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Überwältigt
20|03|2012



Joachim Gauck ist nicht ganz unumstritten der neue Bundespräsident.

Man ist überwältigt. Selbst die überwiegende Mehrheit wirkt überwältigt. Und auch der Überwältigte guckt wie überwältigt. Er hat es kommen sehen, aber das Gesicht vermeldet, mir geht´s wie euch, ich bin überwältigt. Oder guckt er nur so? Vier Stimmungen, vier Gesichter?

Überwältigt ist er eigentlich immer, sonst von seinen Worten. Da wird er manchmal ganz heulig, so ergreift es ihn, was er da hört. Gerade diese Sache mit der Freiheit, weil die doch für alle da ist, der muß sich ja einer annehmen, sonst tut´s doch keiner - und nicht nur für die, die sie sich leisten können.

Wie sehr hat es ihn immer gequält, als einer von wenigen ein Westauto fahren zu müssen, wie hat er sich geschämt weit und breit der Einzige zu sein der Reisefreiheit hatte, dessen Kinder aus und einreisen durften, während andere aus den Fenstern der Kinderheime schauten in Richtung Hohenschönhausen, wo Mama und Papa über ihren falschen Freiheitsbegriff nachdenken durften. Freiheit ist eben nicht selbstverständlich, wenigstens predigen sollte man sie fleißig.

Apropos Hohenschönhausen. Auf der Webseite der Stasigedenkstätte schreibt ein Dr. Hubertus Knabe
Zitat: "Welcome Mr. President ...
... Er war zwar kein Bürgerrechtler, zu dem ihn die Medien nachträglich erklärt haben, doch in seinem Habitus und seinen Überzeugungen ähnelt er Vaclav Havel und Lech Walesa."
 
"Seine Diktaturerfahrungen haben Gauck zu einem vehementen Anhänger der Freiheit gemacht. In Deutschland haben diese inzwischen Seltenheitswert. Immer mehr Menschen erwarten die Lösung ihrer Probleme vom Staat, halten Sicherheit und Gleichheit für wichtiger als Freiheit und Selbstbestimmung. In einer Zeit, in der der Liberalismus auch aus den Parlamenten zu verschwinden droht, wird uns Gauck den Wert der Freiheit wieder näher bringen. Deutschland braucht dies, wenn es im globalen Wettbewerb bestehen will."
 
Da braucht er keine Bange zu haben. Der neue Liberalismus ist nicht mehr nur bei den Drei-Prozent-Freien, er ist längst in den Herzen und Köpfen der überwältigenden Mehrheit aufgegangen, die den ollen Freiheitskämpen als wiedervereinigte Gallionsfigur haben wollten, da war man sich einig, auch überwältigend. Die werden ihre globalen Ameisen schon zum Krabbeln bringen. Da kann der Dr. Knabe ganz frei von Befürchtungen sein.
 
Festlich ging es zu. Der Bundesdampfer lag ruhig verankert, auf der Atlantikbrücke grient der Kapitän, die Besatzung ist überwältigend gut drauf, während draußen die Plebs sich im täglichen Wellengetose freischwimmen dürfen, um nicht überwältigt zu werden. Klar, denen muß das Wasser erst bis zum Hals stehen, sonst schwimmen die sich nie frei.
 
Von der Kanzel auf die Brücke? - kein Problem, ein Kirchenschiff sticht ja auch nie in See. - "De Masten so scheef as den Schipper sien Been" - To my hooda, hooda, ho! ...
 
Und mit der Freiheit geht es gut voran, da muß man nur weitermachen. England gibt gerade sein Straßennetz frei. Dort sagen sie schon "Ich bin ein Bürger" und nun kauf ich mir ganz frisch und frei mal eine Straße. Monopoly der Freiheit, das muß nicht nur die Schloßstraße sein, das geht auch mit kleinen, bescheidenen Dingen. Freiheit von Einkommen, Freiheit von Altersversorgung, Freiheit von gesellschaftlicher Teilhabe, Freiheit von Freizeit .... ein Spiel für Millionen befreiter Menschen.
 
Nun gibt es aber auch schon wieder Nörgler. Nur von Freiheit zu reden reicht nicht aus, man muß auch was soziales reden, was brüderliches vielleicht sogar. Das muß er noch lernen, heißt es. Sogar der Herr Gabriel bietet sich als Bewährungshelfer an, als hätte er von Sozialem irgend einen Schimmer, aber es geht ja nur um´s Reden. Und sie sagen: "Das wird schon noch ... wenn er erst mal im Amt ist ...!" Präsident kann jeder, das muß man nicht lernen.
 
Als Angela Merkel Kanzlerin wurde, sagten viele: "Sie macht es besser als man dachte." Wenn das kein guter Grund ist jemanden zu wählen das Land zu führen, dann weiß ich auch nicht. Der Präsident will ja auch dazu lernen und hat bereits ein paar neue Worte in seine Rede eingestreut - guck, geht doch. "Er wird es besser machen als manche glauben" -  "Er muß erstmal im Amt ankommen."
 
Toll. Das nenn´ ich Freiheit - Chancenfreiheit! Und die brauchen wir doch.
 
Ich selbst bin da etwas pingelig. Wenn man von einem Busfahrer sagt:
"Er ist besser als man denkt, der kriegt das schon hin", würde ich nicht einsteigen. Ich hätte ein überwältigendes Mißtrauen, eine Art Vertrauensfreiheit regelrecht.

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Wilhelm Schönborn
Investigativer Rentner

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