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NOlympia
16|11|2013



Profit für ein paar wenige auf Kosten aller ist einer Mehrheit eben nicht genug!

Die Bayern genügen sich selbst

Es hat alles nichts genützt: Die Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2022 in der Alpenregion ist ein teurer Fall für die Ablage P geworden. Mag auch noch so vehement dafür geworben worden sein von der Stadtspitze über die bayerische Landesregierung bis hin zu den deutschen Sportverbänden, die abstimmungsberechtigten Bewohner der vier Gemeinden haben sie eiskalt abblitzen lassen.

Nicht nur in einer der Kommunen, was schon für das "Aus" genügt hätte, sondern in allen vieren. Nicht nur die mietpreissteigerungsgeplagten Münchner haben mehrheitlich "Nein" gesagt [52,1 %], auch die am Königsee [54 %], die unter der Zugspitze [51,6 %] und in Traunstein [59,7 %]. Der betroffene Bayer gab also den "Homo substainibile", der nachhaltig die Substanz bewahrt anstatt diese für Brot und Spiele auf's Letztere zu setzen.
 
Dabei hatte der Münchner Oberbürgermeister noch groß getönt, diese historisch einmalige Chance dürfe man sich nicht entgehen lassen, schon um aller Welt zu beweisen, wie nachhaltig die Anlagen für die Sommerspiele 1972 auch 50 Jahre danach noch genutzt würden. Und überhaupt, wie der Winter-Event doch die Infrastruktur stärken, das Image der Alpenregion befördern und sogar 1300 bleibende Wohnungen abwerfen würde. Als könne man die nicht auch ohne den spektakulären Vorwand errichten. Man hat doch jetzt jede Menge Kohle übrig, die ansonsten für nur 14 Tage verpulvert worden wäre.
 
Sie hatten sich das so schön vorgestellt:
Alphornbläser hätten die Eröffnungsfeier im Münchner Olympiastadion feierlich eröffnet, Schihaserl-Hostessen gleich hinterm Rathaus die Medaillen präsentiert, eine riesige temporäre Schanze vom Olympiaberg herunter hätte ins Snowboard-Paradies zu dessen Fuß geführt, alles künstlich beschneit und eingezuckert in ein gigantisches Werbeprogramm für bajuwarische Lebensart. Alle Welt hätte gedacht, dass in München Schnee läge im Winter, und nicht jener Großstadt-Matsch, den es überall in Ballungszentren gibt, wo mal ein paar Flocken fallen. Sogar den Olympia-Waldi, das Maskottchen von damals, hätten manche gern reaktiviert, diesmal vielleicht mit einem Winter-Cape und kecken Stiefeln an den Stummelbeinchen. Zum Skispringen dann auf der Autobahn nach Garmisch-Partenkirchen, zum Rennrodeln eine Stunde länger ins Berchtesgadener Land, selbstverständlich auf einer VIP-Spur, die sonst niemand benutzen dürfte außer Sportler und deren Funktionäre, vielleicht noch einzelne unverzichtbare Journalisten, eventuell die von BILD. Sie haben sich schon mal probehalber ziemlich anwanzig eingebettet in ihren Slogan vor der Abstimmung: "Holen wir die Spiele hoam". Das mit der journalistischen Ausgewogenheit war mal. Das mit den kurzen Wegen war beim letzenmal.

 
Würden griechische Zeitungen so titeln, ginge das historisch in Ordnung. Das krisengebeutelte Helas könnte es wahrlich gebrauchen, und der gesamten Menschheit wäre gedient, wenn der neuzeitliche Wanderzirkus endlich dorthin zurückkehrte, von wo die altertümliche olympische Idee ihren Ausgang nahm. Dann ließe sich dort tatsächlich nachhaltige Infrastruktur vom Feinsten erbauen, und man hätte obendrein die Gewähr, dass klimatisch immer vergleichbare Rahmenbedingungen herrschten, zu den Sommerspielen mediterran; und im Winter an den Flanken des Olympos läge vielleicht sogar ein bisschen Schnee. Kontinuierliche Tourismuswerbung dürfte die griechische Wirtschaft langfristig beleben. Bei immer gleicher Kulisse könnten Fernsehsender dem Publikum jener Nationen, bei denen es mal nicht so läuft wie gewünscht, die Siege ihrer Sportler aus der letzten Olympiade einmontieren. Sowas haut jetzt überhaupt nicht glaubwürdig hin bei den dauernden Ortswechseln.
 
Zur Nacktheit der Athleten zurückzukehren wäre vermutlich übertrieben, zuviele potenzielle Teilnehmerländer würden prüde absagen. Dabei ginge es ja eher um eine Erweiterung der Disziplinen: Großer Beliebtheit würde sich gewiss ein 400-Meter-Hürdenlauf der Burkaträgerinnen erfreuen. Etwas landestypischer: Lydisch, dorisch und phrygisch gesungene Rezitationen aus der Ilias vor, während und nach dem Diskuswurf. Auch ein Retsina-Kampftrinken oder ein Kalamari-Wettessen kämen in Frage.
 
Gyros-Weitwurf, Säulenstemmen, Konsolen-Tragen und Sisyphos-Steinerollen, Äskulapstab-Hochsprung, Blitzeschleudern oder hermetisches Flügelschuhlaufen [gesponsort von Red Bull] wären ebenfalls heimische Sportarten, die es ins Programm einzuschmuggeln gälte.

Nicht zu vergessen ein internationaler Vergleich stacksender Wachsoldaten:
Griechen mit Bommeln an den Pantinen, Briten mit Bärenfellmützen, pardierende Russen und US-Amerikaner mit stolzgeschwellter Brust. Schade, dass es die DDR nicht mehr gibt, die NVA hätte Chancen gehabt. Das würde den friedlichen und friedensspendenden Charakter der Spiele deutlich unterstreichen, weil die Militärs jeweils 4 Jahre lang üben müssten für den großen Auftritt und keine Zeit mehr hätten für Kampfeinsätze. Aber nein, es muss ja in jedem Land mindestens einmal Sommer- oder Winterspiele gegeben haben, wenn nicht gleich beide Sorten in ein- und derselben Stadt.

 
Die Befürworter [Beckenbauer, Hoeneß, Uschi Glas und all die vielen Jasager] hatten ihren gesamten Propaganda-Apparat aufgeboten, ein Millionenbudget investiert, ganze Batterien von Plakatständern aufgestellt [gegen mickrige 250 der Gegner im gesamten Stadtgebiet], um die Botschaft ins Volk zu hämmern: Ja [zu den Knebelverträgen des IOC]! An Hausfassaden prangten überdimensionierte Werbebanner, etwa am Marienplatz vor dem Hugendubel, wohl auch zur Selbst-Berauschung der Olympi-Ja-Fraktionen im Rathaus. Ein bisschen arg viel "Ja" für ziemlich viel Schmarrn. Nicht einmal in der S-Bahn blieb man verschont von der Ja-Sagerei in gnadenlosen Lautsprecher-Durchsagen. Auf heftige Beschwerden hin musste dieser MVV-Monopol-Missbrauch schließlich eingestellt werden. Der Gipfel städtischer Indoktrination war die aufdringliche Beilage eines Olympia-Bewerbungs-Prospekts zu den Wahlbenachrichtigungen, nebst ausführlicher Darstellung des Stadtratsbeschlusses von SPD und CSU. Zuviel kann eben auch genau das Gegenteil bewirken. Übertölpeln und zuscheißen lässt sich niemand gern. Die Finanzkräftigen haben es deutlich übertrieben. Die Wirksamkeit von Werbung findet dort ihre wohlverdiente Grenze, wo sie nur noch nervt.
 
Denn etwas wurde vergessen:
Die Bayern sind zwar sehr von sich überzeugt und nicht gerade Weltmeister in Bescheidenheit, aber sie genügen sich vollauf. Sie brauchen kein Olympia-Spektakel zur Selbstdarstellung außer der Wiesn [Touristen kommen ohnehin mehr als genug das ganze Jahr über] und lassen sich ungern für blöd verkaufen. Weil: "Bläd samma mia ned". Den Hang zum Größenwahn überlassen sie liebend gern den "Preußen", und dass sie selbst zum Skifahren an ihre "Hausberge" in die Alpen fahren müssen, daran hätten auch die Winterspiele nichts geändert. Nun können die allein für die Bewerbung geplanten 29 Millionen sinnvoller verwendet werden als dazu, IOC-Honoratioren zu umschmeicheln, zu überzeugen oder gar zu bestechen. Wer sich Berchtesgaden, Garmisch-Partenkirchen oder München privat anschaun will, ist jederzeit herzlich, aber auf eigene Kosten willkommen, gern auch mit Familienanhang. Mit und ohne Schnee.   


Wolfgang Blaschka

Quelle: Rationalgalerie


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