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Bild: GRUPPO|635 | hufenbach Nichts ist so umstritten, wie die Aufstellung vergangener Heroen in Metallform auf formschönen Sockeln bei Sonnnenschein. In Wilhelmshaven gibt es ganz bestimmt wichtigere Probleme zu lösen, als ein ehemaliges Bismarck-Denkmal zu reaktivieren ... [... zum Video]

   

Harald Martenstein
14|08|2012



Harald Martenstein schreibt eigenwillige Kolumnen im Tagesspiegel.

Die lebende Legende aus West-Berlin

Harald Martenstein ist Autor beim Berliner "Tagesspiegel". Für Nicht-West-Berliner: Das ist eine Tageszeitung, die vor dem Fall der Mauer ihre beste Zeit hatte. Nicht weil sie damals besser gewesen wäre. Aber der Solidarität mit West-Berlin wegen wurde sie immer in den Presseschauen diverser Westdeutscher Sender erwähnt. Stolz steht auf ihrer Titelseite "Zeitung für Berlin und Deutschland" als wäre sie ein echtes überregionales Blatt.

Als Anfang der 90er Jahre der tonnenschwere Schriftzug der Zeitung auf das Dach des Verlages an der Potsdamer Straße gehievt wurde, verkündete der Verlag: Das ist ein neues Wahrzeichen der Stadt. Schon in dieser Zeit war Harald Martenstein Redakteur beim "Tagesspiegel". Zum Wahrzeichen einer Zeitung, die ihren Schriftzug für ein Wahrzeichen hält, wurde er dann später als er regelmäßig seine Kolumnen für das Blatt schrieb.

Jüngst machte sich Martenstein mal wieder Sorgen. Es gäbe Leute, die würde ein Vergleich der RAF mit der NSU auf die Palme bringen. Vielleicht kennt er solche Leute. Eine öffentliche Debatte zu diesem Thema ist unbekannt. Statt nun seine Bekanntschaften zu wechseln, tobt der Autor ein wenig: Vergleicht Ulrike Meinhof mit Joseph Goebbels, fragt sich was wohl los wäre, wenn Peter Sloterdijk heute Beate Zschäpe aufsuchen würde wie damals Jean Paul Sartre den Andreas Bader besuchte und so fort. Dass Goebbels an millionenfachem Morden beteiligt war, rückt ihn für Martenstein in die unmittelbare Nähe zu Ulrike Meinhof, dass Sartres Besuch einen Proteststurm in der Merheits-Öffentlichkeit auslöste, erwähnt er nicht. Es passt einfach nicht in sein Kommentar-Konzept. In sein Konzept passt, sieh mal an, dass die Mörder-Nazis weniger Leute umgebracht haben als die RAF. Selbstverständlich zählt er die weit über hundert Morde der anderen Nazis nicht mit. Die muss er auch vergessen haben als er nach dem Breivik-Attentat in Norwegen fürchtete: "Sollte es ... in den kommenden Jahren häufiger rechtsradikal motivierte Morde geben, dann wird man bei einem bestimmten Tatmuster eben immer als erstes einen rechtsradikalen Hintergrund annehmen." Es treibt ihn um den Autor: "In den USA zum Beispiel ist die `Auschwitz-Lüge´ nicht strafbar. Ist Obama deshalb auch ein Nazi?"

Wer Martensteins Foto sieht - gedankenschwer lastet sein Haupt in einer krampfhaft lockeren Hand - der erkennt hinter der Pose die wilde Wut des Allerwelts-Philosophen: "Was mich echt wild macht, ist die Verteufelung des Wortes `Markt´, die in vielen Medien zu beobachten ist."

Nicht nur von Nazis versteht er was, der Martenstein, auch von der Ökonomie: "Wo, wenn nicht auf `den Märkten´ wird eigentlich das Geld verdient, das wir und der Staat fröhlich ausgeben?" Aha, Martenstein und der Staat verschleudern das Geld, das `die Märkte´ so bitter verdient haben. Deshalb bangt er auch um unsere Reichen, falls die heftig besteuert würden: "Aber was tut man, wenn das Geld der Reichen aufgebraucht ist? Neue Reiche dürften ja wohl kaum nachwachsen, in dem total gerechten System des Sozialismus."

Dass die Reichen immer weniger Steuern zahlen, hat er noch nie gehört. Und dass ohne die Reichen "Kein einziger Radweg, kein Kindergarten" gebaut würde, ist eine seiner Weisheiten, die gerade in der Finanzkrise, wo alle Monate der Wert von hunderttausenden Kindergärten an die Banken verschenkt wird, so besonders gescheit daher kommen. Sicher wird Martenstein demnächst zur Rettung des Finanzmarktes die Schließung von Kindergärten fordern.


Natürlich ist Harald Martenstein auch ein Frauenexperte: "Es gibt Frauen mit dem denkbar schlechtesten sogenannten`Leumund´, die tatsächlich das Opfer einer Vergewaltigung wurden und denen anschließend niemand glaubt." Obwohl, sagt der Satz, so ein schlechter Leumund natürlich Hinweise auf die Verfügbarkeit der Frauen gibt. Mit dieser welterfahrenen Haltung blickt er analytisch auf den Fall Strauss-Kahn: "Warum wird einer, dessen beruflicher Aufstieg auch auf Selbstdisziplin beruhen muss, denn anders geht es nicht, beim Anblick einer Hausangestellten zum wilden Tier?" fragt der Frauen- und Männer-Versteher, um sich gleich die nächste besorgte Frage stellen: "Was bekommt einer, der sich nach oben durchkämpft, in einer demokratischen Gesellschaft eigentlich als Belohnung für seine Mühen? Privilegien? Kaum. Respekt? Ruhm?" Eben leider nicht, meint Martenstein und wehmütig schreibt er, "Macht und Sex haben immer zusammengehört" und "Wer die Macht hatte – meistens Männer, als Häuptling, als König, als Chef –, der durfte sich nehmen, wen er wollte." Gedankenblitzig auch Martensteins ironische Anmerkungen zur Frauenquote in Führungspositionen: Er findet, dass die Chefs von Bombenentschärfungskommandos, von Müllverbrennungsanlagen oder von Antiterroreinheiten ebenfalls mit einer Frauenquote bedacht werden sollen. Bei feuchten Herrenabenden wird der Vorschlag heftigen Jubel ausgelöst haben.

So wird dann in Martenstein-Kolumnen ein Gedicht des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad aus falschen Zitaten gebastelt, um ausgerechnet Günter Grass zu unterstellen er wolle den Israelis "Naziverbrechen in die Schuhe" schieben, Anti-Nazi-Blockaden werden mit Nazi-Methoden verglichen und der "Solidarpakt" wird als Versuch denunziert sowjetische Verhältnisse einzuführen. Natürlich immer locker, mit jenem Ton, den Martenstein für ironisch-intellektuell hält und der doch nur verdruckst ist. "Vorstellen muss ich dich nicht, du bist eh eine lebende Legende.“ So begrüßte Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt den Kolumnisten Harald Martenstein bei einer Veranstaltung und erzählte eine tolle Anekdote: Er habe nämlich von einer Frau gehört, die sich für eine Karnevalsfeier als Harald Martenstein verkleiden wollte. So ist es mit den West-Berliner Legenden: Was ihnen bleibt ist die Travestie-Show. Und vielleicht, eines Tages, wird Martensteins Name tonnenschwer auf dem neuen Verlagsgebäude lasten. Das wäre dann ein großes Zeichen. Eines der wenigen wahren, die man mit dem Blatt in Verbindung bringen kann.

Uli Gellermann

Quelle: Rationalgalerie

Link zu einer Martenstein-Kostprobe:
12|08|2012: Martenstein-Kolumne: Was NSU und RAF gemeinsam haben

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