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Olaf Lies - der unterlegene Bewerber
29|11|2011



Auch auf kleineren Veranstaltungen, wie z. B. bei den Sillensteder Gesprächen, spürte man schon etwas von seinem wachsenden Selbstbewusstsein für die Probleme, an denen sich das Gros der Wilhelmshavener Komunalpolitiker bis heute die Zähne ausbeisst.

Mut hat er bewiesen, Mut und Courage in dem Bemühen, unserer Plattland-Region zu mehr Reputation in den hannöverschen Regierungskreisen zu verhelfen.

Die Hoffnung der Bürger auf ein Mehr an Gewicht für den dünner besiedelten Nordwesten Niedersachsens bei den Entscheidern im Leineschloß hat sich verflüchtigt. Auch weiterhin werden hier nur die Bröckchen verteilt werden, die von den reich gedeckten Tischen des Ballungsraumes Südniedersachsen herunterfallen.

Obwohl er sich bewusst sein musste, im Falle einer Abstimmungsniederlage den Landesvorsitz seiner Partei zu verlieren, wagte er es gegen die autoritäre Entscheidung der Landes- und Bundesfürsten der SPD „pro Weil“ aufzubegehren und einen Mitgliederentscheid in der Kandidatenbenennung durchzusetzen. Allein dafür sollte ihm die Basis seiner Organisation ein dickes Dankeschön zollen.

Ich sage bewusst Basis, denn in den Führungsetagen der ehemaligen Arbeiterpartei hat er sich durch sein Betreiben und das Durchsetzen einer Mitgliederbefragung ganz klar keine Freunde gemacht. Die öffentlichen Äußerungen einiger Noch- und auch schon verblassenden Größen im Gefüge der Hierarchie im Willy Brandt Haus belegen es deutlich.

Ich wünschte, der in der Kandidatenfrage Unterlegene hätte jetzt die Standfestigkeit und weiterhin den Mut und die Courage, den Begehrlichkeiten eines Stefan Weil im Hinblick auf den Landesvorsitz zu widerstehen. Dann hätte Olaf Lies sich endgültig um die Menschen in der Region an der Küste verdient gemacht – und das gilt nicht nur für diejenigen, die der SPD nahe stehen.

Eine Bemerkung dazu, im Kommentar des Chefredakteurs der Wilhelmshavener Zeitung, hat mich allerdings schwer schlucken lassen. Er schreibt da, ich zitiere: „… für Weil ausgesprochen. Für den routinierten, den erfahreneren, den solideren Politiker.“ Aus dieser Äußerung kann ich nur schlussfolgern, dass der Unterlegene unsolide, oder zumindest unsolider als sein Mitbewerber aus Hannover, ist – was auch immer darunter zu verstehen sein mag.

In diesem Falle halte ich es mit Maxima, der künftigen holländischen Königin, die auf die Frage eines Journalisten nach den Beweggründen für ein bestimmtes Handeln ihres Gatten, mit einem charmanten Lächeln antwortete: „Dor wass hee een beetje dumm.“


Ewald Eden

29|11|2011: Lies gibt den Parteivorsitz in Kürze ab

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