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Muchas gracias Ecuador
28|06|2013



Manchmal wirkt auch eine Weltmacht hilflos.

David tritt Goliath: Vielen Dank, Ecuador!

Schon seit einem Jahr lebt Julian Assange, Mitbegründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, in der ecuadorianischen Botschaft in London in Sicherheit vor seinen Verfolgern aus den USA. Und wie es scheint, werden die Ecuadorianer demnächst auch dem nächsten Whistleblower, Edward Snowden, Asyl gewähren. Natürlich sind die Behörden der USA, so wie die nachgeordneten Ämter in Deutschland und deren publizistischen Begleiter empört: Von Geheimnisverrat und Spionage ist die Rede. Unschuldig gucken jene aus der Wäsche, die ihre Bürger ausspionieren und deren persönlichsten Geheimnisse sammeln und so ihre Bürgerrechte verraten. Aber im "Kampf gegen den Terror", so erzählen die Staatenlenker mit ernster Miene, sind Einschränkungen der Freiheit zur Verteidigung der Freiheit eben notwendig. Dass sie einen schlechten Witz machen, fällt ihnen nicht auf.

In Ecuador verstehen sie etwas von Terror: Über Jahrzehnte hat der US-Konzern Unitet Fruit-Company, heute Chiquita, das Land terrorisiert: Einheimische kleine Bananenpflanzer wurden niedergewalzt, Streiks blutig niedergeschlagen. Nicht wenige bei Polizei, Militär und Politik holten sich ihr zweites Einkommen bei der Bananen-Company ab. Was man fälschlich die Eliten nennt, saß in der wohlgefüllten Westentasche der USA, und wie zuvor die Bananen-Konzession - wurden, als man in den 60er Jahren Erdöl in Ecuador entdeckt hatte - auch die Erdölkonzessionen ausländischen Firmen zugeschanzt. Erst dem TEXACO-GULF-Konsortium und danach so ziemlich allem, was Rang und Namen im internationalen Ölbetrieb hatte: OCCIDENTAL, EXXON, BRITISCH PETROLEUM, CONOCO, ARCO, UNORAL, TENNECO, ORYX, ELF, MINOL, PETROCANADA. Und während der normale Ecuadorianer dachte, mit dem nationalen Öl käme nun endlich auch der Wohlstand, kam die Krise und mit ihr die Weltbank und der Internationale Währungsfonds [IWF].



Wer bisher annahm, mit der United Fruit Company sei der Terror-Höhepunkt erreicht worden, der kannte die letale Kombination von IWF und Weltbank nicht. Auf Druck der von den USA dominierten Organisationen musste Ecuador in den 90er Jahren sogenannte Reformen durchsetzen: Staatsbetriebe wurden privatisiert, Zollbeschränkung entfielen und die Staatsausgaben wurden gekürzt. Die Landeswährung Sucre wurde zu Gunsten des US-Dollars abgeschafft. Prompt geriet etwa ein Drittel der Ecuadorianer unter die Armutsgrenze. Und wenn Armut in Europa schon schlimm genug ist, bedeutet Armut in Lateinamerika schlicht Hunger, Krankheit und frühen Tod. Also Terror.

Der heutige ecuadorianische Präsident, Rafael Correa, dem Assange und Snowden ihre Asyl-Möglichkeiten verdanken, gibt sich redlich Mühe, den USA die Zeiten des Terrors heimzuzahlen: Er verlängerte die Genehmigung für den damals einzigen Luftwaffenstützpunkt der USA in Südamerika nicht: Im September 2009 musste das US-Militär sein Hightechzentrum für satellitengestützte elektronische Spionage in Manta räumen. Als der US-Schützling Israel die Gaza-Hilfsflotille kaperte, zog der Präsident den ecuadorianischen Botschafter aus Israel ab. Und die Regierung Ecuadors enteignete doch tatsächlich ein US-Erdölunternehmen. Dass der Vizepräsident des Landes den Vornamen "Lenin" trägt, muss für die US-Administration ein weiteres Grausen bedeuten: Da hatte sie doch über die Jahre so viel blutige Mühe in den Kampf gegen den Kommunismus investiert- und nun dies.



Die nicht im Verdacht kommunistischer Umtriebe stehende "Neue Zürcher Zeitung" schrieb noch jüngst, nach der Wiederwahl Correas: "Er hat dafür gesorgt, dass die einheimischen Firmen Steuern zahlen, und er hat den ausländischen Erdölkonzernen höhere Abgaben aufgezwungen." Da sagt der zuweilen neutrale schweizer Sachverstand: Steuern eintreiben ist gut. Auch die neue Verfassung des Landes enthält Passagen, die dem gewöhnlichen Steuerflüchtigen die Haare zu Berge treiben: Die Wirtschaftsform Ecuadors soll sozial und solidarisch sein, es werden Grundrechte auf Ernährung, Gesundheit und Bildung festgeschrieben und die Verfassung legt "Bürgerräte" als Vierte Gewalt fest. Das riecht nach Rätedemokratie, sagen die Beobachtungsorgane der USA. Da kann es nicht ausbleiben, dass Verteidiger der Demokratie und Selbstbestimmung wie Assange und Snowden ihren Weg nach Ecuador suchen und hoffentlich auch finden.

Ecuador ist ein kleines Land. Wenn der David dem Goliath USA mit seinem Asylrecht gegen die Kniescheibe tritt sollte man hoffen, dass die kleinen Beine auch höhere Ziele erreichen: Muchas gracias Ecuador, adelante Muchachos!

Uli Gellermann

Quelle: Rationalgalerie


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