "
[Quelle: Lokales Heimatblatt | 10-05-2012]

Der Geist der Selbstüberschätzung der Politprominenz und einer Schönschreibpresse in Wilhelmshaven ist ungebrochen, das war schon immer so in "Boomtown" an der Jade.

Nun wird die Spundwand mit zwei verschiedenen Verfahren saniert, wie es Dipl.-Ing. Manfred Wendt mehrfach betonte. Dort, wo die Containerbrücken stehen werden Betonplatten bis auf den Boden abgesenkt und der Zwischenraum mit Unterwasserbeton verfüllt. Die andere Variante besteht aus einem Kreissegment, das mit der Spundwand verschraubt und nicht verschweisst wird, da die Taucher maximal eine Stunde unter Wasser arbeiten dürfen.

Die Betonplattenvariante wurde mit in die Sanierungsmassnahmen einbezogen, da die Verschraubungslösung nicht in dem eng gesteckten Zeitplan zu schaffen wäre. Ende Juni 2012 will man fertig sein und so hätte man, treten keine weiteren Havarien auf, noch ein wenig Spielraum bis zur eigentlichen Eröffnung am 5. August.

Spätestens hier wird deutlich, dass das Fest höchstwahrscheinlich noch einmal verschoben werden muss, denn Fachleute bezweifeln laut NDR, dass der Termin zu halten sei, was man auch unter vorgehaltener Hand auf der Presskonferenz erfuhr.

Der Schaden am schönen Image eines Wunderhafens und deren Macher ist mehr als angekratzt und die Wilhelmshavener Visionäre und in Feierlaune befindlichen Kommunalpolitiker sollten noch ´mal in sich gehen, statt von den Problemen abzulenken, die sie selbst mit auf den Weg gebracht haben und durch die die Steuerzahler letztendlich auch über Dritte zur Kasse gebeten werden.

Es ist erbärmlich, dass man in Wilhelmshaven nicht aus seinen Fehlern lernen will und immer wieder mit den gleichen Denkmustern in die gleichen Fettnäpfchen tritt.

Ebenso peinlich ist auch, das diese Entscheider und Hafenprotagonisten aus dem Rat der Stadt, die über das Schicksal Wilhelmshavens befinden, nicht einmal selbst den Weg in eine solche Pressekonferenz finden.


In Sachen JadeWeserPort dürfte es weiterhin spannend bleiben - ´mal schauen, wieviele Märchenstunden der Öffentlichkeit noch präsentiert werden, denn darin dürfte Wilhelmshaven inzwischen mit Abstand den Titel des Weltmeisters einfahren, wenn es ihn denn gäbe.


Wolf-Dietrich Hufenbach
Dokumentarfilmer | Wilhelmshaven

Links:
Video:11|05|2012 JadeWeserPort-Bauer wehrt sich [NDR]
Video: 11|05|2012 Schwarzer Peter beim Tiefwasserhafen [Radio Bremen]
11|05|2012 JadeWeserPort: Baufirma Bunte weist Vorwürfe zurück [Radio Bremen]
11|05|2012 Schlitze in der Hafenkaje
11|05|2012 JadeWeserPort: Baufirmen weisen Verantwortung von sich
11|05|2012 JadeWeserPort: Schuldfrage bleibt unbeantwortet [Die Welt]

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