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Auf der Suche nach der Welt von Morgen
31|08|2011



Sind Podiumsdiskussionen eine Entscheidungshilfe oder haben sie nicht eher lähmende Eigenschaften?

Podiumsdiskussion im Kreuzelwerk von Wilhelmshaven mit den Spitzenkandidaten der Nordstadt von Wilhelmshaven ist keine wirkliche Entscheidungshilfe für den 11. September 2011.

Immer wieder die gleichen Themen, wie man die Wirtschaft stärken will, wie man sich vorstellen könnte Arbeitsplätze schaffen zu wollen, ob man eine Bushaltestelle mehr bräuchte, ob der Stadtteil noch sicher ist und vor allen Dingen immer mehr im Fokus der Containerhafenbau an der Jade, der nicht erst seit dem Bericht von Plusminus am 16. August 2011 auch bei Bekennern immer mehr Zweifel hervorruft.

Die Stimmung in der Stadt z. Zt. ist eher schlecht, aber man hat herausgefunden, dass sie viel Potential hat. Man klammert sich förmlich an das Statement, das man trotz des offensichtlichen Niedergangs viel aus ihr machen könnte, nur wie, ohne Geld?

Fantasie ist gefragt und bei allen wiederkehrenden Themen stellt sich die Frage, warum die Bürgerbeteiligung nicht zum Gegenstand der Diskussion wird oder gar im Mittelpunkt steht. Niemand hat an diesem Abend darauf eingehen können, weil die Betrachtung der Stadt eher in die Richtung abzielen sollte, dass man sein schönes Dorf, das übrigens schon mehrere Dekaden hintereinander viel Potential aufweist, nicht schlechtreden dürfe.

Wie soll man das jetzt verstehen?
Sollen die gebrandmarkten Dauerkritiker schweigen, wenn es um den geplanten Containerhafen geht? Dürfen Kritiker nicht mehr sagen, dass die Politiker, die jahrzehntelang an der Macht waren, nicht den Mumm hatten, den Flächennutzungsplan für ihre Industrieflächen aktiv umzuarbeiten, um das Wirtschaftspotential der Stadt auf ein breiteres Fundament zu stellen? Müssen jetzt alle mitheulen, nur weil sie aufgrund der offensichtlichen Verschlechterung der städtischen Verhältnisse nicht mit ihrer eigenen Meinung einverstanden sein dürfen?

Wie oft haben wir vom Bürgerportal schon darüber geschrieben, dass man sich um das Potential im Offshore-Bereich kümmern solle und wie oft konterte die Stadt, man könne nicht, da man einen Flächennutzungsplan hätte, der die Anlandung von Kohle und den Bau von Kraftwerken vorsieht. Hat man die Bürger überhaupt jemals wirklich gefragt, wie sie ihre Stadt sehen oder war es nicht eher das Einschwören auf die Ziele einiger weniger im Verbund mit dem ortsansässigen Heimatblatt?

Während unserer Recherchen stiessen wir auf einen Artikel, der trotz aller Beschwörungsformeln, man könne nichts ändern, eine ganz andere Sicht der Dinge zeigt:
Zitat: " Zwei Urgesteine der Politik treten ab
Kommunalwahl Ruhestand für Eberhard Menzel (Wilhelmshaven) und Alwin Brinkmann (Emden) ...
... Sachlichen Auseinandersetzungen ist Menzel sein Leben lang nie aus dem Weg gegangen. ... "

Zunächst einmal sei gesagt, das sich nicht alles in dem Artikel mit dem deckt, was wir erlebt und oft genug beschrieben haben, aber eine Passage ist besonders interessant:

Zitat: " ...  Das Fossil [Anm. Red.: Alwin Brinkmann, Oberbürgermeister von Emden] kann aber auch auf Statistiken verweisen, die für ihn sprechen: In Brinkmanns Amtszeit sinkt die Arbeitslosigkeit trotz des Werftensterbens von 25 auf 7 Prozent. Seit 2007 hat die Stadt Emden einen ausgeglichenen Haushalt ohne Kassenkredite. Und die Wirtschaft boomt dank des Volkswagen-Werkes, des Autoumschlags im Hafen und der stetig wachsenden Offshore-Branche. ... "
[Quelle: Zwei Urgesteine der Politik treten ab Nordwestzeitung | 25-08-2011]

Wenn sich das Gros der Politiker in Wilhelmshaven nichts vorzuwerfen hat, dann appellieren wir doch einmal an das Tiefste im Innern dieser "Volksvertreter", warum man in Emden eine solch positive Bilanz vorweisen kann und in Wilhelmshaven nicht.

Dort sollte auch ein Kohlekraftwerk gebaut werden. Dieser Bau scheiterte in erster Linie am Bürgerwillen. Uminterpretiert auf Wilhelmshaven müsste die Formel nun lauten, dass die Volksvertreter an der Jade mehr Druck aus der Bevölkerung brauchen, den es aber, der Sedierung durch das lokale Heimatblatt im Verbund mit politischen Aushängeschildern sei Dank, nicht mehr so vermehrt gibt, wie damals, als man ein Titanwerk an der Jade ansiedeln wollte, dort, wo heute das Kohlekraftwerk von E.on steht.

Betrachtet man den Kommunalwahlabend im Kreuzelwerk, hätten einige auf dem Podium glattweg im Boden versinken müssen, mitsamt der anscheinend nie enden wollenden Einschwörungspresse.

Auch diese Podiumsdiskussion sollte zeigen, das alles im Fluss ist, so wie in den vergangenen Jahrzehnten, man muss ja nicht unbedingt durch die Seitenstraßen Wilhelmshavens fahren, die sich wegen mangelnder Pflege in Wohlgefallen aufzulösen scheinen oder die marode Kanalisation mit der Beteiligung der Öffentlichkeit zu genau untersuchen, um nur einige ganz wenige Punkte hervorzuheben, die die rosigen Aussichten konterkarieren.

Viele Wilhelmshavener wissen, dass Wilhelmshaven Potential hat, aber inzwischen kein Geld mehr und der Blick nach Emden und Aurich zeigt, wie es gehen könnte.

Da sind nicht nur die Erneuerbaren genannt, auf die sich jetzt alle als Rettungsanker stürzen, sondern vor allen Dingen der Wille der Bürger, die sich reaktivieren müssen und sich selbst ´mal die Frage gefallen lassen müssen, warum sie diesem "System Wilhelmshaven", trotz mahnender Lektüren wie dem "Dreckigen Sumpf" den Vorzug gegeben haben und sehenden Auges anscheinend mit dem herrschenden Establishment untergehen wollten?

Das Gros der Wilhelmshavener Politiker, und das ist doch wohl offensichtlich, haben es in der Vergangenheit nicht richten können. Sich als Hoffnungsträger auf dem Podium zu präsentieren und immer wieder die gleiche Leier zu predigen wird Wilhelmshaven nicht retten und sich einen Hafen schönzureden, der vor sich hinstrauchelt, auch nicht.

Die Hafenkritiker sind inzwischen in jeder Hinsicht rehabilitiert. Dass aber immer noch die Geister die Geschicke der Stadt lenken wollen, die es in der Vergangenheit nicht geschafft haben, macht einen mehr als sprachlos, es entsetzt einen geradezu.

Zum Schluss möchten wir festhalten, dass den Kritikern dieser Stadt in Zukunft ebensoviel Gehör geschenkt werden muss, wie den Dauerbefürwortern mit den rosaroten Brillen. Es muss endlich wieder eine Diskussionskultur entstehen, die den Polarisierungswillen einiger weniger aufhebt. Dies ist auch ein Appell an die Politiker, die beim Namen der eigenen Partei anscheinend den Verstand abschalten, was man nicht unbedingt persönlich nehmen sollte, sondern eine Aufforderung zur Selbstkontrolle ist.

Als ein Beispiel sei hier angeführt, dass man nicht mit Bauchschmerzen für Kohlekraftwerke stimmen sollte, nur weil der Fraktionszwang, den es eigentlich nicht geben darf, der eigenen Meinung im Wege steht, mit dem Ergebnis, sich nach der Abstimmung aus dem Rat der Stadt zu verabschieden.

Diese Stadt braucht dringend einen System- und Richtungswechsel, ohne beides wird sich die Zukunft der Stadt weiterhin im Nirwarna alter Stereotypen, unhaltbarer Versprechen und falsch geschürter Hoffnungen verzetteln.

Mischen wir uns ein, und holen wir uns unsere Stadt wieder zurück. Der 11. September könnte den Umkehrpunkt markieren - wir müssen es nur wollen!


Wolf-Dietrich Hufenbach
Dokumentarfilmer | Wilhelmshaven

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