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Kairos – der richtige Zeitpunkt seines Abgangs
26|02|2011



Wenn Sie ´mal wieder etwas abgeschrieben haben, können Sie sich ab jetzt auf Angie stützen, denn die verzeiht jetzt flächendeckend jede Lüge.

Kairos: Quizfrage für die bürgerportal-Leser – was ist kairos ?
a] Plural von Kairo, einer Stadt der erwachenden islamischen Demokratie
b] eine Zahnerkrankung
c] ein mehrfach gebrauchtes Fremdwort auf S. 1 der Doktorarbeit von Karl-Theodor zu Guttenbergs
d] der richtige Zeitpunkt des Rücktritts von Karl Theodor zu Guttenbergs
e] nicht Kreuze, nicht Schippen, nicht Herzen, sondern …

Richtige Einsender erhalten einen Doktortitel der Jade-Hochschule.

Hier schon mal vorab die Lösung:
Antwort
c] und d] sind richtig.

Wie? Hier geht es nicht mit richtigen Dingen zu? Den Teilnehmern des Preisausschreibens wird die Lösung schon im voraus gesagt? Macht nichts. Neue Zeiten stehen an in Deutschland. Was gut und billig ist, ist in. Geiz ist geil. Und Gutti ist gutti [BILD].

Werfen wir dann noch einmal einen kleinen Blick auf die erste Seite seiner Doktorarbeit, von dem Baron, wo das kairos wabert und waltet:
Liest man die ersten Zeilen seines Vorworts, also der allerersten wirklichen Worte des Doktors [nicht zu verwechseln mit der „Einleitung“, die Stelle, wo er der FAZ zu Ruhme verhalf, ohne diese zu fragen], dann weiß man erst mal gar nicht, worauf er eigentlich hinaus will. Nebulöse Formulierungen lassen erahnen, in welchen geistigen und abstrakten Höhen der Möchtegerndoktor sich gerade befindet: „ Europa und die USA. Mancher Blick nach innen wie über den Atlantik trägt dieser Tage den Schimmer der Ernüchterung in sich. Manche kleine wie epochale Erschütterung führt mittlerweile zur Systemfrage. Und manche Tradition weicht der Nostalgie.
[Absatz]
Scheinbar unberührt von alledem wähnte man bis zuletzt konstitutionelle Prozesse. Trotz gelegentlich zweifelhafter Verfassung unserer Gesellschaften gab es selten einen Zweifel an der gesellschaftlichen Notwendigkeit einer Verfassung.
[Absatz]
So pionierhaft sich diesbezüglich der amerikanische Pfad zu gestalten wußte, so eklektish eigen wurde der europäische beschritten. Letzterer befindet sich wiederkehrend am Scheideweg. …


Mit den beiden folgenden Sätzen zehn gewichtige salbungsvolle Sätze, ohne daß selbst der kundige Leser eine Ahnung haben könnte, wo Herr zu Guttenberg eigentlich hinaus will.

Thema?

Erst im elften Satz kommt dann so eine Art Hinweis, daß es um den europäischen Verfassungsprozess gehen könnte, der ja nicht wenig umstritten ist. Z.B.weil wichtige Kompetenzen des Bundes an eine höhere Institution abgegeben wird, deren demokratische Legitmität zumindest in Frage steht, da es nur eine abgeleitete Macht der Parlamente um ein paar Ecken ist, bei der so manche Volkssouveränität verloren gehen kann …

Dieses letzte war jetzt eine Problematisierung von mir selbst, z.B. wenn ich so eine Arbeit schreiben würde. Dann würde ich schreiben:
„Die folgende Arbeit behandelt das Thema der gerade im Entstehen begriffenen neuen europäischen Verfassung. Auf der europäischen Ebene besteht noch kein Gebilde, welches man bereits „Staat“ nennen kann mit allem Drumunddran [Volk, Territorium, Sprache, siehe die einschlägigen Lehrbücher von Theodor Maunz etc.], sondern es handelt sich bei der „EU“ um ein supranationales Gebilde, welches in dieser Form noch kein Vorbild in der Geschichte hat. Denn es besteht aus sehr heterogenen Mitgliedsstaaten.

Von der Größe des Territoriums liegt trotzdem ein Vergleich mit der Verfassungsentwicklung in den USA nahe. Die USA sind Ende des 18. Jahrhunderts aus 13 [?] einzelnen in sich autarken Einzelstaaten mit eigener Verfassung entstanden, die allerdings gewisse Gemeinsamkeiten bei Herkunft der Bewohner und auch der Sprache und Religionszugehörigkeit hatten. In meiner Arbeit werde ich Kriterien herausarbeiten, denen eine zukünftige europäische Verfassung genügen muß, um dem bereits in vielen Staaten des Westens erreichten Niveau an Grundrechten und Demokratie gerecht zu werden oder sogar diese noch übertreffen und fortentwickeln. Usw. usw.  ...“


Jetzt wüßte der Leser, worum es so ungefähr geht und was auf den nächsten 485 Seiten folgt.

Dr. in spe und perdü vuz Guttenberg hat sich diese Mühe zumindest in der Einleitung nicht gemacht. Stattdessen hat er sich von einer – aus staatsrechtswissenschaftlicher Sicht pubertären – Begeisterung über das Thema, dessen Internationalität usw. davontragen lassen. Ich bin ziemlich davon überzeugt, daß er DIESE Zeilen wirklich selbst geschrieben hat. Das ganze Vorwort ist ungefähr so konfus wie auch seine Performance in den beiden Ministerämtern. Dies spricht für eine Urheberschaft zumindest beim Vorwort.

Karl Theodor Silvester usw. ist Sternzeichen Schütze mit einer Konjunktion von Jupiter und Sonne in diesem Zeichen. Für astrologische Kenner heißt das: die Anlage zum Glückspilz, der von einer günstigen Gelegenheit zur nächsten hüpft, aber auch die Möglichkeit zum Größenwahn. Vielleicht fühlt er sich beschwingt, wenn er bei den da ganz oben mitmischen darf, und so allgemein an der Aura des Oberen teilnehmen darf. Wenn er dann auch mal etwas gefragt wird, schwellt sofort seine Brust auf Schwarzeneggergröße an.

Einige wollen unseren Staat von einer Demokratie zu einer Konzernaristokratie umbauen. Denen kommt so einer wie der Guttenberg gerade recht. Die haben auf solch einen nur gewartet. Dann haben sie Herrn Guttenberg protegiert ohne echte langjährige politische Erfahrung und der war wohl sofort begeistert, daß man genau ihn haben wollte.

Ich kann bisher bei ihm noch nicht viel wirklich Eigenes, geschweige denn Gewachsenes erkennen. Eigentlich besteht er bisher nur aus Gehabe und Gesten. Daß Teile der Bevölkerung auf so etwas anscheinend abfahren, ist noch einmal ein anderes Thema. Zu Guttenberg hat in seinem Vorwort zweimal von „kairos“ gesprochen. Das paßt zu seiner Persönlichkeit und auch zu seiner bisherigen Vita.

Kairos bezeichnet in der griechischen Philosophie so etwas wie eine günstige Gelegenheit, die man nur in einem bestimmten Moment der Zeitschiene ergreifen kann, so etwa wie die Liane, die Tarzan im richtigen Moment greift, oder der Artist auf dem Trapez. Um diese Gelegenheit zu ergreifen braucht es von der jeweiligen Person in diesem Moment Mut und Zurücklassen von Gewohntem. Auf wikipedia kann man gut nachlesen, was dieser Begriff als ein Element des menschlichen Schicksals beschreiben will. Allein in diesen Zeilen von wikipedia kommen einem sofort jede Menge weitere Assoziationen in Bezug auf die Situation und Person von zu Guttenberg. Aber ich will ja hier keine Doktorarbeit schreiben.

Einen Bezug möchte ich aber noch kurz streifen: Chronos [hier ist wikipedia leider nicht so ergiebig] – der Gegenspieler und Gegenbegriff zu Kairos. Chronos ist das unerbittliche Gesetz, im römischen Saturn. Dieser hält sich auch in unserem Planetensystem auf und tickte den Uranus von Guttenbergs Geburtshoroskop kurz an Ende Januar. Ganz leicht und drehte dann um, um im nächsten September endgültig drüberzulaufen.

In der zweiten Januar-Hälfte war die voreilige Gorch Fock Kommandanten-Absetzung, an der er bereits beinahe selbst von der beruflichen Takelage gestürzt wäre. Im nächsten September kommt dieser Zeitpunkt noch einmal. Etwas genau umgedrehtes wie der Kairos-Effekt übrigens, den zu Guttenberg so über alles liebt. Wenn er jetzt einen guten Astrologen konsultierte, könnte er eventuell noch mit vier blauen Augen oder noch mehr davon kommen. Aber ich weiß nicht, ob Frau Merkel bzw. ihre Hintermänner [auch Hinterfrauen? Wohl eher nicht.], damit einverstanden ist. Er hat einen anderen Auftrag zu erfüllen. Hoffentlich verhebt er sich nicht daran.

Kairos und Chronos gehen nur zusammen.
Sonst gibt’s Schwierigkeiten.

Heidi Berg


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